Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung
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Laufende Forschungsvorhaben

Als Leiter der Forschungsstelle Nachhaltige Entwicklung, Vorstandsmitglied des Zentrums für Landwirtschaft und Umwelt sowie Mitglied des Zentrums für Naturschutz verfügt Prof. Marggraf über langjährige Erfahrungen mit Projekten, in denen Natur- und Gesellschaftswissenschaftler zusammenarbeiten. Im folgenden sind nur die größeren Forschungskooperationen aufgeführt, die sich aus Natur- und Gesellschaftswissenschaften zusammensetzen.

Alechile
Der Einsatz ökonomischer Instrumente für die Entwicklung nachhaltiger Bewirtschaftungssysteme in Chile (DAAD-Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität Talca/Chile, Projektleitung).

Euroforex
(Cost Action der EU, deutscher Vertreter)

Biodiversität und räumliche Komplexität in Agrarlandschaften unter Global Change
(BMBF-Projekt von sieben Hochschullehrern der Fakultät für Agrarwissenschaften, Göttingen, der Fakultät für Biologie, Gießen und des Umweltforschungszentrums Halle, Leitung der Göttinger Gruppe, Durchführung der Teilprojekte: ‚Ergebnisorientierte Honorierung ökologischer Leistungen der Landwirtschaft‘, ‚Produktionswert der Biodiversität‘, ‚Nutzungsunabhängige Wertkomponenten biologischer Ressourcen‘)

Zukünftige Schwerpunkte der Biodiversitätsforschung in Deutschland
(BMBF-Projekt, Beteiligung von sechs Wissenschaftlern (Biologen, Juristen, Ökonomen) aus Deutschland und der Schweiz, Durchführung des Teilprojekts: ‚Ökonomische Aspekte der Biodiversitätsbewertung‘)

EU-STRING II (Southwestern Baltic Sea Transregional Area Implementing New Geography)
(Teilprojekt zu Indikatoren für das Integrated Coastal Zone Management (ICZM), Auftraggeber MUNL Schleswig-Holstein)

Randstreifen als Strukturelemente in der intensiv genutzten Agrarlandschaft
(DBU-Projekt, Beteiligung von drei Wissenschaftlern der Fakultät für Agrarwissenschaften)

Das Bioenergiedorf – Voraussetzungen und Folgen einer eigenständigen Wärme- und Stromversorgung durch Biomasse
(BMELF-Projekt von sechs Hochschullehrern aus vier Fakultäten der Universität Göttingen und Kassel, Durchführung des Teilprojekts: ‚Energetische Biomassenutzung als Beitrag zur Einkommenssicherung der Landwirtschaft‘)

Minimierung der Eutrophierung im Chao-See, Provinz Anhui, China
(BMBF-Projekt mit dem Anhui Institut für Environmental Science, der Technischen Universität Braunschweig und dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin)

Bewertung biologischer Vielfalt unter der Perspektive des Ökosystemansatzes der Biodiversitätskonvention am Beispiel der südchilenischen Insel Navarino (Feuerland)
(BMBF-Projekt mit Hochschullehrern des Umweltforschungszentrums Halle-Leipzig und chilenischer Universitäten.)

Graduiertenkolleg „Wertschätzung und Erhaltung von Biodiversität“
(Auslauffinanzierung bis 9/2004)
Wahrnehmung der Sprecherfunktion, Beteiligung von 12 Hochschullehrern aus 7 Fakultäten der Universität Göttingen, Durchführung der Teilprojekte: ‚Internationaler ökonomischer Wert biologischer Vielfalt‘ und ‚Nutzen-Kosten-Analyse als Entscheidungshilfe im Naturschutz‘)

Graduiertenkolleg „Interdisziplinäre Umweltgeschichte“
Vorstandsmitglied des Graduiertenkollegs, Beteiligung von elf Hochschullehrern aus sieben Fakultäten, Durchführung des Teilprojekts „Theorie und Praxis staatlicher Ressourcennutzung im Übergang zur Moderne“.

