Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Dr. Sebastian Ludorf, Consultant bei der diligent technology & business consulting GmbH, Frankfurt am Main

Dr. Sebastian Ludorf studierte an der Georg-August-Universität Göttingen von 2006 bis 2009 Betriebswirtschaftslehre (Bachelor of Science) und von 2009 bis 2012 Unternehmensführung (Master of Science). Während dieser Zeit absolvierte er auch ein Auslandssemester in Helsinki, Finnland. Anschließend war Sebastian Ludorf als wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Graduiertenkolleg 1703 "Ressourceneffizienz in Unternehmensnetzwerken" tätig und Doktorand an der Professur für Handelsbetriebslehre. Im Dezember 2015 wurde ihm nach erfolgreicher Verteidigung seiner Dissertation der Doktortitel verliehen.


1) Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position / in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Seit dem 1. April 2016 bin ich als Consultant für das auf CRM, Prozessoptimierung und IT-Management spezialisierte Beratungsunternehmen diligent technology & business consulting GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main tätig. Zu meinen Aufgaben gehören u.a. die Kunden- und Projektakquise, die Durchführung von Anforderungs-Workshops bei Kunden, die Leitung von Projekten, die Konzeption und Durchführung von Marketingkampagnen sowie diverse interne Projekte. Besonders interessant sind hierbei der direkte Kundenkontakt, die Zusammenarbeit mit unseren Teams in Frankfurt und unserer Zweitniederlassung in Budapest sowie das tägliche Arbeiten auf Augenhöhe mit der Geschäftsführung.


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Direkt nach dem erfolgreichen Abschluss meiner Promotion begann ich mit der Stellensuche. Beim Bewerbungsprozess war ich relativ offen und flexibel. Eine ungewöhnliche Stellenanzeige mit dem Titel "Betriebswirtschaftlicher Allrounder gesucht" weckte mein Interesse, da ich bereits innerhalb meines Studiums und auch während meiner Promotion thematisch sehr breit aufgestellt war. Konkret gesucht wurde hierbei ein Assistent der Geschäftsführung. Beim Vorstellungsgespräch waren wir uns sofort sympathisch und es wurde deutlich, dass ich in dem Unternehmen auch andere Aufgaben als die ursprünglich angedachten übernehmen kann. So wurde quasi eine eigene Stelle für mich geschaffen und ich bin nun als Unternehmensberater mit einem sehr vielseitigen Tätigkeitsfeld in zahlreichen Funktionen und Bereichen tätig.


3) Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Der Berufseinstieg erfolgte bei mir relativ reibungslos und direkt im Anschluss an das Ende meiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Etwas aufregend war der Übergang aber dennoch, da ich aufgrund der kurzfristigen Zusage weniger als eine Woche Zeit hatte, mir in Frankfurt eine Wohnung zu suchen und den Umzug zu bewerkstelligen.

Das Studium im Göttingen hat mich fachlich gut auf meine jetzige Tätigkeit vorbereitet, da es (aller Kritik am Bachelor/Master-System zum Trotz) ein breites betriebswirtschaftliches Wissen vermittelt. Neben den fachlichen Kenntnissen waren aber auch die Präsentationen und Vorträge im Studium sowie die Konferenzteilnahmen während der Promotion eine gute Vorbereitung auf verschiedene Situationen im beruflichen Alltag. Als besonders lehrreich und prägend empfand ich mein Semester im Ausland - etwas, das ich allen Studierenden nur empfehlen kann!


4) Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Es geht nicht darum, die gelernten Vorlesungsinhalte in der Praxis 1:1 anzuwenden bzw. wiederzufinden - das würde der Realität auch nicht gerecht werden. Vielmehr soll ein Studium meiner Meinung nach neben der reinen Wissensweitergabe vor allem die Fähigkeit vermitteln, neue Themenbereiche zu erschließen und dabei die richtigen Fragen zu stellen. Dies ist auch im Arbeitsalltag unverzichtbar. Nur so kann man sich bspw. in unterschiedlichste Branchen und Kunden hineinversetzen oder mit den anderen Fachbereichen im eigenen Unternehmen erfolgreich zusammenarbeiten.

Neben den im Studium vermittelten Fachkenntnissen sowie analytischen und organisatorischen Fähigkeiten ist dabei auch und vor allem die Fähigkeit zur interdisziplinären und interkulturellen Zusammenarbeit im Arbeitsalltag sehr bedeutsam, wenn es bspw. gilt, mit den eigenen Technikern oder internationalen Kunden zusammenzuarbeiten. Diese Fähigkeiten lassen sich gut im Rahmen eines Auslandssemesters trainieren.


5) Denke ich an meine Studienzeit in Göttingen zurück...

...dann erinnere ich mich stets an eine sehr schöne und ereignisreiche Zeit! Ich habe fast 10 Jahre in Göttingen gelebt und dabei mehrere Phasen einer akademischen Karriere durchlaufen: vom Studenten über die Tätigkeit als studentische Hilfskraft bis hin zum wissenschaftlichen Mitarbeiter und nun Alumni. Während dieser Zeit wurde Göttingen für mich wie eine zweite Heimat. Die gemütliche Studentenstadt mit den kurzen Wegen verfügt über eine gut ausgestattete Universität und ideale Infrastruktur. Die junge Bevölkerung füllt die Stadt nicht nur tagsüber mit Leben und schafft so eine angenehme Studienatmosphäre.

Auch heute noch habe ich zahlreiche Freunde in Göttingen und einen engen Kontakt zu mehreren Lehrstühlen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Regelmäßig und immer wieder gerne kehre ich nach Göttingen zurück, bspw. zur traditionellen Lehrstuhl-Weihnachtsfeier. Ich kann daher allen Interessierten nur empfehlen, nach Göttingen zu kommen und hier zu studieren.


6) Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg?

  • Stellen Sie sich im Studium möglichst breit auf. Dadurch erwerben Sie Kompetenzen in unterschiedlichen Gebieten, haben später mehr berufliche Optionen und bieten sich so auch eher für Führungspositionen an.
  • Seien Sie offen und flexibel. Fixieren Sie sich beim Bewerbungsprozess nicht nur auf die eine Wunschstelle, sondern werfen Sie auch einmal einen Blick in Ihnen bislang unbekannte Branchen und Aufgabengebiete. Aus eigener Erfahrung heraus kann ich sagen, dass sich hierbei oft interessante Möglichkeiten ergeben.
  • Fokussieren Sie sich nicht nur auf die großen DAX-30 Unternehmen, denn Deutschland verfügt auch über einen starken Mittelstand mit zahlreichen international erfolgreichen Unternehmen. Diese bieten oftmals vielseitigere, abwechslungsreichere und ganzheitlichere Aufgaben, kleinere Teams sowie eine auf Freundschaft basierende Unternehmenskultur.