Studienbüro Mathematik

Dr. Lothar Nannen - Postdoc an der TU Wien

Wo arbeiten Sie derzeit in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich bin zur Zeit auf einer sogenannten Laufbahnstelle an der TU Wien und arbeite am Institut für Analysis und Scientific Computing. Diese Stellen wurden in Österreich relativ neu geschaffen und ermöglichen bei entsprechender Leistung eine kontinuierliche Weiterentwicklung vom Postdoc zum assoziierten Professor. Zu meinen Aufgaben zählen 4-8 Semesterwochenstunden Lehre wie z.B. Vorlesungen, Seminarbetreuung, Übungsbetreuung oder die Betreuung von Abschlussarbeiten. Dazu kommt natürlich die Forschung, die bei mir im Bereich der numerischer Simulation von Streu- und Resonanzproblemen liegt.

Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Ich habe nach der Promotion in Göttingen ca. 3 Jahre als Postdoc in Göttingen und an der RWTH Aachen gearbeitet. Ein Semester habe ich als Professurvertretung für angewandte Mathematik an der Universität Düsseldorf verbracht. Die Stelle in Wien wurde ganz normal ausgeschrieben und ich habe mich beworben.

Warum haben Sie sich nach dem Studium für die Promotion entschieden?

Die Antwort ist simpel: Aus purem Interesse. Ich hatte während des Studiums gemerkt, dass mir das Forschungsgebiet gefällt und einfach Lust, weiter daran zu arbeiten. Letztlich war das auch der Grund, wegem dem ich nach der Promotion an der Universität geblieben bin.

Wie hat Sie das Studium in Göttingen auf Ihre derzeitige Tätigkeit vorbereitet?

Ich habe an der TU Clausthal studiert und bin erst zur Promotion nach Göttingen gekommen. Im Studium war für mich eine fundierte Grundausbildung im Bereich Analysis/ Funktionalanlysis und Numerik elementar. Während der Promotion habe ich dann gemerkt, dass ich auch von vielen anderen Bereichen meines Studiums profitieren konnte. Dazu gehörten insbesondere auch Mathematik-fremde Vorlesungen aus dem Bereich Mechanik und Regelungstechnik. Für meine jetzige Lehrtätigkeit waren meine vielen Hiwi-Stellen als Tutor bzw. später in der Promotion als Assistent wichtig.

Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

Ich denke an ca. 6 Jahre als Doktorand und Postdoc in Göttingen zurück: Schön wars. Die Kneipen, der Sport (Volleyball), das Institut (NAM) mit den vielen Kollegen und Gästen. Aber das sagen wahrscheinlich die meisten.

Welche Tipps geben Sie Studierenden und Berufseinsteigern/innen mit auf den Weg?

Ganz pragmatisch: Spaß haben. Natürlich soll das Studium zu was führen, „auf das Leben vorbereiten“. Aber ganz ehrlich: Es macht auch Spaß und den sollte man sich nicht nehmen lassen. Und das gilt letztlich auch für Berufseinsteiger. Der Beruf, der nach dem Mathematik-Studium kommt, muss passen und nicht der sein, der am meisten Chancen oder Geld bietet. Das heisst nicht, dass man sehenden Auges in eine Einbahnstraße laufen soll. Irgendwann muss man bei allem Spaß an der Arbeit die Entscheidung treffen, ob der eingeschlagene Weg noch weiterführt oder nicht. Für mich ging es jedoch bisher immer weiter und von daher habe ich es nie bereut, meinen Interessen gefolgt zu sein.