Forschungstätigkeiten:


Betriebswirtschaftliche Konsequenzen der EU-Agrarreform

Analysen zum Handel von Zahlungsansprüchen

Landwirtschaftliches Steuerrecht vor dem Hintergrund der EU-Agrarreform

Betriebswirtschaftliche Aspekte der Bioenergieproduktion in der Landwirtschaft

Ansprechpartner: Enno Bahrs
Telefon (Uni): 0049 (0) 551/39-4843
Zimmer: 2119
ebahrs(at)gwdg.de



Möglichkeiten einer aktualisierten Bodenschätzung sowie daraus resultierende betriebswirtschaftliche Implikationen

Die Bodenschätzung der landwirtschaftlich genutzten Flächen ist eine Synthese aus naturwissenschaftlicher Klassifizierung nach bodenkundlichen Merkmalen und ökonomischer Bewertung nach der Ertragsfähigkeit. In einem vergleichenden Verfahren werden die Ertragsunterschiede, die auf natürliche Bedingungen zurückzuführen sind, anhand von Reinertragsverhältnissen bewertet. Ertragsunterschiede aufgrund wirtschaftlicher Bedingungen bleiben außer Betracht, so dass diese konstant gehalten werden.

Die Grundlagen für die Bodenschätzung stammen aus den 20er und 30er des letzten Jahrhunderts. Mit dem technischen Fortschritt hat sich die Ertragsfähigkeit einzelner Regionen in Deutschland seither verschoben, so dass eine Aktualisierung der Bodenschätzung notwendig geworden ist. Insbesondere durch eine Neubewertung der klimatischen Verhältnisse in Bezug auf die Reinertragsverhältnisse ist eine Anpassung an aktuelle Rahmenbedingungen mit geringen Transaktionskosten für die Finanzverwaltung möglich.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens werden daher bodenartspezifische Klimarahmen entwickelt, die die Reinertragsunterschiede aufgrund klimatischer Bedingungen berücksichtigen. Die Analyse des Einflusses der klimatischen Verhältnisse auf die Ertragsfähigkeit in Deutschland wird anhand konstruierter Reinerträge auf Landkreisebene durchgeführt, um die nicht-klimatischen Einflussfaktoren zu reduzieren. Die Datengrundlage bilden insbesondere Klima-, Naturalertrags- und Bodendaten. Für die wirtschaftlichen Bedingungen werden mittlere Verhältnisse angenommen, die sich aus den Statistiken für die deutschen, landwirtschaftlichen Betriebe ergeben. Mit Hilfe eines Geoinformationssystems können die Ausgangsdaten und die Ergebnisse räumlich dargestellt und analysiert werden.

Für die Anwendung der Klimarahmen in der Bodenschätzung sind sowohl die rechtlichen als auch die administrativen Rahmengedingungen zu berücksichtigen. Die Auswirkungen einer Aktualisierung der Bodenschätzung machen sich jedoch nicht nur im steuerlichen Bereich (z.B. Grundsteuer, Erbschaftsteuer), sondern auch in zahlreichen außersteuerlichen Anwendungsbereichen (z.B. Flurbereinigung, Kaufpreissammlungen, Boden- und Hochwasserschutz) bemerkbar.

Kontakt: Insa Rust
Telefon (Uni): 0551/394854
Zimmer: 2121
irust(at)gwdg.de



Anreizkompatible Beschäftigungs- und Lohnsysteme in der Landwirtschaft

Die Gestaltung von anreizkompatiblen Beschäftigungs- und Lohnsystemen wird in der ökonomischen Forschung kontrovers diskutiert. Personalökonomische Fragestellungen sind in der agrarökonomischen Forschung in Deutschland bisher wenig bearbeitet worden. Eine Besonderheit der Landwirtschaft ist die Abhängigkeit der Produktion von klimatischen und biologischen Gegebenheiten. Da Arbeitsabläufe weniger automatisierbar und in ihrem Ergebnis schlechter kontrollierbar sind als zum Beispiel in der industriellen Fertigung, stellen sich andere Anforderungen an die Gestaltung von Entlohnungssystemen als in anderen Industrien. Ziel des Dissertationsvorhabens ist es zunächst eine Bestandsaufnahme der Gestaltung von Beschäftigungs- und Lohnsystemen in der Landwirtschaft zu machen. Durch qualitative und quantitative Befragungsansätze soll zunächst der Status Quo in den landwirtschaftlichen Betrieben erhoben und persönliche Erfahrungen der Betriebsleiter erfasst werden. Die Ergebnisse der Befragung sollen u. a. vor dem theoretischen Hintergrund der Principal-Agent-Theorie diskutiert werden. Verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse aus der Motivationsforschung werden in die Analyse integriert.

Kontakt: Zazie von Davier
Telefon (Uni): 0551/394858
Zimmer: 2107
zdavier(at)gwdg.de



Möglichkeiten des Steuerrechts zur Förderung des ökologischen Landbaus – ein Ko-Instrument für eine effizientere Förderung?

