Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

"Mischung aus Motivation und Wille" - Workshop "Promovieren an der WiWi-Fakultät" am 16. Januar 2017

"Ohne die intrinsische, also die Selbst-Motivation, geht es nicht", waren sich Benedikt Brendel, Hülgen Coskun, Christian Michaelis und Julia Richter einig. Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät haben am 16. Januar im Rahmen des Workshops "Promovieren an der WiWi-Fakultät" über ihre Entscheidung für die Promotion, d.h. die Erlangung des Doktorgrades, sowie über ihre bisherigen Erfahrungen mit interessierten Studierenden wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge gesprochen. Die Veranstaltung hatte der Fachschaftsrat Wirtschaftswissenschaften in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten der Fakultät, Dorothee Konings, organisiert.

"Das Herz muss 'Ja' sagen", bekräftigte auch Prof. Dr. Olaf Korn, Inhaber der Professur für Finanzwirtschaft, der ebenfalls auf die Motivation dafür, nach dem Masterstudium die Erlangung des Doktortitels anzuschließen, einging sowie den Promotionsstudiengang
der Fakultät vorstellte. Dieser modularisierte und akkreditierte Promotionsstudiengang Wirtschaftswissenschaften besteht seit 2011 an der Fakultät. Alle Promotionen sind nur über diesen Studiengang möglich. Die Zugangsvoraussetzungen sowie zum Beispiel die im Rahmen des Promotionsstudiums zu erbringenden Leistungen im Umfang von 20 ECTS sind in Ordnungen festgelegt. "Dies bietet Ihnen einerseits einen verlässlichen Rahmen für Ihre Promotion, lässt Ihnen aber auch genügend Freiheiten", erklärte Prof. Korn. "Entscheidend ist, dass Sie zuerst eine Betreuerin oder einen Betreuer aus dem Kreis der Professorinnen und Professoren für Ihre Doktorarbeit finden."

Die Wege zur Promotion sind vielfältig. Viele Doktorandinnen und Doktoranden arbeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einem Lehrstuhl. Die Inhaberin oder der Inhaber des Lehrstuhls ist in diesem Fall der Erstbetreuer der Dissertation, d.h. der Doktorarbeit. Die Doktorandinnen und Doktoranden sind in Forschung und Lehre aktiv. Sie arbeiten also einerseits an der Dissertation und geben andererseits Lehrveranstaltungen und betreuen Seminar- und Abschlussarbeiten. Ihre Forschungsergebnisse präsentieren sie auf internationalen Konferenzen.

Herr Lauven hält Vortrag im Hörsaal
"Daneben gibt es aber auch die Möglichkeit, an
einem Graduiertenkolleg, das in der Regel aus Drittmitteln finanziert wird, sowie mit einem Stipendium oder sogar neben dem Beruf zu promovieren", stellte Dr. Lars Lauven von der Professur für Produktion und Logistik die unterschiedlichen Wege vor und erläuterte deren jeweilige Vor- und Nachteile. Stipendiaten oder Mitarbeiterinnen an Graduiertenkollegs bieten beispielsweise keine Übungen oder Seminare an und können sich daher ganz auf ihr Promotionsprojekt konzentrieren. Ihre Arbeitsverträge sind dafür oft strikt befristet. Wer parallel zur Berufstätigkeit promovieren möchte, muss sich über die meist sehr hohe Arbeitsbelastung im Klaren sein. An der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät existieren derzeit sieben weitere Promotionsprogramme und Graduiertenkollegs. Für sie gelten ebenfalls die Regelungen aus der Prüfungs- und Studienordnung des Promotionsstudiengangs.

"Es macht Spaß, sich für ein bestimmtes Thema vertiefend zu interessieren und daran zu arbeiten", fasste Benedikt Brendel von der Professur für Informationsmanagement seine Entscheidung für die Promotion in der abschließenden Diskussionsrunde der Doktorandinnen und Doktoranden zusammen. Christian Michaelis, Professur für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung, nannte als besondere Anreize für ihn das selbstbestimmte Arbeiten, die sehr große Flexibilität sowie die internationale Erfahrung, die er durch den Besuch von wissenschaftlichen Konferenzen im Ausland gewonnen hat. "Allerdings sollte man auch lernen, gelassen zu bleiben, wenn die Dinge einmal nicht so laufen, wie man es sich vorgestellt hat; der eigene wissenschaftliche Artikel zum Beispiel nicht sofort in der Fachzeitschrift angenommen wird", meinte Julia Richter von der Professur für Empirische Außenwirtschaft. "Man muss wirklich etwas selbst machen wollen und bei Problemen etwa auch von selbst mit Fragen auf die Betreuer zugehen", ergänzte Hülgen Coskun von der Professur für Management und Controlling. "Die Promotion ist eine Mischung aus intrinsischer Motivation und Wille."

Ausführliche Informationen zum Promotionsstudiengang der Fakultät finden Sie hier.

Workshop Promovieren Gruppenfoto Doktoranden 500px

(v.l.n.r.) Benedikt Brendel, Christian Michaelis, Julia Richter und Hülgen Coskun