Internationales Schreibzentrum

Übers Schreiben

Gedanken sind nicht stets parat, man schreibt auch, wenn man keine hat.

Dieses Zitat von Wilhelm Busch sagt viel aus über die Möglichkeiten, die sich in jeder Form eines Schreibprozesses bieten können. Die "Angst vorm leeren Blatt" muss uns als Schreibende gar nicht erst befallen wenn man sich des Schreibens als Prozess bewusst wird. Schreibkompetenz kann erlernt werden, geübt, ausgebaut, erprobt. Schreiben ist keine Selbstverständlichkeit, gerade die Auflagen im akademischen Bereich stecken voller formaler und stilistischer Herausforderungen, denen man sich aber durch einige Tricks und Kniffe annähern kann.
Die Schreibberatung dient dazu, Handwerkszeug zu vermitteln- Lesekompetenz, Argumentation, Struktur, inhaltliche Organisation. Das leere Blatt kann dabei als Spielwiese dienen: Kann ich meine Gedanken besser mithilfe visueller Anregungen wie dem Cluster oder Mind Maps ordnen? Oder fühle ich mich sicherer mit einer Ideensammlung in Textform wie dem Freewriting?
Schreiben muss nicht immer gleich das ergebnisorientierte Schreiben in Form des akademischen Textes meinen, es kann auch verstanden werden als spielerisches Medium, als Hilfestellung, als Mittel zur Ideenfindung und zur Lernoptimierung. Warum nicht einmal einen beliebigen Satz aus der aktuellen wissenschaftlichen Arbeit herausgreifen und durch eigene Gedankenpfade erweitern? Oder widerlegen? Schreiben ist multifunktional und kann nicht nur als Hindernis sondern auch als Wagnis verstanden werden. Mutig können beispielsweise Dinge aufs Papier gebracht werden, die so gar nichts mit dem Gegenstand zu tun haben, den man gerade bearbeitet. Und trotzdem wird der/die Schreibende merken: Allein durch einen freieren Umgang mit dem Schreiben erhöht sich auch die Motivation. Somit kann unser eingangs erwähntes Zitat guten Gewissens modifiziert werden:

Gedanken sind nicht stets parat, man kann auch schreiben, wenn man keine hat.