Forschungsaktivitäten
Im Mittelpunkt unserer Forschungsarbeiten steht die kosteneffiziente und umweltorientierte Ausgestaltung von Produktions- und Logistiksystemen. Dazu werden Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung und Verwertung von Reststoffen und Altprodukten und der Entsorgung von Abfällen auf betrieblicher und/oder überbetrieblicher Ebene untersucht. Unser Team ist interdisziplinär zusammengesetzt und deckt die Fächer Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Geoökologie und Forstwissenschaften ab. Unsere Forschungsgebiete:
Modellierung und Optimierung von Produktions- und Logistiksystemen
Wir entwickeln Stoff- und Energiestrommodelle zur Abbildung von Produktionsprozessen entlang ausgewählter Wertschöpfungsketten. Sie können zur Verbesserung der Ressourceneffizienz auf betrieblicher Ebene beitragen und die Auswirkungen von Emissionsminderungsoptionen bei der Vorbereitung von Investitionsentscheidungen analysieren.
Zur Einbindung quantitativer Modelle und mathematischer Methoden bei der Unterstützung von komplexen Entscheidungsproblemen nutzen wir Methoden des Operations Research, die mit Ansätzen aus der Verfahrenstechnik, der Produktionsplanung und der Mehrzielentscheidungsunterstützung verknüpft werden.
Nachhaltige Nutzung von Energie aus Biomasse
Die Energiegewinnung aus Biomasse bringt verschiedene Vor- und Nachteile mit sich, die aus der Sicht der drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales jeweils unterschiedlich bewertet werden können.
Um spezifische Aussagen für die Etablierung von Bioenergiedörfern und für andere Bioenergie¬projekte treffen zu können, werden in einem Verbundprojekt für das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (Niedersächsisches Vorab der VolkswagenStiftung) aussagekräftige und quantifizierbare Bewertungskriterien formuliert und mithilfe von Ansätzen der multikriteriellen Entscheidungsunterstützung und unter Zuhilfenahme von Methoden der Wahrnehmungspsychologie entscheidungsorientiert verdichtet.
Neue Geschäftsmodelle für eine nachhaltige Entwicklung
Geeignete Geschäftsmodelle können in einer nachhaltigkeitsorientierten Entwicklung neue Impulse setzen.
Im Auftrag des Umweltbundesamtes wird das Chemikalienleasing als ein serviceorientiertes Geschäftsmodell untersucht, bei dem der Nutzen und nicht der Besitz von Chemikalien im Vordergrund steht. Durch einen effizienten Chemikalieneinsatz werden wirtschaftliche und ökologische Interessen in Einklang gebracht.
Auch das Life Cycle Costing kann zur nachhaltigen Entwicklung beitragen, da beispielsweise der Energieverbrauch von Maschinen und Anlagen oder der Reparatur- und Wartungsaufwand neben der reinen Investitionssumme berücksichtigt werden kann.
Stoff- und Energiestrommodelle werden eingesetzt, um zukünftige Produktionskapazitäten abzuschätzen und faire Verträge zu konzipieren.
Industrielles Risikomanagement
Industrielle Notfälle können plötzlich auftreten und bedürfen eines kohärenten und effektiven Notfallmanagements. Dabei entstehen komplexe Entscheidungssituationen, die eine Berücksichtigung technischer, ökonomischer, ökologischer, sozio-psychologischer und politischer Aspekte erfordern.
Eine wesentliche Voraussetzung für die Planung effizienter Notfallmaßnahmen sind verlässliche Modellvorhersagen. Auf diesen Grundlagen werden Strategiekombinationen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen bewertet.
Prof. Dr. Jutta Geldermann ist aktives Mitglied der »International Community on Information Systems for Crisis Response and Management« (ISCRAM) sowie Mitglied im Redaktions ausschuss des »International Journal of Business Continuity and Risk Management«.