Sonderforschungsbereich „Stabilität von Randzonen tropischer Regenwälder in Indonesien“
Durchführung des Teilprojekts „Biologische Vielfalt der Regenwald-Randgebiete als ökonomisches Gut.

Graduiertenkolleg „Die Bedeutung der Biodiversität für Stoffkreisläufe und biotische Interaktionen in temperaten Laubwäldern“ (ab 4/2005)
Durchführung des Teilprojekts „Ökonomische Wertschätzung von Ökosystem-Dienstleistungen und Biodiversität“.

Darstellung einzelner Forschungsvorhaben:

Lehrbuch zur Nutzen-Kosten-Analyse und ökonomischen Politikbewertung Bd. II
Fertigstellung des zweiten Bandes eines Lehrbuchs, der sich schwerpunktmäßig mit den Verfahrenstechniken praktischer Projekt- (= konstante Preise) und Politikbewertung (= Preisänderungen) befaßt, wobei auch die Verfahren der Bewertung von Umweltänderungen dargestellt werden.

Ergebnisorientierte Honorierung ökologischer Leistungen der Landwirtschaft

In diesem Projekt wird ein ergebnisorientiertes Honorierungssystem für den Bereich pflanzliche Biodiversität entwickelt. In Zusammenarbeit mit Naturwissenschaftlern werden theoretische Grundlagen erarbeitet und Probleme einer praktischen Umsetzung gelöst. Regionale Differenzierungen dienen dabei als Prüffaktoren. In einem partizipatorischen Ansatz werden Fragen der Akzeptanz des Konzeptes bei Landwirten und Nicht-Landwirten beantwortet.

Ökonomische Naturbewertung und neoklassische Wohlfahrtsökonomie

Überprüft wird die Kompatibilität der Konzepte der ökonomischen Naturbewertung mit den Prinzipien der effizienzorientierten Wohlfahrtsökonomie.

BIOKONCHIL: Ökonomische Bewertung biologischer Vielfalt im Rahmen des CBD Ecosystem Approach

Die Insel Navarino gehört zum Kap Horn Archipel und zeichnet sich durch einen nahezu ungestörten Nothofagus-Urwald aus. Das interdisziplinäre BMBF-BioTeam Projekt umfasst Arbeitsgruppen aus Ökologie, Umweltethik und Umweltökonomik. Anhand der Fallstudie soll eine integrierte Methodik zur Erhebung, Aufbereitung und Anwendung von Bewertungsgrundlagen für die Implementation des Ecosystem Approach der Konvention für biologische Vielfalt (CBD) erarbeitet werden. Die Göttinger Gruppe setzt ein Choice Experiment (CE) zur Bestimmung der ökonomischen Wertschätzung der biologischen Vielfalt der Insel ein. Die Ergebnisse des Choice Experiments fließen in eine Kosten-Nutzen-Analyse möglicher Entwicklungsszenarien ein. Grundlagen-orientierte Bearbeitungsschwerpunkte betreffen (i) die Relevanz von „Naturbildern“ für die Stabilisierung und Änderung ökonomischer Präferenzen, (ii) die Einsatzmöglichkeiten von CE für die Erhebung von Existenzwerten sowie (iii) die wissenschaftstheoretische Stellung umweltökonomischer Information in partizipativen Entscheidungsprozessen. (Bearbeiter: Cerda, Barkmann, Voss, Marggraf)

