Studienbüro Mathematik

Dr. Philipp Marnitz- Entwicklungsingenieur bei der ITK Engineering AG

Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich bin bei der ITK Engineering AG, einem mittelständischen Ingenieurdienstleister, am Standort Braunschweig als Entwicklungsingenieur beschäftigt. Meine Aufgaben liegen allerdings weniger im Ingenieursbereich, sondern drehen sich zentral um Softwareentwicklung, für gewöhnlich für Kunden aus der Automobilindustrie.

Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Nach dem Diplom bin ich zunächst in Göttingen geblieben und habe am Institut für Mathematische Stochastik eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand angetreten. In diesem Rahmen arbeitete ich dann etwa dreieinhalb Jahre lang an Forschungsprojekten mit und verfasste meine Dissertation. Im Anschluss habe ich mir dann eine berufliche Auszeit gegönnt und bin ein halbes Jahr lang um die Welt gereist. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland habe ich mich dann auf Stellensuche außerhalb der Universität begeben und bin bei der ITK Engineering fündig geworden.

Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet? Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Dass ich mein im Studium erlangtes Wissen im Beruf unmittelbar zur Anwendung bringen kann, ist ehrlich gesagt eher selten der Fall. Dies liegt sicherlich auch darin begründet, dass im Gegensatz zu stärker praxisorientierten Studienfächern wie etwa den Ingenieurswissenschaften das Mathematikstudium nur in Ausnahmefällen als unmittelbar berufsvorbereitend verstanden werden sollte. Vielmehr erlangt man eine umfassende und tiefschürfende Grundausbildung, was logisches Denken und das systematische Suchen von Ansätzen zur Problemlösung betrifft. Auch ist es sicherlich von Vorteil, dass man sich durch ein vergleichsweise schwieriges Studium durchgebissen hat – man lässt sich auch im beruflichen Alltag einfach nicht so schnell frustrieren.

Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

Das tue ich ohnehin sehr häufig! Ich habe stets gerne in Göttingen studiert und dort eine sehr schöne Zeit verlebt. Die Stadt besticht durch ihr typisch studentisches Flair und hat trotz ihrer eher geringen Größe eine Menge zu bieten. Ich kann Göttingen als Studienort wirklich jedem nur empfehlen und kehre auch heute noch immer wieder gerne dorthin zurück, um mich mit alten Freunden zu treffen und die Atmosphäre in der Stadt zu genießen.

Welche Tipps geben Sie Studierenden und Berufseinsteigern/innen mit auf den Weg?

Im Mathematikstudium ist es meines Erachtens am wichtigsten, sich gerade in der frühen Phase des Studiums von kleineren Rückschlägen nicht zu sehr ins Bockshorn jagen zu lassen. Wenn man als Studierender mal Verständnisprobleme hat, sollte man sich stets vergegenwärtigen, wie komplex und schwierig der Stoff ist, und nicht sofort denken, dass man für das Studium prinzipiell ungeeignet sei. Dies erfordert schon eine gewisse Frustrationstoleranz, die man sich im Verlauf des Mathematikstudiums aber unweigerlich aneignet.
Der Berufseinstieg ist mir und den meisten meiner ehemaligen Kommilitonen sehr leicht gefallen – nicht nur wegen der ausgezeichneten Chancen für Mathematiker auf dem momentanen Arbeitsmarkt, sondern auch weil vielen Personalentscheidern bekannt ist, das Mathematiker vielseitig einsetzbar sind und nicht so schnell vor unbekannten Problemstellungen kapitulieren. In anderen Worten ist auch ihnen die zuvor erwähnte Frustrationstoleranz durchaus bekannt.