Studienbüro Mathematik

Dr. Harald Heese - wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Philips Research

Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich arbeite als Senior Scientist (wissenschaftlicher Mitarbeiter) bei Philips Research, einem Zentralbereich des Philips Konzerns für produktorientierte Forschung. Innerhalb von Philips Research bin ich in einer Abteilung angesiedelt, die sich mit medizinischer Bildgebung und Bildverarbeitung beschäftigt. In dieser Position ist es meine Aufgabe, einerseits technische und wissenschaftliche Neuerungen neu- oder weiterzuentwickeln und in potentielle Produkte zu überführen, und andererseits zukünftige Produkte mit Patenten und wissenschaftlichen Veröffentlichungen abzusichern.

Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Ich habe mein Diplom-Studium in Mathematik 2003 an der Georg-August-Universität Göttingen abgeschlossen. In der Folge habe ich am Institut für Numerische und Angewandte Mathematik der Georg-August-Universität in Mathematik promoviert. Nach Abschluss der Promotion 2006 bin ich als Berufseinsteiger in meine jetzige Abteilung bei Philips Research gewechselt, und habe mich in den letzten Jahren in meine jetzige Position entwickelt.

Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Der Wunsch zur Promotion ist bei mir schon in den beiden ersten Studienjahren gereift, und ich habe mein Studium dann mit rascher Spezialisierung und Auslandssemester konsequent darauf ausgerichtet. Während der Promotion habe ich dann erkannt, dass ich mir einen stärkeren Praxisbezug wünsche, und dementsprechend gezielt nach Möglichkeiten in der Industrie gesucht. Zudem habe ich mich zuerst mit der Situation ‚Bewerbungsverfahren‘ vertraut gemacht, und zwar durch Bewerbungen für Positionen, die nicht zu meinen Favoriten zählten.

Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten in multidisziplinären Teams, ein breiter technischer, algorithmischer, mathematischer und medizinischer Hintergrund bilden die zentralen Anforderungen in meiner Position. Die methodisch und inhaltlich hervorragende Ausbildung, die ich während meiner Zeit in Göttingen gelernt habe, hat mich maßgeblich für meine derzeitige Position qualifiziert.
Analytisches Denken, methodische Herangehensweise an neue Problemstellung sowie klare, geordnete Darstellung bilden im Studium wie in meiner jetzigen Position die Grundlage für erfolgreiches Arbeiten.

Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück…

Ich habe die acht Jahre in Göttingen immer sehr genossen. Die Atmosphäre der mathematischen Institute mit ihrer großen Vergangenheit hat mich stark geprägt, und auch die überschaubare Stadt mit ihren gemütlichen Cafés und Kneipen war für mich immer ein dicker Pluspunkt.

Welche Tipps geben Sie Studierenden und Berufseinsteigern/innen mit auf den Weg?

1. Stellen Sie sich selbst auf die Probe bei der Wahl Ihrer Fachrichtung: Sind Sie von einem Thema oder einer Veranstaltung begeistert, auch wenn Sie kaum etwas verstehen? – Dann haben Sie Ihren Bereich gefunden.
2. Legen Sie Ihre natürliche Scheu ab! – Wer sich traut Fragen zu stellen, oder bei Antworten das Risiko in Kauf nimmt, dass sie auch mal falsch sind, der lernt schneller, effizienter und nachhaltiger. Und nur in den seltensten Fällen liegt die Tatsache, dass keine Fragen gestellt werden, daran, dass alle anderen alles verstanden haben.
3. Bewahren Sie eine gute Balance zwischen ‚Wissen‘ und ‚Können‘! Im Berufseinstieg kann das Studienwissen nur selten eins-zu-eins auf die angestrebte Position abgebildet werden – darüber sind sich auch die Arbeitgeber im Klaren. Daher stehen breite und solide ‚handwerkliche‘ Fähigkeiten bei Auswahl von Bewerbern oft im Vordergrund, auch wenn der Wissensrahmen nur grob zu den Anforderungen passt.