STORMA: Biologische Vielfalt der Regenwald-Randzone als ökonomisches Gut

Die Biodiversitätskonvention (CBD) erkennt die Bedeutung ökonomischer Vorgänge für effiziente und sozial ausgewogene Schutzstrategien explizit an. Wegen des herausragenden Beitrags zur globalen biologischen Diversität ist der Schutz des Regenwaldes in Zentral-Sulawesi (Indonesien) ein wichtiger Anwendungsfall solcher Schutzstrategien. Innerhalb des deutsch-indonesischen Sonderforschungsbereichs 552 zielen wir auf einen Erkenntniszuwachs im Bereich der regionalen ökonomischen Wertschätzung der Biodiversität. Die Untersuchung berücksichtigt die Arten- und die Ökosystemebene und direkte, indirekte und nicht-nutzungsabhängige Wertschätzungen biologischer Vielfalt. In der Untersuchung wird ein Choice Experiment (CE) eingesetzt. Diese Technik erlaubt die gleichzeitige (marginale) Bewertung mehrerer Eigenschaften komplexer Handlungsoptionen und kommt somit den Anforderungen an eine realistische ökonomische Evaluation von Ressourcennutzungs- oder Naturschutzstrategien entgegen. Im Vordergrund steht die Untersuchung von Werten, die funktionale und ökoystemare Aspekte der Biodiversität zum Gegenstand haben und sich somit auf einen Bereich prioritären Forschungsbedarfs für Bewertungen mit Stated Preference-Methoden beziehen. (Bearbeiter: Glenk, Barkmann, Marggraf)

Institutionelle und ökonomische Voraussetzungen für den Schutz biologischer Diversität in Chile

Die Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) führt institutionelle Neuerungen im Hinblick auf biologische und genetische Ressourcen ein, die eine nachhaltige Entwicklung fördern sollen. Zu zwei neuen ökonomischen Neuerungen wird in einem von DAAD und CONICYT-geförderten Projekt (ALECHILE) gearbeitet. So sind durch die CBD nationale Eigentumsrechte an genetischen Ressourcen etabliert worden. Diese Eigentumsrechte sollen durch Access & Benefit Sharing (ABS)-Verträge zu einer ökonomisch effizienteren Nutzung genetischer Ressourcen und zu einem verbesserten Schutz biologischer Vielfalt führen. Mit einer institutionsökonomischen Analyse wird überprüft, welche Voraussetzungen für die Entwicklung eines Markts für genetische Ressourcen in Chile, der die Ziele der CBD befördert, vorhanden sind. In Zusammenarbeit mit der Universität Talca (Chile), dem Institut für Forstökonomie und dem Institut für Rurale Entwicklung der Georg-August-Universität werden umweltökonomische Untersuchungen zur regionalen Zahlungsbereitschaft für den Schutz biologischer Vielfalt, den abiotischen Ressourcenschutz, zur Risikowahrnehmung sowie zu Auktionsverfahren als Instrument zum Schutzes von Nothofagus alessandri durchgeführt. (Bearbeiter/innen: Krebs, Barkmann, Huenchuleo, Schollenberg, Marggraf)

Umweltökonomik und Umweltbildungsforschung

Zwischen der Umwelt- und Ressourcenökonomik und der Umweltbildungsforschung gibt es eine Reihe struktureller Berührungspunkte. Es ist beispielsweise Aufgabe der Umweltbildung, Kompetenzen zur Bewältigung der komplexen Bewertungs- und Entscheidungsprobleme in Fragen des Umwelt-, Natur- und Biodiversitätsschutzes zu vermitteln. Das Potenzial ökonomischer Ansätze für die Bewältigung entsprechenderer Entscheidungsprobleme ist jedoch in Pädagogik und Didaktik weitgehend ungenutzt. In Zusammenarbeit mit der Abt. für die Didaktik der Biologie (Prof. Bögeholz, Biologische Fakultät) werden ökonomische Ansätze sowohl in den nationalen Bildungsstandards als auch in der internationalen Diskussion um die Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung verankert (Präsentation Barkmann 2004/UBath). (Bearbeiter: Barkmann)

