Studienbüro Mathematik

Dr. Andreas Lochmann - Postdoc in Marburg

Wo arbeiten Sie derzeit in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Zur Zeit bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter auf einer Landesstelle an der Philipps-Universität Marburg im Bereich Algebra. In dieser Funktion unterstütze ich die Lehrenden, insbesondere in der Algebra, und forsche auf dem Bereich der Nicholsalgebren.

Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Nach meinem Physik-Diplom habe ich in der Mathematik in Göttingen promoviert. Nach einem halben Jahr in Regensburg habe ich mich auf eine Postdoc-Stelle in Marburg beworben und wurde dort am Lehrstuhl für Algebra von Prof. Dr. Heckenberger angestellt.

Warum haben Sie sich nach dem Studium für die Promotion entschieden?

Ich hatte vorher Physik studiert und wollte meine Fähigkeiten in Mathematik vertiefen. Außerdem habe ich von Anfang an eine wissenschaftliche Karriere angestrebt, eine Promotion ist dafür natürlich eine Grundvoraussetzung.

Wie hat Sie das Studium in Göttingen auf Ihre derzeitige Tätigkeit vorbereitet?

Sowohl die mathematischen Inhalte als auch die wissenschaftlichen Techniken, die ich in Göttingen lernen konnte, helfen mir heute bei meiner Arbeit. Meine derzeitige Tätigkeit umfasst aber auch das selbständiges und kreatives Arbeiten bei der Suche nach Lösungen aber auch nach Problemen für Studierende. Beides sind Fähigkeiten, die ich während meines Studiums in Göttingen gelernt habe.

Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück...

Das Studium bat mir eine Freiheit (persönlicher wie wissenschaftlicher Natur), die ich vorher nicht gekannt habe, und an die ich sehr gerne zurück denke. In einigen Semesterferien haben wir uns zum Beispiel zu selbstorganisierten Vorträgen zu mathematischen und physikalischen Themen getroffen, unabhängig vom sonstigen Lehrbetrieb. Diese Vorträge haben uns erlaubt, auch mal mit Themen und Methoden zu experimentieren - eine Möglichkeit, die im normalen Lehrbetrieb leider nicht vorgesehen ist.

Welche Tipps geben Sie Studierenden, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Die ersten Semester des Bachelorstudiums sind sehr verschult, und das mag Ihnen den Einstieg in die Universität erleichtern. Aber von dieser Verschulung sollten Sie sich bis zum Ende Ihres Studiums gelöst haben. Besuchen Sie Vorlesungen, auch wenn Sie sie sich nicht anrechnen lassen können. Schauen Sie über Ihren Tellerrand hinweg und erforschen Sie auf eigene Faust die Vielfalt der Mathematik und Informatik. Die Bibliothek in Göttingen lädt zum Stöbern in alter und neuer Mathematik geradezu ein. Setzen Sie sich mit modernen Entwicklungen in unserer Wissenschaft auseinander, und nehmen Sie sich die Zeit, sich auch mal an bislang ungelösten oder gar völlig unbekannten Problemen zu versuchen. Selbst wenn klar ist, dass Sie keine Lösung finden werden, so werden Sie doch ein Gespür dafür entwickeln, wie Forschung in diesem Bereich funktioniert und auf welche Schwierigkeiten Forscherinnen und Forscher vor Ihnen gestoßen sind.