Skandinavisches Seminar

Von der Heldensage zum Heroenmythos: Vergleichende Studien zur Mythisierung der nordischen Nibelungensage im 13. und 19./20. Jahrhundert
Heidelberg: Universitätsverlag Winter, 2008 (Skandinavistische Arbeiten; 24)

Die altnordische Rezeption des Nibelungenstoffes ist geprägt durch eine systematische Mythisierung, die Erzählelemente des Mythos auf die Heldensage überträgt: der Held verwandelt sich in den Heros, die Heldensage in den Heroenmythos. Moderne Bearbeitungen der Völsungen-/Nibelungen-Geschichte setzen die Arbeit am (Heroen-)Mythos zwar unter anderen Vorzeichen, aber im Kern mit denselben Mythisierungsstrategien fort. Die vorliegende Monographie entwickelt auf strukturalistischer Basis ein Analysemodell zur Beschreibung dieser Mythisierungsprozesse und zeichnet die Nibelungen-Metamorphosen im Nordeuropa des 13. Jahrhunderts und in der Rezeptionsgeschichte des nordischen Heroenmythos in der deutschen Literatur seit 1800 nach. Neben den ,Klassikern 'Edda', 'Völsunga saga' und 'Wagners Ring des Nibelungen' werden auch weniger bekannte Adaptionen des Stoffes behandelt, so die Nibelungenballaden von Moritz Graf Strachwitz und Wilhelm Jordans Epos 'Nibelunge'.


Rezensionen zur Dissertationsschrift:

Klaus Düwel in Germanistik 50.1 (2010), S. 205–207.

Michael Dallapiazza: arcadia 45.1 (2010), S. 224-226 (rezensiert gemeinsam mit Schulz/Heesch [Hrsg.]: “Sang an Aegir”. Nordische Mythen um 1900)

Bernhard R. Martin: Monatshefte für deutschsprachige Literatur und Kultur. Volume 103/2, Summer 2011, S. 291-292