Ökologische Riskovorsorge als ökonomisches Gut

Innerhalb der biologischen Biodiversitätsforschung bildet sich in den letzten Jahren ein Konsens dahin gehend aus, dass sich die Artendiversität stabilisierend auf zentrale Prozesse des Stoff- und Energiehaushalts auswirkt (Insurance Hypothesis). Zusammen mit wenigen anderen Faktoren der Selbstorganisationsfähigkeit ökologischer Systeme erstreckt sich die Vorsorgewirkung der biologischen Information auch auf noch unbekannte Gefährdungen essenzieller Komponenten des Naturkapitals („primary values“). In diesem Vorhaben werden sowohl konzeptionelle Grundlagenfragen der Ökologischen Riskovorsorge als ökonomisches Gut untersucht als auch der erstmalige Versuch unternommen, Zahlungsbereitschaften für eine ökologische Vorsorge vor unbekannten Gefährdungen essenzieller Komponenten des Naturkapitals nachzuweisen. Die empirischen Arbeiten erfolgen im Rahmen von STORMA (s. 6.2.5) und BIOKONCHIL (s. 6.2.4) sowie ab 1. April 2005 schwerpunktmäßig im DFG-Graduiertenkolleg 1086 „Ökosystemare Funktionen in temperaten Laubwäldern unterschiedlicher Baumartendiversität“. (Bearbeiter: Barkmann, Rajmis, Witte, Cerda, Marggraf)

Bilan Prospectif

Ziel dieses Projekts ist es, auf Basis der neu entstandenen Meeresschutzgebiete die Evolution von Küstengebieten westafrikanischer Länder langfristig zu analysieren und gleichzeitig einen Rahmen für eine integrierte Planung und Management der Küstengebiete zwischen den westafrikanischen Ländern zu entwickeln. Es ist ein Bestandteil des regionalen Programms für die Erhaltung des Meeres- und Küstengebietes („Programme Régional de Conservation de la Zone Côtière et Marine“, PRCM) und wird unterstützt unter anderem von folgenden internationalen Organisationen: FIBA (Fondation Internationale pour le Banc d´Argin), UICN, UNESCO, Wetlands International und WWF. Dieses Projekt besteht aus folgenden Hauptachsen:


  1. Methodologie, räumliche Repräsentation, Statistik und Datenbank (SIG bzw. GIS);
  2. Theorie und Komplexitäts-, Simulations- und Realitäts-Modelle;
  3. Küstendynamik und menschlicher Einfluss und assoziierte Risiken;
  4. Dynamik der land- und forstwirtschaftlichen Aktivitäten im besonderen Fall der Nutzung der Mangrovenwälder;
  5. Dynamik der Fischerei-Ressourcen;
  6. Dynamik der Urbanisierung und Infrastrukturbau, und
  7. Dynamik der touristischen Entwicklung und ihre Auswirkung auf die Umwelt, Ressourcen und ökonomischen Aktivitäten.
    Herr Said sichert die Koordinierung der Achse vier (4), wobei Experten aus Senegal, Guinea-Bissau, Gambia, Guinea-Conakry und Mauretanien teilnehmen. (Bearbeiter: Said)

Influences of collective ‘Images of Nature’ on preferences for nature-related tourism services and destination choice in Southwestern China

The project studies sustainable tourism development from the consumer or demand side. It goes far beyond marketing-type investigations because we investigate the deeper cultural motivations that make tourists choose nature- or landscape-related travel destinations with ‘sustainable’ features. Economically, these deeper cultural motivations express behavioral traces as they influence preferences on destination choice. In its first phase, the project focuses on qualitatively understanding the decision-making processes of domestic Chinese consumers. In the second project phase, a quantitative assessment of the preferences will be carried out and related to attitudinal data on subjective images of nature. The project is carried out in collaboration with the Chinese Academy of Sciences, Institue of Geography, Center for Sustainable Tourism Development, Bejing, and Sichuan University, Chengdu. (Bearbeiter: Yan, Barkmann)

Untersuchung des Risikoverhaltens deutscher Landwirte anhand der Erntemehrgefahrenversicherung

Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Risikoverhalten von Landwirten zu untersuchen und festzustellen, wie Landwirte auf die Einführung einer Mehrgefahrenversicherung reagieren würden. Hierbei stellt sich vor allem die Frage, wovon der Abschluß einer Erntemehrgefahrenversicherung abhängt und ob sich Landwirte in Bezug auf ihr Risikoverhalten in Gruppen einteilen lassen. Um dieses Ziel zu erreichen , wird unter Anwendung der Grounded Theory eine qualitative Befragung zum Risikoverhalten von Landwirten durchgeführt. (VON ALTEN)

