Institut für Marketing und Handel, Abteilung Marketing
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Kunst im Bankhaus - Zum Einsatz bildender Kunst im Unternehmen

von G. Silberer & B.-H. Köpler (1997)



1. Einleitung

2. Allgemeines zum Unternehmen "Bank"

3. Beispiele für den Kunsteinsatz in der Bank
3.1 Kunst in der Göttinger Commerzbank
3.2 Kunst in der Stadtsparkasse München
3.3 Kunst in der NORD/LB, Hannover
3.4 Kunst in der HYPO-Bank, München
3.5 Kunst in der Zentrale der Deutschen Bank, Frankfurt a. M.
3.6 Zusammenfassung: Die Beispiele im Überblick

4. Drei Hypothesen zur Kunst im Unternehmen

Bilder

Literaturverzeichnis

Fotonachweis


Zusammenfassung

Drei Hypothesen zur Kunst im Unternehmen

Nach ersten Hypothesen zum Thema "Kunst im Unternehmen", die wir vor dem Hintergrund unserer Studie im Handel an anderer Stelle formuliert haben (siehe SILBERER & KÖPLER 1996), wollen wir auch hier drei zentrale Erkenntnisse als Hypothesen formulieren. Die Aufgabe künftiger Forschung wird dann darin bestehen, die allgemein formulierten Annahmen auf deduktiven Wege zu überprüfen.

(1) Affinitätshypothese

Die Nähe einflußreicher Unternehmen zur Kunst resultiert häufig aus deren Verantwortungsgefühl gegenüber Gemeinwohlinteressen. Man denke hier nicht nur an die gesellschaftliche Bedeutung von Kunstwerken, sondern auch an deren Förderung von Unabhängigkeit, Kritikfähigkeit und neuem Denken. Der Einsatz von Kunst eignet sich zumindestens als Ausdruck der wahrgenommenen Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft. Die Affinität zwischen dem Geschäftsgegenstand der Banken und der eingesetzten Kunst ist ein weiterer Ausgangs- und Zielpunkt kunstbezogener Kommunikation. Die Nähe des Bankgeschäfts zu Werten, Bewertungs- und Wertemanagementfragen findet gewisse Parallelen im Umgang des Menschen mit der Kunst, wobei vor allem an den An- und Verkauf der Kunstsammler zu denken ist. Insgesamt bleibt festzustellen, daß die Affinität von Kunst und Geschäftsleben bisher noch nicht richtig thematisiert, geschweige denn tief genug bedacht worden ist. Das Nutzenpotential des Kunsteinsatzes im Unternehmen könnte erheblich gesteigert werden, wenn der Affinitätsgedanke mehr Beachtung fände.

(2) Kommunikationshypothese

Die Kunst im Unternehmen wirkt als Kommunikationsofferte. Typische Ziele wie Imageverbesserung oder -stabilisierung, Schaffung einer Corporate Identity und Verbesserung der Arbeitsplatzqualität für Mitarbeiter können mit einem abgestimmten Einsatz aller Kommunikationsinstrumente besser erreicht werden. Dabei kommen nicht nur Veröffentlichungen von Begleitbroschüren, hochwertige Kunstbücher sowie Einladungen mit teuren Bewirtungsformen in Betracht, sondern auch weniger aufwendige Kommunikationsmaßnahmen wie z.B. Mitteilungen in Firmenzeitungen, Kunstzitate in der Werbung und im Geschäftsbericht sowie die klassische Pressearbeit. Die Kommunikation der im Unternehmen eingesetzten Kunst erfolgt z.T. schon recht professionell, wird aber oft noch recht laienhaft betrieben. Es kommt künftig darauf an, die kommunikativen Anstrengungen zu verstärken und das Kommunikations-Mix ziel- und zielgruppengerecht auszugestalten.

(3) Kontaktzonenhypothese

Kunst muß selbst in ihrer Darbietung unter Kommunikationsaspekten durchdacht und realisiert werden. Die Bandbreite der Präsentationsmöglichkeiten reicht von der klassischen Ausstellung über das Aufhängen im Flur und das Anbieten an Mitarbeiter zur freien Auswahl bis hin zur festen Verankerung von Skulpturen in den eigenen Gebäuden. Die Abstimmung von Architektur und Kunst spielt in der Praxis allein schon deswegen eine große Rolle, weil Neu- und Umbauten häufig als Auslöser für den Kunsteinsatz fungieren. Ein Umgang mit dem Präsentationsproblem darf aber nicht auf das Kunst-Architektur-Mix reduziert werden. Entscheidend ist vielmehr die an Kontaktchancen, an Kommunikationszielen und am Betrachter ausgerichtete Darbietung der Kunst. Auch diesbezüglich sind in der Praxis noch Verbesserungsmöglichkeiten gegeben.





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