Angaben zur Person:


12.1.1974:geboren in Neustadt a. Rbge
1993:Abitur
1993-1995:Studium an der Universität Hannover, Mathematik / Philosophie
1995-2000:Studium an der Universität Göttingen, Mathematik / Ev. Theologie
Dez. 2000:Erste Staatsprüfung für das Lehramt am Gymnasium, Mathematik / Ev. Theologie
ab 2001:wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. E. Mühlenberg im Fach Kirchengeschichte an der Universität Göttingen und wissenschaftliche Hilfskraft an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen bei der Patristischen Kommision.
2002:Promotionsstipendium der Niedersächsischen Graduiertenförderung
Okt. 2002-Sept. 2006:wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kirchengeschichte bei Prof. Dr. E. Mühlenberg
Sept. 2004:Abgabe der Dissertation zum Thema: Nikolaus von Kues und Meister Eckhart. Rezeption im Spiegel der Marginalien zum Opus tripartitum Meister Eckharts. Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters, Neue Folge Band 69, Münster 2006.
04.5.2005:Tag des Rigorosums
2006-2010:wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Systematische Theologie bei Prof. Dr. J. Ringleben


Interessenschwerpunkte:


  • Theologie-, Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte des Mittelalters;
  • (Spannungs-)verhältnis von Vernunft und Glaube, "Mystik" und "Logik" in Geschichte und Gegenwart;
  • Anthropologie im frühen Christentum.



In meinem Habilitationsvorhaben beschäftige ich mich mit der christlichen Lehre von der Seele im zweiten und dritten Jahrhundert n. Chr. In dieser Zeit hatten die Christen mit der Bibel, den eigenen Fragen oder Überzeugungen und den zeitgenössischen philosophischen Schulen zu ringen, um dann eine reflektierte Seelenlehre zu präsentieren, deren grundlegende Bestimmungen die folgenden Jahrhunderte letztlich – bis in die heutige Zeit – überdauerte. Der Spielraum für zentrale Fragen – ob die Seele unsterblich ist (bei Tatian noch diskutiert und fraglich), ob die Unsterblichkeit der Seele natürlich und wesensmäßig zukommt (z.B. Origenes) oder aus dem Willen Gottes und aus Gnaden (z.B. Justin), ob sie nur den höheren Seelenteil und damit die Vernunft (wg. der Auferstehungshoffnung bei keinem christlichen Theologen in „Reinform“ zu finden) oder die ganze Seele (bes. Tertullian), ob die Seele präexistent ist (z.B. Origenes) oder individuell geschaffen (angedeutet von Clemens) – wurde immer enger, bis man zu grundlegenden und kaum mehr hinterfragten Ansichten, gleichsam als Paradigmen, gekommen war. Im Zentrum der Untersuchung steht Tertullian mit seiner Schrift "De anima", da Tertullian in Auseinandersetzung mit sog. valentinianischer Gnosis ein fundamentales Interesse an der Einheit des Menschen und pointiert an der Einheit seiner Seele zeigt, das es rechtfertigt, in Tertullian den ersten christlichen Denker zu sehen, der reflektiert und sachlich entfaltet in der Seele das eigentliche Selbst des Menschen ausmacht. Da für Tertullian die Bestimmung der Seele als selbstmächtig (d.h. ausgestattet mit libera potestas arbitrii bzw. autexousion) zentral ist als konstituierendes Moment für die Eigenständigkeit und Ansprechbarkeit des Menschen und dadurch sein Wesen bestimmt, liegt auf der Kategorie der Wahlfreiheit und Selbstbestimmung ein großes Gewicht.


Veröffentlichungen:

Monographie:


  • Nikolaus von Kues und Meister Eckhart Rezeption im Spiegel der Marginalien zum Opus tripartitum Meister Eckharts (Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters. Neue Folge; Band 69), Münster 2006


Aufsätze und Beiträge in Sammelwerken:


  • Die Meister Eckhart-Rezeption des Nikolaus von Kues. Einige Beobachtungen zu den Sermones CXL und CXLI des Nikolaus von Kues, in: Klaus Reinhardt und Harald Schwaetzer (Hg.): Nicolaus Cusanus. Perspektiven seiner Geistphilosophie. Internationale Tagung junger Cusanus-ForscherInnen vom 24.-26. Mai 2002 am Institut für Cusanus-Forschung an der Universität und der Theologischen Fakultät Trier (2003), 149-162

  • How the early Christians discovered the soul, in: Averil Cameron / Mark J. Edwards (Hg.), Proceedings of the 15th International Conference on Patristic Studies (Oxford 2007), Studia Patristica (im Druck).

  • zusammen mit Pasquale Arfé: Cusa wihin Mystical and Hermetic Tradition, in: Arne Moritz (Hg.), Nicholas of Cusa (1401-1464) – Historical and Analytical Approaches, erscheint in der Reihe „Brill’s Companion“ (eingereicht, erscheint 2010)

  • Athanasius – Anthropologie, in: Peter Gemeinhardt (Hg.), Athanasius Handbuch, erscheint bei Mohr Siebeck (eingereicht, erscheint 2011)

  • Athanasius – Soteriologie, in: Peter Gemeinhardt (Hg.), Athanasius Handbuch, erscheint bei Mohr Siebeck (eingereicht, erscheint 2011)

  • Abegescheidenheit und gelâzenheit (Abgeschiedenheit und Gelassenheit, detachment, détachement), in: Walter Euler, Klaus Reinhardt, Harald Schwaetzer, Marie-Anne Vannier (Hg.), l`Encyclopédie des mystiques rhénans (titre proivisoire) (eingereicht)


Herausgeberschaft:


  • zusammen mit Ute Mennecke: Ekkehard Mühlenberg, Gott in der Geschichte. Ausgewählte Aufsätze zur Kirchengeschichte (AKG 110), Berlin 2008


Rezensionen:


  • Katrin Platzer, Symbolica venatio und scientia aenigmatica. Eine Strukturanalyse zu Gegenwartsfragen Bd. 6, Frankfurt a. M. 2001, in: Litterae Cusanae 2,2 (2002), 74-77

  • Martin Thurner (Hg.), Nicolaus Cusanus zwischen Deutschland und Italien: Beiträge eines deutsch-italienischen Symposiums in der Villa Vigoni, Berlin 2002, in: Archa Verbi 1 (2004), 217-219

  • Ulrich Volp, Die Würde des Menschen. Ein Beitrag zur Anthropologie in der Alten Kirche (SVigChr 81) Leiden/Boston 2006, in: Zeitschrift für Antikes Christentum 13 (2009), 168-171