Das Programm der "Göttinger Streitgespräche" im Sommersemester 2013 hier als PDF:
Kontaktinformation:
Direktor
Prof. Dr. Thomas Haye
Abteilung für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit
Humboldtallee 19
37073 Göttingen
thomas.haye@phil.uni-goettingen.de
Tel.: 0551/39-4726
Koordinatorin
Birthe Lehnberg, M.A.
Humboldtallee 17
37073 Göttingen
Raum 1.116
zmf@gwdg.de
Tel.: 0551/39-5479
Göttinger Streitgespräche zu Mittelalter und Früher Neuzeit
„Albrecht Dürer: Selbstbild und Selbstbildnisse im Methodenstreit?“ (05.06.2013)
Dürers Selbstbildnisse stehen seit einiger Zeit wieder im Zentrum einer kontroversen Diskussion. Sie dreht sich um den prekären und zugleich hybriden Status des frühneuzeitlichen Künstlers im Geflecht von sozialen Konventionen und intellektuellen Aspirationen, um seine neue Selbstwahrnehmung und Selbstüberhöhung und ihre humanistische, theologische oder kunsttheoretische Fundierung.
Am Beispiel der bis heute kontrovers gedeuteten Selbstbildnisse Dürers diskutieren vier Vertreter der aktuellen Dürer-Forschung die Möglichkeiten und Grenzen einer solchen Deutung der künstlerischen Selbstrepräsentation Dürers und die Frage, inwieweit diese als paradigmatisch für Umbrüche im Verhältnis von Künstlertum, Gesellschaft und Öffentlichkeit in der Zeit um 1500 angesehen werden kann.
Hier finden Sie den aktuellen
Veranstaltungsflyer.
Göttinger Streitgespräche zu Mittelalter und Früher Neuzeit
„Was ist das Tier dem Menschen?“ (24.04.2013)
Das Tier dient seit jeher als Projektionsfläche des Menschen: Es ähnelt ihm und lädt zur Identifikation ein. Gleichzeitig weisen diverse Verwandlungs- und Verschmelzungsphantasmen auf eine reflektorische Distanz im Mensch-Tier-Verhältnis hin.
Auch in Mittelalter und Früher Neuzeit scheint der Beziehung von Mensch und Tier eine ‚animalische Anthropologie’ zugrunde zu liegen, in der die Bestimmung des Mensch-Seins über das ‚Nicht-Tier-Sein’ funktioniert. Oft hält das anthropomorphisierte Tier dem Menschen aber auch den Spiegel vor und zeigt ihn in seinen schlimmsten – tierhaften – Eigenheiten.
In diesem Spannungsverhältnis von Abgrenzung und Spiegelung stehen auch Tierdarstellungen, deren Sinnangebote über eine allegorische Signifikanz oder exemplarische Typik des Tieres hinausreichen -- dies wird in den literarischen Verfahren der Tierepik ebenso sichtbar wie in der Verwissenschaftlichung etwa der naturkundlichen Bilddarstellung.
Vor diesem Hintergrund werden im Streitgespräch Repräsentationen von Tieren aus der Perspektive der Kunst-, Kultur- und Literaturwissenschaften daraufhin befragt, was das Tier dem Menschen ist: Bloßer Spiegel oder eigenständige Spezies?
Hier finden Sie den aktuellen
Veranstaltungsflyer.
Das Göttinger Tageblatt berichtet in einer Reihe zu den akademischen Sammlungen der Universität über den Diplomatischen Apparat.