Seminar für Englische Philologie

FoLL IV: The Parritch and the Partridge, Updated

Zu dem schottischen Dichter Robert Burns (1759-1796) hat Deutschland eine ganz besondere Beziehung: Die erste nachweisbare gedruckte Übersetzung eines seiner Gedichte war ins Deutsche, und kein anderes europäisches Land hat so viele Ausgaben seiner Werke vorzuweisen wie Deutschland. Die Geschichte der Rezeption von Burns' Werken im deutschsprachigen Raum ist vielfältig. Sie reicht von eindeutschenden Nachdichtungen und Übersetzungen seiner Werke über musikalische Anverwandlungen bis hin zur Verarbeitung seiner Texte in Reiseberichten und fiktiven Autobiographien - und das, obwohl Burns in einem auch für englische Muttersprachler teils schwer zu verstehenden schottischen Dialekt schrieb.

Wer sich heute mit der Rezeption von Burns' Texten in Deutschland beschäftigen möchte, kommt an der Dissertation von Dr. Rosemary Selle nicht vorbei. Unter dem Titel "The Parritch and the Partridge: The Reception of Robert Burns in Germany" legte sie 1981 eine detaillierte Studie zu allen Aspekten der literarischen Verarbeitung von und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Werk Robert Burns' zwischen 1787 und 1980 vor. Die Dissertation wurde allerdings nur maschineschriftlich eingereicht und nicht in Buchform veröffentlicht. Der Wirkungsgrad - die Rezeption der Studie selbst - ist daher sehr eingeschränkt; im englischen Raum gibt es nur vier Kopien, im schottischen keine einzige.

Das Projekt beschäftigt sich mit einer Ausgabe der Dissertation in Buchform. Angestrebt wird nicht einfach eine Faksimile-Ausgabe der Originalschrift, sondern eine edierte und aktualisierte Neufassung. Während die eigentlichen Ergebnisse der Studie immer noch Gültigkeit haben, hat sich insbesondere im Hinblick auf die Erreichbarkeit der untersuchten Ausgaben und Einzeltexte durch den technischen Fortschritt viel getan. Zudem muß eine Neuauflage auch die entsprechende Literatur vergangenen 30 Jahre verarbeiten.


Projektleitung: Dr. Frauke Reitemeier
Mentorin: Prof. Dr. Barbara Schaff