"Nach meinem Abitur war recht schnell klar, was ich studieren wollte: Informatik. Die schwierigere Frage war: Wo? Obwohl andere Universitätsstädte näher an meinem Heimatort liegen, fiel meine Wahl auf Göttingen. Auch die starke Mehrbelastung durch die Studienbeiträge konnte mich nicht wieder von hier vertreiben. Der Grund für diese beiden Entscheidungen war meine Begeisterung für die interdisziplinäre Ausrichtung des Studiengangs in Göttingen.
Doch diese interdisziplinäre Ausrichtung birgt auch Probleme. Nur ein sehr kleiner Teil der Methoden und Softwarepakete, die man in den höheren Semestern oder vielleicht zur Anfertigung einer Abschlussarbeit benötigt, kann durch Lehrveranstaltungen abgedeckt werden. Die dadurch notwendige Einarbeitung ist häufig sehr aufwändig und kostet viel Zeit. Durch die gezielte Vorbereitung in Veranstaltungen, die speziell zu diesem Zweck konzipiert wurden, kann dieses Hürde vielleicht nicht ganz aus dem Weg geräumt, aber zumindest reduziert werden."
René Rex, Master-Studiengang Angewandte Informatik (mit Biophysik), 10. Semester
Die Ausgangssituation
Die forschungsorientierte Arbeit der meisten Studierenden der Angewandten Informatik ist gekennzeichnet von einer komplizierten Wechselwirkung zwischen den Anforderungen aus dem jeweiligen Anwendungsfach einerseits und den Möglichkeiten, aber auch Beschränkungen, unterschiedlicher theoretischer Modelle aus der Informatik andererseits. Sie wird zu einem nicht geringen Teil vermittelt durch fortgeschrittene Werkzeuge, Programmbibliotheken und Programmiertechniken sowie zahllose spezialisierte Datenbanken. Es fehlt sehr häufig an grundlegenden Kenntnissen im Umgang mit den speziellen Daten, Techniken und Methoden. Beispiele: Computational Neurosciene – Hardware-Interfacing, Open CV. Medizinische Informatik – Open GL, Lab-View. Bioinformatik – praktische Auswertung von Hochdurchsatzdaten, Bio-Java, Bio-Conductor. Geoinformatik- Geodateninfrastrukturen, IDL. Ökoinformatik – spezielle Aspekte von ARC GIS, SAS und R.
Die Idee:
Es soll ein wissenschaftlicher Mitarbeiter mit einem Deputat von 10 LVS-Stunden eingestellt werden, der die
Vermittlung von berufsspezifischen Schlüsselkompetenzen im Master-Studiengang Angewandte Informatik für sehr
viele der wählbaren Studienrichtungen intensiviert und vernetzt.
Sie sind in gleicher Weise geeignet für Master-Studierende aus den Bereichen Forstwissenschaften, Medizin,
Geologie/Geographie und Biologie sowie dem in Planung befindlichen Studiengang Computational
Neuroscience/Neuroinformatik.
Diese Maßnahme steht in enger Verbindung zur Maßnahme "Vernetzung und Intensivierung des Übungsbetriebs
der Pflichtmodule", die aus dezentralen Studienbeiträgen finanziert wird.
Der Nutzen:
Eine spezialisierte Ausbildung in dem Bereich berufsspezifische Schlüsselkompetenz im Master-Studium ist dringend geboten.
Von dieser Maßnahme profitieren grundsätzlich alle Master-Studierenden der Angewandten Informatik und Master-Studierende
aus den Bereichen Forstwissenschaften, Medizin, Geologie/Geographie und, Biologie, die sich auf Themen im Grenzbereich zur
Informatik spezialisiert haben. Sie erleichtert Studierenden, die ihren Bachelor an anderen Universitäten erworben haben, den
Einstieg.
Sie ist ein wesentlicher Beitrag zur Steigerung der Effizienz und zur Verkürzung der Studiendauer. Die Lehrveranstaltungen
müssen nach ihrer Etablierung in den uniweiten Schlüsselkompetenz-Katalog aufgenommen werden.
Die Gruppengröße der durchzuführenden Lehrveranstaltungen soll klein sein, deshalb können je Semester ca. 60 Studierende von ihnen profitieren.
Kontakt
Prof. Dr. Stephan Waack
Institut für Informatik
Goldschmidtstr. 7, 37077 Göttingen
Tel. +49 551 39 172011
Fax:+49 551 39 14415
E-Mail:waack@informatik.uni-goettingen.de