Letzte Aktualisierung: April 2015




1. STUDIUM




1.1 Allgemeines



Studieren und gleichzeitig ein Kind betreuen und erziehen ist sicherlich eine große Herausforderung, die aber zu meistern möglich ist. Viele Hochschulen bieten mittlerweile familienfreundliche Studienbedingungen und -Strukturen, die helfen, Studium und Familie besser miteinander vereinbaren zu können. Dazu gehören zum Beispiel die Bevorzugung bei der Belegung von Seminaren oder Eltern-Kind Räume.
Die meisten Universitäten bieten ein vielfältiges Betreuungsangebot, welches eine größere zeitliche Flexibilität erlaubt. Dazu gehören z.B. Betreuungsmöglichkeiten während Randzeiten oder in Notfällen. Auch die Möglichkeit eines Teilzeitstudiums kann zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Studium beitragen. Von finanzieller Seite aus gibt es ebenfalls einige Vergünstigungen für studierende Eltern, wie zum Beispiel der Erlass der Studiengebühren, der Kinderzuschlag beim Bafög oder eine Förderverlängerung.
Ein Studium mit Kind bedarf einer guten Organisation, sowohl im Alltag als auch im Studium. Bereits im Vorfeld, während der Schwangerschaft, sollten wichtige Dinge wie z.B. die finanzielle Organisation, der Studienverlauf (Prüfungstermine, eventuelle Urlaubssemester) sowie Kinderbetreuung durchdacht und soweit wie möglich geklärt werden.

Bei persönlichen Schwierigkeiten zur Vereinbarkeit von Studium und Familie bieten Hochschul-, Fachbereichs- bzw. Fakultätsgleichstellungsbeauftragten und/oder Familienservicestellen Orientierungshilfen an. Um die Vereinbarkeit von Studium und Familie weiterhin zu verbessern ist es hilfreich, besondere Probleme als Studierende/r mit Kind bei den zuständigen Stellen (Studienzentrale, Prüfungsämter, Professorinnen, Gleichstellungsbüros) zu melden und ggf. Verbesserungsvorschläge zu machen.

Welche konkreten Beratungen an ihrer Hochschule angeboten werden, erfahren Sie auf den Internetseiten der jeweiligen Frauen- und Gleichstellungsbüros.



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1.2 Beurlaubung


Während Schwangerschaft, Stillzeit und/oder Mutterschutz , aber auch bei der Pflege von Angehörigen oder bei eigener Krankheit kann das Studium durch die Beantragung von Urlaubssemestern zeitlich begrenzt (semesterweise) unterbrochen werden. An einigen Universitäten wird das Studium in der Regel einem Arbeitsvertrag gleichgesetzt. Auf Antrag werden dann bis zum vollendeten 3. Lebensjahr des Kindes (d.h. 6 Semester oder 7 Semester, wenn schon in der Schwangerschaft beurlaubt wurde) ? und in begründeten Einzelfällen zusätzlich 2 Semester bis das Kind 8 Jahre alt wird, Urlaubssemester gewährt. Die genauen Regelungen hierzu sind in der jeweiligen Immatrikulationsordnung der Hochschulen festgehalten bzw. in der Studienzentrale zu erfahren. Urlaubssemester werden nicht als Fachsemester gezählt. Während einer Beurlaubung behält man die Rechte als Mitglied der Universität, Leistungsnachweise in Lehrveranstaltungen und andere Prüfungsleistungen lediglich eingeschränkt erbracht werden. Bitte erkundigen Sie sich bei ihren Prüfungsbüros.

Achtung: Prüfungstermine werden durch eine Beurlaubung nicht automatisch verschoben! Weitere Informationen finden Sie in der jeweiligen Prüfungsordnung des Studiengangs, in der Immatrikulationsordnung Ihrer Hochschule oder wenden Sie sich an das Prüfungsamt Ihrer Fakultät.

Der Antrag auf Beurlaubung muss schriftlich jedes Semester während des Rückmeldungszeitraumes erfolgen; in Ausnahmefällen kann der Antrag auch noch bis zum Ende der Vorlesungszeit innerhalb von zwei Monaten nach Semesterbeginn im Studierendensekretariat/-zentrale gestellt werden.
Folgendes ist für die Beantragung der Beurlaubung in der Regel zu beachten:
Bei der Beurlaubung aufgrund von Kindererziehung ist eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes beizufügen. Die Eltern oder Pflegenden können sich mit der Beurlaubung abwechseln.Bei der Beurlaubung aufgrund der Pflegebedürftigkeit eines nahen Angehörigen muss diese durch ein medizinisches Gutachten der Krankenversicherung nachgewiesen werden.
Bei der Beurlaubung aufgrund von eigener Krankheit ist dem Antrag ein ärztliches Attest beizufügen. In beiden Fällen muss die Bescheinigung eine Beurteilung ermöglichen, dass ein ordnungsgemässes Studium nicht möglich ist.
Wenn während einer Schwangerschaft unerwartet gesundheitliche Schwierigkeiten auftreten, ist es unter Umständen möglich, im laufenden Semester eine rückwirkende Beurlaubung zu beantragen. Da es sich in diesen Fällen um Einzelfallentscheidungen handelt, können Studierende sich an das Immatrikulationsamt wenden und dort beraten lassen.




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1.3 Exmatrikulation


Dies bedeutet ein Abbruch des Studiums und sollte wirklich nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn das Studium nach der Geburt des Kindes tatsächlich nicht mehr weitergeführt werden soll. Hierbei geht der Studierendenstatus verloren und sämtliche damit verbundenen Vergünstigungen entfallen. Nach einer Exmatrikulation ist nicht sichergestellt, dass ein Wiedereinstieg in den Studiengang möglich ist. Dies gilt es insbesondere bei zulassungsbeschränkten Studiengängen zu beachten. Über die genauen Regelungen informiert das Immatrikulationsamt der Hochschule.



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1.4 Teilzeitstudium


Das Niedersächsische Hochschulgesetz (§ 19 Abs. 2 NHG vom 10. Juni 2010) besagt, dass die Hochschulen für geeignete Studiengänge eine Einschreibung und auch eine Rückmeldung für ein Teilzeitstudium zulassen können. Die Hochschule legt fest, welcher Anteil der in der Prüfungsordnung vorgesehenen Leistungspunkte im Teilzeitstudium je Semester oder Trimester höchstens erworben werden kann.

Die Zentralen Studienberatungen der Hochschulen geben Auskunft darüber, welche Studiengänge an der jeweiligen Hochschule in Teilzeit studiert werden können und welche Studienabschlüsse möglich sind.



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