Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Rasmus Voigts hat von Oktober 2005 bis Juni 2012 in Göttingen studiert und sowohl den Bachelor- als auch den Master-Studiengang im Fach Wirtschaftsinformatik erfolgreich abgeschlossen. Von Oktober 2006 bis zum Ende des Studiums war er als Studentische Hilfskraft an der Professur für Anwendungssysteme und E-Business angestellt. In seinen Seminar- und Abschlussarbeiten widmete er sich Themen im Bereich von Webtechnologien im mobilen Internet.


1) Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Seit meinem Abschluss bin ich bei dem Online-Modehändler Zalando in Berlin als Produktmanager tätig. Als einer der sehr wenigen E-Commerce Händler betreibt die Zalando AG die komplette Wertschöpfungskette selbst und entwickelt auch den Großteil der Anwendungssysteme in der eigenen IT-Abteilung. Dort bin ich für die Entwicklung des Zalando Warehouse Management Systems zuständig. Die Aufgaben von Produktmanagern erstrecken sich über die Bereiche des IT-Projektmanagements und das funktionale Spezifizieren der Anwendungssysteme. Sie fungieren als Bindeglied zwischen den Fachabteilungen (in meinem Fall der Logistik) und der Software-Entwicklung.


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Durch die Gründung von eigenen Firmen und meine beruflichen Tätigkeiten neben dem Studium konnte ich bereits früh praktische Erfahrungen in der Anwendungsentwicklung sammeln. Der Einstieg bei Zalando ging erstaunlich schnell. Von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Arbeitsvertrag hat es weniger als zwei Wochen gedauert. Durch das dynamische Arbeitsumfeld und die schnelle Entwicklung des Unternehmens wächst der Aufgabenbereich und die damit verbundene Verantwortung stetig.


3) Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Durch ein junges Team und sehr fähige Köpfe fügte sich der Übergang vom Studium ins Berufsleben bei mir reibungslos. Das hängt sicher auch mit der offenen und wertschätzenden Unternehmenskultur zusammen, die bei Zalando gelebt wird.

Im Studium bekommt man neben bloßem Fachwissen auch sauberes methodisches Vorgehen durch sehr genaues wissenschaftliches Arbeiten vermittelt. Zusätzlich können bestimmte Fähigkeiten durch ein großes zusätzliches Angebot der Universität Göttingen unterstützt und weiterentwickelt werden. Mir persönlich haben meine Tätigkeit als Studentische Hilfskraft, das wissenschaftliche Arbeiten und Lehrveranstaltungen zum Thema "Entrepreneurship" sehr geholfen. Im Rahmen dieser Lehrveranstaltungen konnte ich praktische Erfahrungen durch die Gründung einer eigenen Firma (Mobil Macher GmbH) sammeln.

Da die Zalando AG eine sehr schnelle Entwicklung von einem Start-Up hin zu einem internationalen Konzern durchgemacht hat, kann ich viel Wissen aus meiner Studienzeit nutzen.


4) Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Die Möglichkeiten, sich im breiten Angebot der Universität Göttingen einzubringen, halte ich für sehr förderlich. Beispiele dafür sind Hochschulwettbewerbe, Auslandsaufenthalte oder die Hochschulpolitik. Alle dort gesammelten Erfahrungen tragen zur Persönlichkeitsentwicklung bei.

Das Highlight meiner Studienzeit war ein Auslandssemester an der Seoul National University in Südkorea. Die außergewöhnlichen Erfahrungen, welche ich dort sammeln durfte, helfen mir dabei, ungewöhnliche Situationen mit mehr Sicherheit zu meistern. Da wir zudem bei Zalando ein sehr international aufgestelltes Team haben, tragen die erworbenen Sprachkenntnisse und Erfahrungen dazu bei schnell Brücken zu bauen.


5) Denke ich an meine Studienzeit in Göttingen zurück...

Als Studienort zeichnet sich Göttingen durch eine außergewöhnliche Atmosphäre aus. Die kleine, aber internationale Stadt wird maßgeblich durch die Universität, ihre Studierenden und Angestellten beeinflusst, wodurch stets ein besonderes Zugehörigkeitsgefühl geprägt wird. Nicht nur die Exzellenz in Lehre und Forschung, sondern auch besonders gute Rahmenbedingungen vom Universitätsport über das Freizeitangebot bis zum Nachtleben sind mir in guter Erinnerung geblieben.

Nur wenn man mit den Gedanken mal woanders als bei der Uni sein möchte, muss der Stadt wohl kurzzeitig der Rücken gekehrt werden - aber dafür eignet sich das Umland zum Mountainbiken sehr!


6) Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Schon bei der Jobsuche sollte man sich bewusst sein, was die eigenen Erwartungen an den zukünftigen Arbeitgeber sind und wie man sich im Gegenzug durch die eigenen Stärken einbringen kann. Auf dieser Grundlage sollte man im zweiten Schritt bei Bewerbungsgesprächen neben den fachlichen Aspekten auch versuchen, einen Einblick in die Arbeitsatmosphäre bzw. die Unternehmenskultur zu bekommen. Wenn das passt, haben beide Seiten nur Vorteile.