Glück in den Wirtschaftswissenschaften von 1750 bis in die Gegenwart

Untersuchung des Verhältnisses von Natur bzw. natürlicher Umwelt und Glück, Glückseligkeit, Wohlfahrt bzw. subjektivem Wohlbefinden. Dazu werden zwei Zeiträume gegenübergestellt. Dabei handelt es sich zum einen um den Kameralismus (ab 1750) und die empirische Glücksforschung (etwa der letzten 20 Jahre). (CORTEKAR)

Naturschutz in der Agrarlandschaft: Konflikte, Instrumente, Akteure

DBU-Projektverbund Naturschutz in der intensiv genutzten Agrarlandschaft, „Lebensraum Börde“. Teilprojekt „Randstreifen als Strukturelemente in der intensiv genutzten Agrarlandschaft im Landkreis Wolfenbüttel“. (FREESE)

Fraternity & Development: The role of social capital endowment at the community and household level in the context of agrarian reform policies in Honduras

Differences in economic development, measured through income, efficiency and productivity, whether at the level of the individual or household cannot be explained fully by ”traditional” inputs such as labour, land tenure, and physical capital. Together with traditional inputs, a growing attention is given to the role of “social capital” in affecting the well being of households and the level of development of communities.
The objective of the thesis is to investigate experimentally through qualitative (history, norms, policies, social relationships, ethnic backgrounds, dynamics of local associations) and quantitative (household surveys and questionnaire data sets) analysis the role of social capital endowment at the community and/or household level in the context of agrarian reform policies in Honduras during the last 10 years. (FERNANDEZ)

Ausschreibungen zur ergebnisorientierten Honorierung ökologischer Leistungen – Eine transaktionskostenökonomische Analyse

Die Dissertation ist in das seit Januar 2004 praktische umgesetzte und vom BMBF geförderte BIOPLEX-Projekt „Ergebnisorientierte Honorierung ökologischer Leistungen der Landwirtschaft“ eingebunden. Ein wesentliches Ziel des Projektes besteht darin, die mangelnde ökonomische Effizienz und Legitimation aktueller Agrarumweltprogramme – in Form einer überwiegend handlungsorientierten Honorierung ökologischer Leistungen der Landwirtschaft durch die Zahlung einheitlicher Prämien – zu überwinden. Dazu wird der Ansatz einer ergebnisorientierten Honorierung ökologischer Leistungen durch den Einsatz eines Ausschreibungsverfahrens verfolgt. Somit besteht eine unmittelbare Orientierung der Honorierung von Landwirten an dem von ihnen erbrachten ökologischem Nutzen und an den jeweiligen individuellen Kostenstrukturen und Produktionsbedingungen. Dies lässt einen effizienteren und leistungsbezogeneren Einsatz knapper öffentlicher Mittel als mit einer einheitlichen Prämie erwarten. Im Rahmen der Arbeit steht die Erprobung und Analyse von Ausschreibungen zur Honorierung ökologischer Leistungen und die Ermittlung der für die Landwirte mit der Teilnahme am Ausschreibungsverfahren verbundenen Transaktionskosten im Mittelpunkt. Neben der Bewertung von Ausschreibungen an Hand von Transaktionskosten werden zudem praktische Erkenntnisse und Auswirkungen möglicher Preisabsprachen unter den Landwirten herangezogen. Unter Bezug auf diese empirischen Erkenntnissen gilt es dann entsprechende Rückschlüsse sowohl auf die praktische Relevanz als auch auf die theoretischen Grundlagen von Ausschreibungen und der Transaktionskostenökonomik zu ziehen. Die bisher gesammelten praktischen Ergebnisse der Umsetzungsphase zeigen, dass seitens der Landwirte eine hohe Teilnahmebereitschaft und Akzeptanz für eine derartige Honorierung ihrer Leistungen vorhanden ist und es auch in der Praxis zu den theoretisch erwarteten sehr differenzierten Angebotspreisen gekommen ist. Hinsichtlich der mit der Teilnahme am Ausschreibungsverfahren verbundenen Transaktionskosten der Landwirte sind unter Berücksichtigung der ersten Befragungsergebnisse durchschnittlich zumindest keine höheren Transaktionskosten als im Rahmen bisheriger Antragstellungen zu erwarten. Eine detaillierte ökonomische Bewertung des praktischen Einsatzes von Ausschreibungen wird im Verlauf der Umsetzungsphase in Form einer umfangreichen Transaktionskostenstudie erfolgen. (GROTH)

