Centrum Orbis Orientalis et Occidentalis (CORO)

Julius-Wellhausen-Vorlesung

Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen hat 2007 eine neue Reihe öffentlicher Vorträge, die Julius-Wellhausen-Vorlesung, eingerichtet. Einmal im Jahr wird ein Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin, vorzüglich aus dem Ausland, eingeladen, um einen allgemein verständlichen Vortrag über ein Thema aus den Gebieten der klassischen und orientalischen Altertums-wissenschaften zu halten. Die Vorlesung wird aus einer eigens zu diesem Zweck gegründeten Stiftung finanziert, für die ein Mitglied der Akademie das Grundkapital zur Verfügung gestellt hat. Das von Akademie und Universität gemeinsam getragene Centrum Orbis Orientalis et Occidentalis – Zentrum für Antike und Orient (CORO) richtet die Veranstaltung aus.

Die Vorlesung ist nach einem der bedeutendsten Gelehrten benannt, die das Gesicht der Universität Göttingen im 19. Jahrhundert prägten. Julius Wellhausen (1844–1918) forschte im Laufe seines Lebens über drei Gebiete: das Alte Testament, das Neue Testament und das alte Arabien, anders ausgedrückt: das Judentum, das Christentum und den frühen Islam. In allen drei Disziplinen hat er Bahnbrechendes geleistet, von dem diese bis heute zehren und worauf sie nach wie vor aufbauen. Die nach ihm benannte Vorlesung will zum einen an den Forscher Julius Wellhausen erinnern, zum anderen zur Fortsetzung und öffentlichen Verbreitung der Forschungen in den von ihm repräsentierten und benachbarten philologisch-historischen Disziplinen beitragen.

Über Julius Wellhausen:
Rudolf Smend: Julius Wellhausen. Ein Bahnbrecher in drei Disziplinen, Carl Friedrich von Siemens Stiftung, Themen Bd. 84, München 2006.