Skandinavisches Seminar

Die Gegenwart der Bühne.
Aktuelles skandinavisches Drama und Theater.




Internationale Konferenz der Norwegisch – und SchwedischlektorInnen in Verbindung mit einem Wissenschaftlichen Symposion

Skandinavisches Seminar der Universität Göttingen
11. bis 14. Mai 2011






Im Zentrum des wissenschaftlichen Symposions, das die Konferenz der im deutschsprachigen Raum lehrenden LektorInnen aus Norwegen und Schweden ergänzt, steht die Entwicklung des zeitgenössischen Dramas und Theaters in Schweden und Norwegen. Dabei soll es sowohl um die spezifischen Formen und Anregungen, die vom Theater und Drama in diesen Ländern ausgegangen sind, als auch um deren Wirkung vor allem auf die deutschsprachige Theaterlandschaft gehen.
Seit den 1990er Jahren gehören Stücke junger skandinavischer Dramatiker und Dramatikerinnen zum ebenso festen wie erfolgreichen Repertoire großer deutschsprachiger Bühnen – und zugleich hat insbesondere in Schweden und Norwegen eine starke Fokussierung auf das moderne und postdramatische Theater stattgefunden. In Deutschland waren es vor allem die auch international gefeierten Inszenierungen von Jon Fosses „Der Name“ (Namnet) und Lars Noréns „Personenkreis 3:1“ (Personkrets 3:1) an der Berliner Schaubühne unter der Regie von Thomas Ostermaier und der Dramaturgie von Jens Hillje, die diesen Erfolg vorbereitet und zur Etablierung skandinavischer Gegenwartsdramatik auf deutschen Bühnen wesentlich beigetragen haben. Diesem Phänomen, das auch für den Transfer skandinavischer Kultur, Literatur und Sprache zentral ist und in die Kultur vermittelnde Tätigkeit der Lektorinnen und Lektoren eingeht, möchte sich dieses Symposion widmen.
Literatur-, Kultur- und TheaterwissenschaftlerInnen und -kritikerInnen aus Norwegen, Schweden und Deutschland (Knut-Ove Arntzen, Magareta Sörensen, Sophie Wennerscheid und Klaus Müller-Wille) sowie DramenautorInnen (Finn Iunker und Ann-Sofie Bárány) und ein Vertreter des Theaters (Jens Hillje) sollen in Vorträgen und Diskussionen ihre jeweiligen Positionen und Perspektiven auf das ebenso innovative wie grenzüberschreitend wirksame norwegische und schwedische Gegenwartstheater und -drama vorstellen. Dabei geht es natürlich auch um die Auseinandersetzung mit der in den skandinavischen Ländern und Deutschland gleichermaßen populären Tradition der großen dramatischen Vorgänger Henrik Ibsen und August Strindberg. Inwieweit hier deutliche Abgrenzungen oder aber auch Anschlüsse angestrebt werden, lässt sich in verschiedenen Projekten und Formen neuer Dramatik erkennen.