Institutionelle und ökonomische Vorraussetzungen für die Entwicklung eines Marktes an genetischen Ressourcen in Chile durch die Implementierung ökonomischer Instrumente aus dem internationalen Abkommen der CBD

Ausgehend von einer Betrachtung der Entwicklungen im internationalen Natur- und Umweltschutz, wird in dieser Arbeit der Einfluss der bei der UN-Konferenz in Rio 1992 verabschiedeten Biodiversitätskonvention (Convention on Biodiversity, CBD) auf den nationalen Umgang der Nutzung genetischer Ressourcen in Chile untersucht. Die Biodiversitätskonvention basiert auf einem Fundament, welches die Bedeutung eines ökonomischen Ansatzes zur Erreichung des Biodiversitätsschutzes verankert. In dieser Studie soll speziell auf den ökonomischen Ansatz der CBD eingegangen werden und seine Bedeutung für den Wandel im Umgang mit genetischen Ressourcen untersucht werden. Dieser zeigt sich besonders deutlich im Mechanismus des ABS (Access & Benefit Sharing), wobei es in dieser Arbeit vordergründlich um die Ausgestaltung der Verfügungsrechte geht. Mit einer Analyse der individuellen und instrumentellen Voraussetzungen soll überprüft werden, wie sich der Markt für genetische Ressourcen in Chile unter Einfluss des ABS entwickelt. Die Untersuchung basiert auf Annahmen aus der Institutionsökonomie und wird durch themennahe Wissenschaften ergänzt. Es werden die Akzeptanz und das Entwicklungspotential der unterschiedlichen Akteursgruppen für den ökonomischen Ansatz untersucht. Hierzu zählen, wie der Ansatz verstanden und eingeschätzt wird und wo mögliche Schwierigkeiten für die Umsetzung ökonomischer Instrumente/Prinzipien liegen können. Des weiteren soll unter marktanalytischen Gesichtspunkten eine Einschätzung vorgenommen werden, wie der marktwirtschaftliche Umgang an genetischen und biologischen Ressourcen in Chile eingeschätzt wird. Chile stellt gerade durch seine Position als lateinamerikanisches Land mit einer stark ökonomisch ausgerichtete Politik und hoher biologischer Vielfalt ein interessantes Untersuchungsland für diese Fragestellung dar. (KREBS)

Merit Goods and the norm of Consumer Sovereignty - An analysis of preferences and participatory processes considering as example ecological goods

1. Untersuchung, ob ökologische Güter als meritorische Güter betrachtet werden können.
2. Ermittlung von Präferenzen für ökologische Güter
3. Überlegungen zur Einbindung der regionalen Bevölkerung in die Entscheidungen zur Bereitstellung meritorischer Güter bzw. ökologischer Güter (RÜFFER)

Nachhaltige Nutzung der Mangrovenwälder Guinea Bissaus – Sozioökonomische Ursachen der Degradierung und Kosten-Nutzen-Analyse im Hinblick auf die Erarbeitung einer Rahmenbedingung eines Managementplans für Mangrovenwälder in dem Biosphärenreservat Bolama-Bijagós

In diesem Forschungsvorhaben wird die Hypothese überprüft, daß die Nutzung der Mangrovenwälder Guinea Bissaus nicht nachhaltig ist, und daß die Erarbeitung eines Managementplans für Mangroven innerhalb des Biosphärenreservats Bolama-Bijagós aus gesamtgesellschaftlichen und ökonomischen Gründen erforderlich wäre. Zu diesem Zweck, als Entscheidungskriterien für ein nachhaltiges Management, werden der aktuell realisierte kommerzielle Wert der Nutzung der Mangrovenwälder sowie die erwarteten Managementkosten ermittelt und mit dem ökonomischen Wert verglichen. Anschließend werden Rahmenbedingungen für den Managementplan für Mangroven im Biosphärenreservat Bolama-Bijagós entwickelt, dessen Implementierung zu einer rationalen In-Wert-Setzung des ökonomischen Wertes der Mangrovenwälder führen soll. Für die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen des Managementplans sowie zur Ermittlung der Finanzierungsmechanismen ist die Aufteilung des kommerziellen und ökonomischen Wertes auf verschiedene Bevölkerungsgruppen entscheidend. (SAID)

