Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Carsten Temme vertreibt kaufmännische Standardsoftware für kleine und mittlere Unternehmen

Carsten Temme hat von 1988 bis 1994 Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät studiert und sein Studium als Diplom-Kaufmann erfolgreich abgeschlossen.

1) Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich arbeite bei der HS –- Hamburger Software GmbH & Co. KG, einem Hersteller für kaufmännische Standardsoftware für kleine und mittlere Unternehmen in der Position des Vertriebsleiters. Seit 1979 entwickelt und vertreibt das Unternehmen branchenunabhängige Programme zur Auftragsbearbeitung, Finanzbuchhaltung und Lohnabrechnung. Umfassender Support durch eine der größten Hotlines für betriebswirtschaftliche Software rundet das Angebot ab.

Ich bin, zusammen mit meinem Team, für die Pflege und Unterstützung des indirekten Vertriebskanals, der Großkundenbetreuung und der Gewinnung neuer Kunden und Anwender verantwortlich. Hinzu kommt die Repräsentation der Firma bei Messen und anderen Veranstaltungen.


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Bei der HS – Hamburger Software arbeite ich bereits seit 1997. Vorher war ich im Bereich Erwachsenenbildung und Rechnungswesen tätig. Bei HS war ich zunächst im Supportaußendienst, später dann als Abteilungsleiter für die Abteilung Kundenausbildung beschäftigt. 2001 wurde ich zum Bereichsleiter der Verwaltung ernannt und war für alle internen kaufmännischen Prozesse verantwortlich. 2005 wechselte ich dann in meine derzeitige Position im Vertrieb.


3) Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Ich hatte nie die Erwartung, dass mich ein Studium auf das Berufsleben vorbereiten kann oder soll. Stattdessen habe ich lieber selbst einschlägige Erfahrung durch Praktika und Studentenjobs gewonnen. Trotzdem war meine erste Anstellung nach dem Examen schon eine gewaltige Umstellung. Insbesondere die Übernahme von Verantwortung für das eigene und das Tun Anderer empfand ich als gewöhnungsbedürftig, genauso die Notwendigkeit, Handlungen begründen und rechtfertigen zu müssen. Ich habe die Herausforderung aber gern angenommen. Und nach kurzer Zeit kam ich auch gut mit der Situation zurecht.


4) Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Wer Software verkaufen will, die kaufmännische Prozesse abbildet, muss natürlich die dazugehörigen Methoden kennen. Daher spielen Themen aus Buchhaltung, Kostenrechnung und Controlling eine relativ große Rolle in meinem Berufsalltag. Aber auch Kenntnisse aus den Fächern Personalwirtschaft und BWL öffentlicher Betriebe und Verwaltungen wende ich immer wieder regelmäßig an. Inhalte aus anderen, eher theoretischen Fächern wie z.B. Mikro- oder Makroökonomik spielen dagegen im Praxisalltag eine untergeordnete Rolle. Sie können aber das Verständnis für Zusammenhänge fördern.


5) Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

Im Nachhinein betrachtet ist Göttingen eine ideale Stadt für ein Studium und die Georg-August-Universität eine ideale Universität. Zu Anfang war ich sehr unglücklich darüber, dass mich das ZVS-Vergabeverfahren nach Göttingen geführt hat. Ich habe mich aber sehr schnell sehr wohl gefühlt und bin nicht zuletzt auch deshalb während meines gesamten Studiums in Göttingen geblieben.

Negativ in Erinnerung sind mir eigentlich nur zwei Dinge geblieben: die extrem überfüllten Veranstaltungen im Grundstudium und die Verlosung von Diplomarbeitsplätzen mit der daraus resultierenden Wartezeit auf einen Diplomarbeitsplatz.


6) Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Im Berufsleben spielen Soziale Kompetenz und Erfahrung eine viel größere Rolle, als akademisches Wissen. Versuchen Sie also, sich in diesen Bereichen hervorzuheben: Wenn Sie lernbereit, fleißig, flexibel sind und zuhören können, dann werden Sie auch erfolgreich in das Berufsleben einsteigen. Und übertreiben Sie es nicht - weder Mitarbeiter noch Vorgesetzte schätzen neue Kollegen, die sich ständig zu profilieren versuchen.