In Deutschland (und in der EU) wird den ökologisch wirtschaftenden Landwirten ein breites Förderspektrum offeriert. Dazu zählen u.a. die einzelbetriebliche Investitionsförderung, Kontrollkostenzuschüsse sowie Maßnahmen in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Absatzförderung. Die Flächenprämien nach VO (EG) 1257/99, die den ökologisch wirtschaftenden Betrieben gewährt werden, sind jedoch von ihrem finanziellen Umfang her am bedeutsamsten. Je nach Flächennutzungsart (Grünland, Ackerland, Gemüse oder Dauerkulturen) und je nach Bundesland werden in Deutschland unterschiedliche Prämien pro Hektar gezahlt. Dabei sind die Prämien während der Umstellungsphase häufig höher als in der Zeit danach. Allerdings sind die Prämien für die einzelnen Flächennutzungsarten innerhalb eines Bundeslandes konstant. Es erfolgt mithin keine Förderung gemäß der individuellen Grenzkosten wie es die VO (EG) 1257/99 vorsieht. Damit kann das Potential der Mitnahmeeffekte dieser Förderung sehr hoch sein. Die Fördermittel würden somit nicht effizient eingesetzt. Eine hohe Fördereffizienz sollte aber in Anbetracht knapper Fördermittel und der gleichzeitig politisch angestrebten Ausdehnung des ökologischen Landbaus ein bedeutsames Ziel sein.

Mitnahmeeffekte könnten durch eine angemessene Prämiendifferenzierung reduziert werden, indem eine individuelle, Kosten orientierte Prämie gewährt wird. Sie erfordert jedoch die Kenntnis der individuellen Grenzkosten bei den zu fördernden Landwirten. Da diese Grenzkosten lediglich mit sehr hohen Administrationskosten in Erfahrung zu bringen sind, wurde diese Option bislang nicht genutzt. An dieser Stelle könnte das Steuerrecht eine hilfreiche Unterstützung bieten. Aufgrund der Anknüpfung des Steuertatbestands an die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen könnte das Steuerrecht geeignet sein, eine Förderung des ökologischen Landbaus zu flankieren. Somit würden das Steuerrecht und die dazugehörigen Gewinnermittlungsvorschriften (als Leistungsfähigkeitsindikator) nicht allein als Fiskalnorm fungieren, sondern auch zur Lenkung spezifischer wirtschaftlicher Ziele eingesetzt werden.

Kontakt: Jobst-Hendrik Held
Telefon (Uni): 0551/394852 oder 0179/3252605
Zimmer: 2129
jheld1(at)gwdg.de



Benchmarks im Zuckerrübenanbau – empirische Analysen anhand von Vollkostenrechnungen

Veränderte Rahmenbedingungen im Zuckerrübenanbau haben seine absolute Vorzüglichkeit reduziert. Somit besteht große Motivation bei den Betriebsleitern, bestehende Kostenreduktionspotenziale zu realisieren. Ausgehend von mehr als 100 Zuckerrüben anbauenden Unternehmen im gesamten Bundesgebiet soll versucht werden, Kosteneinsparungspotentiale im Zuckerrübenanbau aufzudecken und Kostensenkungsziele sowie mögliche Wege zu deren Erreichung aufzuzeigen. Grundlage dafür sind auf Vollkostenrechnungen aufbauende Benchmarkanalysen. Dabei werden auch multivariate Analysemethoden (z.B. Cluster- und/oder Faktorenanalyse) eingesetzt, um Benchmarks und Ursachen für deren Erreichung zu ermitteln.

Die Arbeit ist in das Verbundprojekt „Umweltwirkungen im Zuckerrübenanbau“ des Instituts für Zuckerrübenforschung eingegliedert. Ziel ist dabei, die betriebswirtschaftlichen Analysen auch im Kontext der zukünftig noch stärker im Fokus stehenden Umweltwirkungen des Zuckerrübenanbaus zu betrachten.

Kontakt: Jörn Uwe Starcke
Telefon (Uni): 0551/394854 oder 0163/6310931
Zimmer: 2121
Joern-Uwe.Starcke(at)agr.uni-goettingen.de



Wettbewerbspotenziale der Biogasproduktion

Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2004 hat eine starke Ausweitung der Biogasproduktion auf Basis nachwachsender Rohstoffe (NawaRo) ausgelöst. Überdurchschnittlich gut geführte Biogasanlagen bieten durch die aktuelle Gestaltung der Vergütungssätze ein erhebliches Wertschöpfungspotenzial. Vor dem Hintergrund der z. T. erheblichen Kostendegression bei den Investitionskosten aber der Kostenprogression der Substratbeschaffung stellt sich dabei mehr und mehr die Frage, an welchen Standorten eine Ausweitung der Biogasproduktion sinnvoll ist. Neben der allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit der Biogasproduktion sollen im Rahmen der Forschungstätigkeiten u. a. Standortfragen näher betrachtet werden.

Kontakt: Jochen Thiering
Telefon (Uni): 0551/394843
Zimmer: 2119
Jochen.Thiering(at)agr.uni-goettingen.de