Establishing forest plantations in Patagonia? (northern Andes region of Argentine Patagonia)

Promoting afforestation has been proposed as an alternative to create employment and fight desertification in Patagonia, but the implementation of such a program requires to put into practice strategies making attractive this activity for landholders of soils suitable for forest activity. From the 70th the afforestation has been promoted at national level. Diverse incentives, initially under the form of tributary tax relief, later for grant of not returnable funds and at present by means of the application of refunds to the plantation together with tax benefits have been applied in order to increase the forest mass in the country, but without relative success in Patagonia. For achieving a higher rate of afforestation, it is necessary to know why landholders are not stimulated to establish forest plantations, in spite of the sectorial policies promoting it and Patagonia’s regional natural advantages. The objectives of landholders and the decision they make are critical to future timber supply. For that reason, the present study intent to answer the following research questions: 1) which are the principal causes why regional landholders do not invest in afforestation?; 2) if a new law of forest incentives fitting landholders economic needs is formulated, would they be willing to afforest?; and 3)will afforestation increase social regional welfare? (SPADAFORA)

Ausgaben, Finanzierung und neue Finanzierungsansätze des Naturschutzes in Deutschland

Das Argument einer unzureichenden Finanzmittelausstattung wird häufig mit als Grund für die „Erfolglosigkeit“ der bislang praktizierten Naturschutzpolitik angeführt und dementsprechend die Suche nach neuen Wegen der Naturschutzfinanzierung gefordert. Tatsächlich existieren jedoch noch nicht einmal gesamthafte und zugleich thematisch wie organisatorisch aufgeschlüsselte Zusammenstellungen der bislang  vorwiegend durch die öffentliche Hand  für naturschutzfachliche Aufgaben verausgabten Gelder. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es daher zum einen, im Rahmen einer Status quo-Analyse erstmalig die Höhe und Struktur der Naturschutzausgaben von Bund und Ländern zu ermitteln sowie die grundsätzlichen (institutionellen) Rahmenbedingungen für die Implementationschancen alternativer Finanzierungsinstrumente zu analysieren. Zum anderen wird der Frage nachgegangen, inwieweit die latente Zahlungsbereitschaft der Bevölkerung für die praktische Umsetzung des Naturschutzanliegens durch eine Stärkung des sog. Dritten Sektors in diesem Bereich nutzbar gemacht werden könnte und inwieweit dies wiederum mit einer Änderung institutioneller Gegebenheiten der derzeitigen Naturschutzpolitik einhergehen müßte. (STRATMANN)

Umweltökonomische Planungs- und Förderungsinstrumente zum Management von Wassereinzugsgebieten am Beispiel des Rio Guatiquia und des Rio Checua / Kolumbien

