Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Annika Strahl, Personalbetreuung und HR Controlling, TUI Customer Operations GmbH (TCO), Hannover

Annika Strahl hat von 2011 bis 2014 an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät den Bachelorstudiengang Wirtschaftspädagogik und im Anschluss daran von 2014 bis 2016 den Masterstudiengang Wirtschaftspädagogik studiert.


1) Bei welchem Unternehmen sind Sie beschäftigt und in was für einer Position/ in welchem Bereich arbeiten Sie dort? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich bin bei der TUI Customer Operations GmbH (TCO) in Hannover angestellt und arbeite dort im Bereich Personalbetreuung und Human Resources (HR) Controlling. Mein Tätigkeitsfeld umfasst die Beratung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen arbeitsvertraglichen sowie steuer-und sozialversicherungsrechtlichen Fragestellungen vom On-Boarding bis zum Austritt.

Im Bereich Controlling besteht meine Aufgabe unter anderem in der Kontrolle von HR-Kennzahlen für die einzelnen Geschäftsbereiche, der Berichterstattung (Reporting) an den Konzern und der Planung von zukünftigen Personalkosten. Zudem betreue ich als Ausbilderin die Auszubildenden in unserer Abteilung.


2) Wie haben Sie diese Position erlangt bzw. wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Nach dem Abitur habe ich zunächst ein Praktikum in der Personalabteilung der Continental ContiTech Transportbandsysteme GmbH in Northeim gemacht und anschließend dort eine Ausbildung zur Industrie-und Europakauffrau absolviert. Während dieser Ausbildung habe ich bereits großes Interesse an personalwirtschaftlichen Themen entwickelt und so im Anschluss das Studium der Wirtschaftspädagogik mit Zweitfach Germanistik an der Georg-August-Universität in Göttingen aufgenommen. Über ein Praktikum im Recruiting Office der TUI Business Services GmbH bin ich dann an meinen derzeitigen Job bei der TCO gekommen.


3) Wie haben Sie Ihren Berufseinstieg erlebt bzw. wie hat das Studium auf die Praxis vorbereitet?

Ich habe festgestellt, dass sich ein Direkteinstieg nach der Uni doch recht schwierig gestaltet. Der Großteil der Unternehmen möchte bevorzugt junge Bewerberinnen und Bewerber mit Masterabschluss, diversen einschlägigen Praktika, Auslandserfahrung, einem Studium in der Regelstudienzeit, mindestens zwei fließenden Fremdsprachen und fünf Jahren Berufserfahrung. Eine Forderung, die kaum ein Studierender nach dem Studium erfüllt. Für mich war es ein guter Weg, über das Praktikum einzusteigen. Heutzutage werden Stellen meist zunächst intern ausgeschrieben und nur bei erfolgloser Suche extern besetzt. Als Praktikantin hatte ich so Zugang zum internen Stellenpool.


4) Inwiefern wenden Sie Ihre im Studium erlernten Fähigkeiten und Fachkenntnisse im Beruf an?

Auch wenn ich den verschiedenen Lerntheorien, Matrizen oder Goethes Faust in meinem beruflichen Alltag eher selten begegne, so hat mir das Studium sehr geholfen, wirtschaftliche Gesamtzusammenhänge besser zu verstehen und nachvollziehen zu können. Ich habe gelernt, selbstständig zu arbeiten und komplexe Probleme durch systematische Herangehensweise zu lösen. Auch die Fähigkeit, adressatengerecht auf unterschiedlichen Hierarchieebenen zu kommunizieren, habe ich im Studium erlangt und wende sie heute im Umgang mit Auszubildenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Führungskräften täglich an.


5) Denken Sie an Ihre Studienzeit in Göttingen zurück?

Meine fünfjährige Studienzeit in Göttingen ist mir durchweg positiv in Erinnerung geblieben. Alles begann mit der WiWi-O-Phase, in der mir wertvolle Werkzeuge an die Hand gegeben wurden, um den ersten Studienabschnitt erfolgreich zu überstehen. Ich hatte das Glück, bereits an meinem allerersten Unitag Menschen zu begegnen, die mich das ganze Studium über begleitet haben und es bis heute noch tun. Göttingen war für mich der ideale, überschaubare Studienort, der mit seinen vielfältigen Kultur-und Freizeitangeboten dazu einlud, das Studentenleben außerhalb der Uni reichlich zu genießen.

Ich erinnere mich gerne an zahlreiche Abende an der Leine oder im Thanners, die nicht selten in dem einen oder anderen Club ausgeklungen sind, an diverse WG-Feiern oder sonnige Freistunden unter den wunderschön erblühten Kirschbäumen auf dem Campus zurück. Die Uni bietet durch zahlreiche Seminare, Tutorien und Vorlesungen, die man zumindest in höheren Semestern (relativ) frei wählen kann, die Möglichkeit, das Studium seinen eigenen Präferenzen entsprechend zu gestalten. Ich würde mich sowohl für den Studienort als auch für die Universität immer wieder gern entscheiden!


6) Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg?

Nutzt das Studium, um Praktika zu absolvieren und Kontakte in die Wirtschaft zu knüpfen. Auch wenn das Ende des Studiums noch in weiter Ferne scheint, ist es immer wichtig die Zukunft im Auge zu behalten. Trotz Credits, Regelstudienzeit und Leistungsdruck solltet ihr nie vergessen, dass nicht nur die fachlichen Kompetenzen für euren späteren beruflichen Erfolg wichtig sind, sondern vor allem auch soziale und persönliche. Verliert bei der Jobsuche nicht den Mut, seid flexibel und bedenkt immer, dass der erste Job nur selten der Traumjob ist. Er stellt viel mehr ein Sprungbrett für die spätere berufliche Wunschlaufbahn dar.