Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Glücklich selbstständig - Stefanie Möller berät Unternehmen in Sachen Kommunikation

Stefanie Möller stammt aus Löhne/ Ostwestfalen-Lippe. Nach ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau wollte sie eigentlich Betriebswirtschaftslehre in Münster studieren, doch die damalige Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) teilte ihr einen Platz in Göttingen zu. Bereut hat Stefanie Möller es nicht. Im Sommer 1997 schloss sie ihr Studium als Diplom-Kauffrau ab.


1) Aktuell verdienen Sie Ihr Geld als…?

Ich bin selbständig als PR- und Kommunikationsberaterin.


2) Wieso haben Sie sich dazu entschieden, als Selbstständige zu arbeiten? Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Nach meinem Studium bin ich mit der Perspektive Selbständigkeit in das Familienunternehmen meines Vaters eingestiegen. Die Selbständigkeit war mir von Kindheit an vertraut und so war es einfach, sich dafür zu entscheiden.

Nach einem Jahr als Assistentin der Geschäftsführung habe ich die Hälfte der Geschäftsanteile von meinem Onkel, der aus Altersgründen ausschied, gekauft und war ab diesem Zeitpunkt geschäftsführende Gesellschafterin – in einem Unternehmen mit etwa 70 Mitarbeitern und Verantwortung für die Bereiche Marketing, Finanzen, Organisation, EDV und Personal.

Nach einer sehr guten Unternehmensentwicklung bis zum Jahr 2000 folgte ab der Jahrtausendwende eine sehr schwierige Zeit für das Unternehmen. Ab 2002 waren tiefgreifende Sanierungsmaßnahmen notwendig, die dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und den Gesellschaftern viel abforderten. Leider waren die Sanierungsbemühungen nicht erfolgreich: Im Jahr 2005 habe ich für das Unternehmen Insolvenzantrag gestellt und den Betrieb bis Mitte 2006 abgewickelt.

Nach der hohen Belastung in der Sanierungsphase habe ich die Zeit danach für meine Familie und meine berufliche Neuorientierung genutzt: Mit einem Fernstudium Presse- und Öffentlichkeitsarbeit habe ich zusätzliches und neues, praxisorientiertes Wissen erworben und bin Anfang 2009 als PR- und Kommunikationsberaterin neu gestartet.

Für mich stand außer Frage, dass der Neustart wieder selbständig erfolgen sollte. Zudem gibt es in Ostwestfalen-Lippe begrenzt viele Unternehmen, die eine gut qualifizierte Frau mit zwei Kindern in einer interessanten Position in der Unternehmenskommunikation beschäftigen. Eine echte Alternative im Angestelltenverhältnis gab es also nicht.

Anfang 2009 begann meine zweite Selbständigkeit als PR- und Kommunikationsberaterin. Mit dieser Entscheidung und meinem „zweiten Leben“ in der Selbständigkeit bin ich sehr zufrieden. Es gelingt gut, Beruf und Familie zu vereinbaren, wenngleich es mit Kompromissen bei allen Beteiligten verbunden ist und viel Engagement, Verständnis und Organisation erfordert.


3) Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt?

Mein Berufseinstieg ist mir leicht gefallen. Ich hatte bereits einige Berufserfahrung aus meiner Ausbildung, der anschließenden Berufstätigkeit und aus mehreren Praktika, so dass ich mich schnell an die neue Situation gewöhnt habe.

Nach der Zeit des Studiums wollte ich unbedingt arbeiten und etwas bewegen, so dass die Umstellung auf die Berufstätigkeit für mich gerade zum richtigen Zeitpunkt kam.


4) Welche Schwerpunkte hatten Sie im BWL-Studium gewählt und inwiefern haben die im Studium erworbenen Fähigkeiten Sie auf die Praxis vorbereitet?

Meine Schwerpunkte waren Unternehmensrechnung/-leitung und Marketing. Das Wissen, das ich mir im Studium erarbeitet habe, hat mich ausgezeichnet auf meine Berufstätigkeit vorbereitet. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir Inhalte fremd sind oder ich nicht genug Hintergrundwissen hätte.

Heute stelle ich fest, dass die Inhalte meines Studiums teilweise veraltet sind. Glücklicherweise fällt es mir leicht, neue Inhalte aufzunehmen und mein Wissen laufend zu aktualisieren.

Im Studium habe ich es ehrlicherweise nicht bemerkt, heute stelle ich oft fest, dass ich viel mehr als Inhalte gelernt habe. Die Herangehensweise an Neues, die Recherche unbekannter Sachverhalte und die Auseinandersetzung mit neuem Wissen und Veränderungen habe ich auch im Studium gelernt, verbessert und „für’s Leben“ mitgenommen.


5) Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

An meine Studienzeit denke ich sehr gern zurück. Ich war wirklich zu Hause in Göttingen, habe dort viele Jahre im Verein Volleyball gespielt und hatte einen wunderbaren Freundeskreis. Zum Ende des Studiums habe ich meinen Ehemann in Göttingen kennen gelernt. Mit ihm bin ich seit über zehn Jahren glücklich verheiratet.

Die Stadt Göttingen hat mir von Anfang an sehr gefallen. Für mich hatte sie die ideale Größe – nicht zu klein, aber auch nicht zu groß und noch überschaubar. Das kulturelle Angebot war ausgezeichnet und sehr abwechslungsreich, das studentische Leben war spannend und bot bereits vor fast zwanzig Jahren sehr, sehr viel.

In Erinnerung geblieben sind mir die schönen Veranstaltungen und Orte aus meiner Studienzeit, die sportlichen Erfolge und Ereignisse und die Menschen, die ich in Göttingen kennen und lieben gelernt habe. Und ich denke oft an die Freiheit und Leichtigkeit des Studentenlebens zurück. Ich wünsche es mir nicht zurück – ich bin sehr glücklich mit meinem Leben – aber die Studienzeit hatte eine Stimmung und ein Flair, das leicht und beschwingt war und woran ich mich gern erinnere.


6) Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Die eigenen Ziele fest im Blick behalten und in wichtigen Momenten auf das Bauchgefühl vertrauen.