Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Esther Reichelt hat an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät den Masterstudiengang in International Economics (M.A.) inklusive des Doppelabschlussprogramms mit der Universität Groningen in den Niederlanden absolviert.


1) Was ist Ihre derzeitige Position? Beschreiben Sie bitte kurz Ihr Tätigkeitsgebiet.

Ich bin Devisenanalystin in der Research Abteilung der Commerzbank AG, Frankfurt. Im FX Strategy Team erstellen wir Wechselkurs-Prognosen für alle wichtigen Währungen. Dazu gehört die Analyse der ökonomischen und politischen Faktoren in den entsprechenden Ländern. Wir beantworten individuelle Anfragen für interne und externe Kunden, halten Vorträge und erarbeiten Beiträge für diverse Publikationen der Research Abteilung.

Die Arbeit ist sehr vielfältig und marktnah. Das heißt, dass man jederzeit über aktuelle Entwicklungen informiert sein muss, wodurch die Arbeit sehr abwechslungsreich und spannend wird. Gleichzeitig interpretieren wir Daten und Entwicklungen auch immer vor dem Hintergrund volkswirtschaftlicher Theorie, weshalb ich mich auch häufig auf mein Studium zurückbesinne und die aktuelle Forschung weiter im Blick habe.


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Ich habe mich noch während der Masterarbeit auf eine ausgeschriebene Stelle im Trainee-Programm der Commerzbank beworben. Das Trainee-Programm hat mit einem Kurs in London begonnen. Im Anschluss bin ich dann gezielt auf eine Stelle im FX Strategy Team ausgebildet worden. Die Einarbeitungsphase alleine ist aufgrund des komplexen und weiten Themenfeldes auf ein Jahr angelegt.


3) Welche Schwerpunkte hatten Sie im VWL-Studium gewählt und inwiefern haben die im Studium erworbenen Fähigkeiten Sie auf die Praxis vorbereitet?

Ich habe mich in Göttingen stark auf ökonometrische Fächer konzentriert. Quantitative Fähigkeiten waren ein wichtiges Auswahlkriterium für die Stelle und sind wichtig für die alltägliche Datenanalyse. Aber auch die klassische volkswirtschaftliche Theorie, insbesondere Außenwirtschaft, ist von großer Bedeutung.


4) Haben Sie ein oder mehrere Auslandssemester absolviert? Falls ja: Inwiefern haben Sie davon profitiert? Wo haben Sie im Ausland studiert?

Ich habe am Doppelmasterprogramm mit der Universität in Groningen teilgenommen und ein Jahr in Groningen studiert, wo ich auch meine Masterarbeit geschrieben habe. Ein wichtiger Pluspunkt dabei ist sicherlich der sprachliche Aspekt eines Auslandsaufenthaltes. Da mein Arbeitsplatz ebenfalls sehr international ist, sind auch die kulturellen Erfahrungen, insbesondere die Fähigkeit sich auf andere Kulturen einzustellen, enorm wertvoll.


5) Denke ich an meine Studienzeit in Göttingen zurück...

Ich habe meine Studienzeit in Göttingen sehr genossen. Ich wohne und arbeite jetzt sehr gerne in einer Großstadt, aber für das Studium war Göttingen die perfekte Wahl. Das Studienumfeld ist insbesondere auch durch den Studiengang Development Economics sehr international und aufgeschlossen. Das Angebot an ökonometrischen Kursen ist sehr gut und man ist in der Auswahl seiner Studienschwerpunkte sehr flexibel. Zudem habe ich immer die Atmosphäre auf dem Campus genossen. Das gemeinsame Lernen in den verschiedenen Bibliotheken, gemeinsame Mittagessen in der Mensa und Kaffepausen waren sehr motivierend und bleiben eine schöne Erinnerung. Göttingen ist als Studentenstadt in meinen Augen sowieso unschlagbar: kurze Wege, eine sehr grüne Stadt, und natürlich zahlreiche aber bezahlbare Kneipen und eine vielfältiges kulturelles Angebot.


6) Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Am Ende des Studiums muss man ehrlich mit sich selbst sein und sich überlegen, was man wirklich will. Will ich wirklich länger ins Ausland? Ist es in Ordnung für mich, mich von einem befristeten Vertrag zum anderen zu hangeln? Bin ich bereit meine Meinung unterzuordnen? Ich kann Berufseinsteigern nur raten, sich ein bisschen Zeit zu nehmen, und zu überlegen, was einem Spaß gemacht hat. Und dann zu überlegen, welcher Job das am Besten widerspiegelt. Grundsätzlich sollte man sich durchaus auch trauen, sich zu bewerben, auch wenn das Stellenprofil nicht so gut auf die eigene Person passt. Das wichtigste ist, dass man sich ehrlich für einen Job interessiert. Denn nur dann kann die Arbeit Spaß machen. Das muss aber nicht unbedingt genau das sein, was man während des Studiums interessant fand. Mein Tipp an Berufseinsteiger: Traut euch etwas!