BIOTA West III: Teilbereich sozio-politische Dimension von Landnutzung und Artenschutz in Westafrika.


http://www.biota-africa.org/


  • Leitung: Prof. Dr. Nikolaus Schareika
  • MitarbeiterInnen: Sascha Kesseler, M.A.; Bianca Volk, M.A.
  • Laufzeit: 15.03.2007 bis 30.06.2010
  • Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung




Schwerpunktthemen

  • Nationalparks

    Staatlich kontrollierte Schutzgebiete wie Nationalparks gelten Umweltschützern als wirksame Instrumente zum Erhalt biologischer Vielfalt. Da sie auf der einen Seite den Zugang zu ökonomisch wie kulturell wertvollen Ressourcen verhindern und auf der anderen Seite lukrative Einnahmen ermöglichen (z.B. durch Tourismus oder die Verhängung von Geldstrafen) sind sie aber auch Schauplätze intensiver und konfliktreicher Auseinandersetzung zwischen verschiedensten Akteursgruppen. Zwei ethnologische Forschungsarbeiten untersuchen die vielfältigen sozialen und politischen Dynamiken, die durch die Biosphärenreservate Pendjari und W in Nordbenin ausgelöst werden.


    Biota 1
    Ecogard am Point Triple, Biosphärenreservat W, 12.3.2009, Foto: Volk


  • Baumwollanbau und Biodiversität

    Baumwolle ist die wichtigste Einnahmequelle für den Staat Benin und für viele Bereiche seines Wirtschaftslebens, insbesondere in den ländlichen Regionen, von entscheidender Bedeutung. Kleinbäuerliche Haushalte, Transportwesen, verarbeitende und Textilindustrie sowie zur Organisation und Förderung des Baumwollanbaus geschaffene Behörden hängen an diesem Exportprodukt. Über seine wirtschaftliche Bedeutung hinaus hat sich der Baumwollanbau in Nordbenin zu einer kulturellen Norm im Wertesystem der Bauern entwickelt. Ertragssteigerungen werden durch räumliche Ausdehnung und komplette Rodung von Feldflächen sowie den massiven Einsatz von Pestiziden erzielt. Daher steht der Baumwollanbau Bemühungen um den Schutz von Biodiversität und natürlichen Ressourcen sowohl innerhalb als auch außerhalb von Naturschutzgebieten entgegen. Die ethnologische Forschung des Projekts zielt (in enger Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen, insbesondere der Agrarökonomie) darauf, die soziale, politische und kulturelle Einbettung der Baumwollproduktion auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene zu analysieren und die Triebfedern für die Ausdehnung des Baumwollanbaus auf Kosten des Erhalts natürlicher Ressourcen zu identifizieren.


    Biota 2
    Eingang Baumwoll-Entkernungsanlage Banikoara, 7.1.2009, Foto: Volk


  • Lokale Schutzgebiete

    Kleinräumige, lokale Schutzgebiete wie der Medizinalpflanzengarten Guson bilden eine wichtige Ergänzung zu regionalen und nationalen Umweltschutzmaßnahmen. Hier kümmern sich direkt betroffene Interessengruppen wie beispielsweise eine Vereinigung von Heilern im Rahmen selbstgeschaffener Organisationsstrukturen um den Erhalt der für sie wichtigen Pflanzen. Neben der reinen Schutzfunktion bietet diese Institution einen Rahmen zur nachhaltigen Nutzung geschätzter, aber im Rückgang befindlicher Ressourcen wie bestimmter Heilpflanzen sowie ein Kommunikationsforum für den internen Austausch zwischen den beteiligten Akteuren bzw. für Schulungen und Informationsveranstaltungen (etwa für Schulklassen). Die regionale und überregionale Vernetzung einzelner lokaler Schutzgebiete ist eine Möglichkeit, den Austausch von Erfahrungen und Kenntnissen zu intensivieren. Ethnologische Forschungen zielen darauf, die lokalen sozialen und politischen Voraussetzungen (besonders bezüglich der vielschichtigen Zugangsrechte zu Boden und Ressourcen) für die Einrichtung von lokalen Schutzgebieten zu verstehen und die Prozesse der Institutionenbildung zu analysieren.


    Biota 3
    Foto: Schareika




Promotionsprojekte:

  • Production cotonnière et enjeux locaux à Banikoara (Bénin). (Fabien Affo)
  • Jagen und schützen im Biosphärenreservat Pendjari (Nord Benin): Aushandlung neuer Institutionen zur Integration lokaler Jäger in die Parküberwachung. (Sascha Kesseler)
  • Innovations agricoles, transformations sociales et implications sur la phytodiversité. Cas de la production cotonnière à Ouassa-Péhunco (Nord-Ouest-Bénin). (Cather Nansounon)
  • Der Parc W als Feld politischer Interaktionen: Akteure, Ressourcen, Konflikte. (Bianca Volk)



Abgeschlossene Promotionen:

  • La sécurité foncière comme compétence politique. Institutions, normes sociales et accès aux ressources naturelles au Gourma (Burkina Faso). (Gabin Korbéogo)
  • Heiltraditionen und Biodiversität. Die ökologischen und soziokulturellen Bedingungen der ‘traditionellen’ Gesundheitsversorgung der Baatombu Nordbenins. (Annika Mannah)



Studienprojekte:

  • Die Bedeutung der Kleintierjagd in der Region um den Pendjari Nationalpark, Benin. (Susanne Hahn)
  • Politische Interaktion und Aushandlungsprozesse zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Stakeholdern im Biosphärenreservat „Parc W“, Nordbenin. (Barbara Löhde)
  • Gestaltung und Anwendung von Recht im Biosphärenreservat Pendjari, Benin. Konflikte und Aushandlungsprozesse zwischen Lokalbevölkerung und Vertretern staatlicher Institutionen. (Fiene Wolf)