Die Feldphase des Forschungsvorhaben wurde aus Mitteln des Tropenökokologischen Begleitprogrammes (TÖB) gefördert und im Rahmen von zwei Projekten der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Kolumbien durchgeführt.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Stadt Villavicencio, am Fuß der Ostkordillere der Anden, im Einflußgebiet des Rio Guatiquia. Im dortigen Wassereinzugsgebiet führen große Höhenunterschiede (400-4000 m. ü. M.), die geomorphologische Instabilität, hohe und intensive Niederschläge, unangepaßte Landnutzung sowie Straßenbau zu Degradationsprozessen. Zu diesen zählen Wassererosion, Hangrutsche, Überschwemmungen und Sedimentation. Diese Situation führt u. a. zu einer stark unregelmäßigen Wasserversorgung in der Hauptstadt der Region. Gleichzeitig stand die Projektarbeit zum Ressourcenmanagement unter einem öffentlichen Rechtfertigungsdruck, zumal die natürlichen Schönheiten (einschließlich des Nationalparks im oberen Teil des Einzugsgebietes) auf Grund der Sicherheitslage für die Bevölkerung kaum zugänglich sind.
Das Einzugsgebiet des Rio Checua stellt das zweite Forschungsgebiet dar. Diese nördlich der Haupstadt Bogota, zwischen 2700 und 4000 m. ü. M. gelegene Region ist durch Kartoffelbau und Weidewirtschaft geprägt. Die höher gelegenen Regionen stellen mit einer Lagune ein bedeutendes Wasserreservoir von Bogota dar und versorgen über ein ländliches regionales Aquädukt einen Großteil der ländlichen Bevölkerung der Untersuchungsregion mit Trink- und Brauchwasser. Von den Höhenlagen abgesehen stellt das Projektgebiet jedoch eher eine Wasserdefizitregion dar. Eine Gefahr für die Wasserversorgung stellen neben saisonalen Engpässen der Schadstoffeintrag aus den Kohleminen sowie durch den intensiven Kartoffelanbau dar.
In beiden Projekten wurde eine kontingente Bewertungsstudie durchgeführt, in der jeweils mehrere Produkte bewertet werden: Zum einen eine verbesserte bzw. gesicherte Wasserversorgung mit Trink- und Brauchwasser, und zum anderen die Bewertung eines Umweltfonds zur Finanzierung von Maßnahmen des Ressourcenmanagements im Oberlauf des jeweiligen Einzugsgebietes. Die Ergebnisse der Studien fließen an beiden Standorten in die öffentliche Diskussion ein. Dadurch soll die öffentliche Meinung verstärkt in die Prioritätensetzung der mit Umweltmanagement betrauten lokalen Institutionen einfließen und somit ein Beitrag zur Demokratisierung von Entscheidungsprozessen geleistet werden. Der methodische und inhaltliche Vergleich der Ergebnisse der Studien bietet die Möglichkeit, dieses umweltökonomische Instrument in Bezug auf die Anwendungsmöglichkeiten in Projekten des Umwelt- und Ressourcenmanagements der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit zu diskutieren. (WATTENBACH)

Verbrauchereinstellungen zu Produktionssystemen und Herkunftsregionen von Lebensmitteln – Untersuchung am Beispiel der Region Oldenburger Münsterland

Im Rahmen dieses Vorhabens soll der Zusammenhang eines zunächst in seiner Differenziertheit unbekannten Images der Region ‚Oldenburger Münsterland‘ in Verbindung mit den Formen der Landbewirtschaftung, der Lebensmittelerzeugung und den zukünftigen Umweltanforderungen thematisiert werden. Dabei besteht die wissenschaftliche Problematik darin, daß derzeit keine gesicherten Aussagen darüber getroffen werden können, welchen Einfluß neben dem produktbezogenen Qualitätsbegriff die Herkunftsregion und die Produktionsprozesse auf das Image einer Region und auf einen nachgelagerten Vermarktungserfolg bei Lebensmitteln haben können. Konsumenten erwarten nach Aussage unterschiedlicher Autoren sichere und qualitativ hochwertige Lebensmittel mit nachvollziehbarer Herkunft  möglichst aus der Region. Aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklungen stützen diese Aussage. Somit kommt diesem Regionalitätscharakter vorab eine positive Bedeutung zu. Eine Einstellungsanalyse wird die Basis für diese Fragestellung darstellen. Darauf aufbauend wird der Produktbezug in die Arbeit integriert. Werden die Produktionsprozesse und -systeme in der Region als negativ wahrgenommen und werden Umweltmedien irreversibel geschädigt, dann sinkt der Stellenwert des Herkunftsgedankens im Verhältnis zum bestehenden Anspruch an einer transparenten Produktionsweise. Tierethik und Umweltschutz in allen Stufen der Produktion und Verarbeitung erhalten so eine zunehmend kaufbeeinflussende Bedeutung. (WILKING)





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