Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Dr. Salvatore Barbaro: Als Amtschef verantwortlich für alle Verwaltungsangelegenheiten des Finanzministeriums und ständiger Vertreter des Ministers

Dr. Salvatore Barbaro studierte von 1995 bis 2000 Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftspädagogik und Germanistik an der Georg-August-Universität Göttingen und wurde 2004 an der Professur für Finanzwissenschaft der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Prof. Dr. Robert Schwager) promoviert.


1) Was ist Ihre derzeitige Position? Beschreiben Sie bitte kurz Ihr Tätigkeitsgebiet.

Ich bin Staatssekretär im Finanzministerium des Landes Rheinland-Pfalz. Das bedeutet, dass ich als so genannter Amtschef verantwortlich für alle Verwaltungsangelegenheiten unserer Behörde bin. Ich bin auch ständiger Vertreter des Ministers. Das Aufgabenspektrum unseres Hauses ist sehr umfangreich: Wir stellen den Landeshaushalt auf und verwalten ihn. Wir sind zuständig für die Finanzämter und die Oberfinanzdirektion. Wir führen die Bauverwaltung, die in einem landeseigenen Betrieb organisiert ist. Wir steuern die Beteiligungen des Landes, wir führen Tarifverhandlungen und sind verantwortlich für die Besoldung der Beamten. Mit den anderen Bundesländern und dem Bund arbeiten wir unter anderem bei Veränderungen des Steuerrechts zusammen. Ich sitze in verschiedenen Verwaltungs- und Aufsichtsräten. Es ist eine sehr zeitintensive, sehr spannende Aufgabe.


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

  • 2001 - 2004
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Georg-August-Universität Göttingen, Professur für Finanzwissenschaft

  • 2004
    Honorary Associate an der Robert M. La Follette School of Public Affairs at the University of Wisconsin-Madison

  • 2004 - 2006
    Wissenschaftlicher Assistent an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Finanzwissenschaft

  • 2005
    Gastdozent an der SGH Warschau, Polen

  • 2006 - 2007
    Grundsatzreferent im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau im Ministerbüro

  • 2007 - 2008
    Vertretungsprofessor für Finanzwissenschaft, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

  • 2008
    Stellvertretender Zentralabteilungsleiter und Haushaltsbeauftragter im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur

  • seit 17. August 2010
    Staatssekretär im Ministerium der Finanzen


  • 3) Wie kam es zum Wechsel von der Wissenschaft zur Politik?

    Das war purer Zufall. Ich wurde an der Uni Mainz von meinem derzeitigen Chef angesprochen, dem heutigen Finanzminister Dr. Carsten Kühl, auch er ein promovierter Finanzwissenschaftler. Ihm bin ich aufgefallen, als er Staatssekretär im Wirtschaftsministerium wurde. Ich habe mich dann relativ kurzfristig entschieden, dem Angebot zu folgen. Es hat von beiden Seiten sehr gut gepasst. Ich konnte mich weiterentwickeln und bekam schnell mehr Verantwortung. Der Wissenschaft bin ich dabei aber immer verbunden geblieben – und das soll auch so bleiben.


    4) Welche Schwerpunkte hatten Sie im VWL-Studium gewählt und inwiefern haben die im Studium erworbenen Fähigkeiten Sie auf die Praxis vorbereitet?

    Mein Schwerpunkt war die Finanzwissenschaft. Für meine jetzige Tätigkeit ist das eine ganz hervorragende Voraussetzung. Aber das ist ja wenig überraschend.


    5) Warum haben Sie sich im Anschluss noch für eine Promotion entschieden?

    Es war Neugier. Ich wollte noch mehr wissen und einfach sehen, was alles möglich ist.


    6) Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

    Göttingen ist eine sehr liebenswerte Stadt mit einer traditionsreichen Universität. Mir fallen zuerst die vielen Diskussionen ein, die wir damals geführt haben. Das waren unheimlich anregende und aufregende Gespräche. Dann haben wir uns aber auch immer wieder abgeregt… Es war eine sehr schöne Zeit.