Aulakonzerte

Saison 2017/18: GELIEBTER BRAHMS - aus dem groen Reichtum seines Kammermusikwerks

Brahms selber ahnte zu Lebzeiten vermutlich kaum, dass sich bereits ein Jahrzehnt nach seinem Tod die Tonalität (das Tonarten-Gefüge) aufzulösen beginnen sollte. Hat man heute den vier Jahrzehnte umfassenden Schaffensprozess von Brahms' Kammermusik vor Augen, beginnend mit der ersten Klaviersonate op. 1 (1853) und endend mit den Klarinettensonaten op. 120 (1894), kann man unschwer den Eindruck gewinnen, sein Werk stelle den Abschluss einer Gattungstradition dar, ähnlich, wie es Mahlers OEuvre etwas später für die Sinfonie markieren sollte. Brahms' Werk war sehr bewusst auf "dauerhafte", das heißt nachhaltige Wirkung angelegt; sie sollte den Veränderungen der Zeit zu widerstehen imstande sein. Mit "dauerhafter" Musik (seine eigene Ausdrucksweise) wird Brahms nicht nur eine dank ihrer Vollkommenheit unanfechtbare Musik gemeint haben, sondern das Einzelwerk auch als Etappe innerhalb der Zeit (Dauer) erkannt und akzeptiert haben.

Brahms' Streichsextette, -quintette und -quartette, seine Klavierquartette und -trios, seine Violin-, Cello-/ Klarinettensonaten, die Trios mit Horn und Klarinette, die Quintette mit Klavier und mit Klarinette und schließlich die Lieder und die Werke für Soloklavier: Das sind alles Kostbarkeiten. Dem innigen Mitgliederwunsch nach einer Saison, die schwerpunktmäßig den Kammermusikwerken Johannes Brahms' gewidmet ist, werden in den Konzerten 2017/18 berufene Künstler nachkommen: Carolin Widmann und Alexander Lonquich, das Pavel Haas Quartet mit Boris Giltburg, das Bartholdy-Quintett, das Doric Quartet, das Hyperion Trio mit Felix Schwartz und Carolina Ullrich, Andreas Ottensamer, Franziska Hölscher, Severin von Eckardstein und Stephan Koncz.