Theologische Fakultät

Geschichte

Göttingen ist einer der herausragenden und traditionellen Standorte für die Kulturen und Sprachen des christlichen Orients. Seit 1962 besteht eine Professur für die Kirchengeschichte des Orients mit dem Schwerpunkt auf der syrischen Kirchengeschichte. Diese knüpft an die Göttinger Tradition an, die mit Johann David Michaelis und Paul de Lagarde verbundene ist.

Professor Werner Strothmann war von 1958 bis 1972 der erste Inhaber des Lehrstuhls für „Syrische Kirchengeschichte, insbesondere Einführung in die Lektüre des syrischen Bibeltextes“ an der Theologischen Fakultät in Göttingen. Zahlreiche Veröffentlichungen zur syrischen Literatur und Kirchengeschichte trugen dazu bei, dass das Fach Syrische Kirchengeschichte schon bald zu internationalem Ansehen gelangte. Zu nennen sind hierbei vor allem seine Studien und Texteditionen u. a. zu dem syrischen Bibeltext, zu den Schriften des Makarios/Symeon, Theodor von Mopsuestia, Johannes von Apamea, Dionysios Areopagita, Jakob von Sarug, Moses bar Kepha, Dionysios bar Salibi und Johannes von Mosul.

Prof. Strothmann war außerdem Initiator des „Göttinger Arbeitskreises für Syrische Kirchengeschichte“, und es gelang ihm, den christlichen Orient in den Sonderforschungsbereich Orientalistik (getragen von der DFG) mit einzubringen.

Sein Nachfolger war von 1975 bis 1981 Wolfgang Hage als Professor für „Orientalische (insbesondere syrische) Kirchengeschichte“ mit einem Forschungsschwerpunkt zum zentralasiatischen Christentum und zur Geschichte der Syrischen Orthodoxen Kirche, sowie der Thomaschristenheit.

Ab 1984 übernahm Professor Jouko Martikainen die Leitung des Lehrstuhls. Die Forschungen des gebürtigen Finnen konzentrierten sich auf Ephraem dem Syrer, Philoxenos von Mabbug und Johannes I. Sedra.

Zum Wintersemester 2001 wurde die Verwaltung des Lehrstuhls für Orientalische Kirchengeschichte von Professor Martin Tamcke übernommen und dem Institut für Ökumenische Theologie angegliedert.

Mit einer zusätzlichen Erweiterung um einen missionsgeschichtlichen Schwerpunkt gelangte das heutige "Institut für Ökumenische Theologie und Orientalische Kirchen- und Missionsgeschichte " zu seiner derzeitigen thematischen Gestalt und seinem Alleinstellungsmerkmal auf diesem Gebiet.