Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Dr. Nora Vogt hat in Dresden und Bordeaux Internationale Beziehungen studiert und sich dann an der Georg-August-Universität Göttingen im Masterstudiengang "International Economics" auf Institutionenökonomik spezialisiert. Nach einem Carlo-Schmid-Praktikum bei der "United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization" (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur - UNESCO) in Paris war Dr. Vogt von 2010 bis 2013 Mitglied im Göttinger Promotionsstudiengang "Biodiversität und Gesellschaft". 2013 wurde sie mit einer kumulativen Dissertation zur Rolle von Vertrauen und Reziprozität in öffentlichen Ausschreibungen am Beispiel marktbasierter Umweltschutzinstrumente promoviert, die von Prof. Dr. Kilian Bizer, Professur für Wirtschaftspolitik und Mittelstandsforschung, betreut wurde.

2012 hat sie als Gastwissenschaftlerin mehrere Monate in Canberra an der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) geforscht. 2014 wurde Dr. Vogt mit dem Florenz-Sartorius-Preis der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät für die beste volkswirtschaftliche Dissertation des Jahres 2013 ausgezeichnet.


1) Was ist Ihre derzeitige Position? Beschreiben Sie bitte kurz Ihr Tätigkeitsgebiet.

Regierungsrätin im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die thematischen Schwerpunkte des Ministeriums werden durch insgesamt acht Abteilungen abgebildet. Ich bin in der Abteilung für Grundsatz- und Strategiefragen tätig. Hier werden u.a. die Hightech-Strategie der Bundesregierung weiterentwickelt sowie die Grundlinien der Innovationspolitik und neue Instrumente der Förderung konzipiert. Ich betreue verschiedene Fördermaßnahmen zur Innovationsförderung. Diese zielen z.B. auf eine Verbesserung des Wissens- und Technologietransfers oder der Stärkung der Innovationskraft kleiner und mittlerer Unternehmen.


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

  • 2013-2014: Universität Göttingen, Professur für Wirtschaftspolitik und Mittelstandforschung, Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk
  • 2014-2015: Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Hannover
  • 2015: DLR Projektträger, Berlin
  • Seit 2016: BMBF, Berlin




3) War die Promotion Voraussetzung für die jetzige Stelle und inwiefern haben die im Studium bzw. während der Promotion erworbenen Fähigkeiten Sie auf die Praxis vorbereitet?

Eine Promotion ist keine generelle Eintrittsvoraussetzung für die Arbeit im Ministerium. Im Rahmen der Erstellung einer eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit wie etwa der Dissertation lernt man aber neben dem vertieften Fachwissen auch, sich sehr gut zu organisieren, selbstständig unvorhergesehene Probleme zu lösen und eigene Ideen zu präsentieren. Diese Erfahrungen bilden neben dem ökonomischen Fachwissen ein gutes Handwerkszeug.


4) Denken Sie an Ihre Zeit in Göttingen zurück...

...erinnere ich mich an die hohe Lebensqualität. Göttingen hat ein quirliges und sympathisches Stadtzentrum. Mit Freunden und Kommilitonen konnte man sich unkompliziert verabreden und viel schöne Zeit gemeinsam verbringen. In besonderer Erinnerung sind mir auch die vielen Schilder geschichtsträchtiger Bewohnerinnen und Bewohner an den Gebäuden in der Innenstadt geblieben. Die lange Wissenschaftstradition der Stadt ist beeindruckend.


5) Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Neben einem längeren Auslandaufenthalt und dem einen oder anderen sinnvoll ausgewählten Praktikum während des Studiums sollte man sich Zeit nehmen, die Studieninhalte zu reflektieren und zu ergründen, was die persönlichen und fachlichen Stärken sind. Das gibt Orientierung beim Berufseinstieg und hilft bei den damit verbundenen Entscheidungen.