In publica commoda

Veranstaltungen

Wirksamer Gegenzauber? Die Verbindung von Magie und New Materialism in der zeitgenössischen Kunst

Titel der Veranstaltung Wirksamer Gegenzauber? Die Verbindung von Magie und New Materialism in der zeitgenössischen Kunst
Veranstalter Göttinger Centrum für Geschlechterforschung, Göttinger Graduiertenschule Gesellschaftswissenschaften und Graduiertenschule für Geisteswissenschaften Göttingen
Referent/in Dr. Susanne Witzgall, Akademie der Bildenden Künste, München, cx centrum für interdisziplinäre studien
Kategorie Campus Leben
Anmeldung erforderlich Nein
Beschreibung Der feministische Materialismus wurde vor nicht allzu langer Zeit als „neu“ ausgerufen. Schnell wurde diese
Founding Gesture als nicht zutreffend kritisiert (Ahmed 2008). Mit Karen Barad und Donna Haraway repräsentiert der feministische Materialismus eine materielldiskursive Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhältnissen, die Biologie, Physik, Kunst, Literatur, Kulturwissenschaft und Sozialwissenschaft miteinander in Beziehung setzen. Kurz: Die Grenzen zwischen Natur und
Geisteswissenschaften werden bewusst überschritten und Theorien und Methoden diesseits und jenseits
der unterschiedlichen Fachdisziplinen genutzt, um gesellschaftskritische Gender Studies zu betreiben.
Die Vortragsreihe „Die unendliche Zirkulation des Wissens“ variiert den Titel des Mervebandes „Die Unendliche
Zirkulation des Begehrens“, eine Sammlung von Interviews mit Hélène Cixous‘. Der Titel möchte sowohl auf
die feministische Geschichte des Materialismus hindeuten als auch auf die Verbindung des sogenannten „neuen“ Materialismus mit dem Poststrukturalismus. In der Vortragsreihe wird der feministische Materialismus kritisch betrachtet. So wird die Reihe durch einen Vortrag von Prof. Dr. Kerstin Palm eröffnet, der sich mit dem Rückgriff auf vitalistische Konzepte beschäftigt. Dieser geschieht im sogenannten neuen Materialismus häufig, um ein Konzept von aktiver Materie zu entwickeln, ist aber sowohl historisch als auch konzeptionell höchst problematisch, da weder die politischen Dimensionen dieser Konzepte noch die sozialen Dimensionen angemessen reflektiert werden. Auf der anderen Seite sind kritische Analysen der Verschränkungen von Natur und Kultur, wie sie beispielsweise von Karen Barad betrieben werden und u.a. in der Epigenetik Anwendung finden (vgl. Lisa Krall) überaus produktiv für kritische Gender Studies. Materialität und Diskurs verbinden sich hier und eröffnen neue Möglichkeiten der Kritik, die auch auf wissenschaftshistorischer Ebene die Entwicklung feministischer, poststrukturalistischer Theoriebildung hin zur „neuen“ materialistischen nachzeichnet (vgl. Pia Garske). Auf der Ebene der Kultur-/Naturwissenschaftsverschränkung finden sich Weiterentwicklungen der Cyborgfiguration, die Donna Haraway in den 1980er Jahren entworfen hat. Hier zeigen sich überaus produktive Auseinandersetzungen
mit dem feministischen Materialismus, der sich auch auf Haraways feministische Ökologie(kritik) bezieht.
Mit einem neuen Verständnis der Verschränkung von Mensch und Natur geht auch eine neue Fragestellung
des Zusammenhangs von Care und Natur (vgl. Katz/Gottschlich) einher. Einer kritischen Auseinandersetzung
mit den Vorstellungen der Verschränkungen von Materialismus, Magie und Kunst kommt die Reihe mit einem
Vortrag von Dr. Susanne Witzgall nach. Auf künstlerisch/kulturwissenschaftlicher Ebene wird der Verbindung von Materialität und Gender auch in dem Beitrag der Künstlerin Katrin Mayer nachgegangen. Ihre gemeinsam mit Eske Schlüters realisierte Arbeit „time to sync and swim“ nimmt Bezug auf Virginia Woolfs „Orlando“ und mischt die Kategorien Identität, Geschlecht und Materialität neu.
Zeit Beginn: 01.02.2018, 18:00 Uhr
Ende: 01.02.2018 , 19:00 Uhr
Ort Tagungs- und Veranstaltungshause Alte Mensa, Wilhelmsplatz 3, Taberna
Kontakt 0551 39-10937
info@gcg.uni-goettingen.de
Externer Link http://www.uni-goettingen.de/de/veranstaltungen...
Dateianhang Zirkulation_Flyer.pdf