Zentrum für Theorie und Methoden der Kulturwissenschaften

Kurzbericht über unsere Veranstaltungen während des SoSe 2017


  • Featured Thinker Michael Giesecke: Die Entdeckung der kommunikativen Welt


  • Im Juni hatten wir mit Michael Giesecke einen bedeutenden Vertreter der deutschen Kommunikationswissenschaft als Featured Thinker zu Gast. Im Mittelpunkt von Michael Gieseckes Arbeit steht die Erforschung menschlicher Kommunikationssysteme, die er unter anderem aus historischer, psychologischer und medienwissenschaftlicher Sicht heraus untersucht hat. Besonders ist dabei sein Anliegen die Heterogenität dieser Systeme als Grundlage seiner methodisch-theoretischen Zugriffe zu machen. Während des ganztätigen Workshop diskutierten wir auf Basis von Impulsvorträgen von Dr. Julia Schneider (Sinologie), Dr. Nikolaus Linder (Rechtswissenschaft) und Christian Wachter (Geschichtswissenschaft) zentrale Thesen von Gieseckes Arbeiten. Dabei wurde im Rahmen der Themenkomplexe "Transregionale Geschichte", "Buchdruck in der Frühen Neuzeit" und "Kommunikation und Information im digitalen Zeitalter" besonders Gieseckes Konzept vom triadischen Denken diskutiert, womit er die vorherrschende wissenschaftliche Praxis in Dualitäten oder Gegensätzen zu denken durchbricht.



  • Harald Wohlrapp: Die Brücke von Venedig und die Stufen der Argumentation


  • Nachdem wir im vergangenen Wintersemester 2016/17 bereits Christoph Lumer über "Argumentationstypen und Theorien" aus einer erkenntnistheoretischen Perspektive haben sprechen hören, folgte dieses Semester mit Harald Wohlrapp der zweite Teil unserer kurzen Reihe zum Thema der Argumentationstheorie. Wohlrapp beschrieb Argumentation als eine Praxis, die dazu dient, um Regeln am konkreten Fall für genau diesen herzustellen. Allgemein verbindliche Regeln existieren nicht mehr. Mit Lumer und Wohlrapp haben wir damit sehr unterschiedliche Theorieansätze zur Disposition gestellt bekommen, die das Spektrum von einem sehr normativen Verständnis des Argumentierens (Lumer) bis zu einem von Argumentation als eine kulturelle Praxis abdecken. Beide Ansätze machten aber noch einmal besonders die fundamentale Rolle des Argumentierens in jeder wissenschaftlichen Praxis deutlich und regten zu weiteren Betrachtungen an.



  • Fotis Jannidis: Theorie der Digital Humanities


  • Unser Semesterprogramm wurde im April mit einem Vortrag von Fotis Jannidis zur "Theorie der Digital Humanities" eröffnet, den wir in Zusammenarbeit mit dem Centre for Digital Humanities und Gerhard Lauer organisierten. Am Beispiel von Verfahren der quantitativen Textanalyse wurden die Möglichkeiten digitaler Untersuchungsmethoden vorgestellt. Dabei wurde ein besonderer Fokus auf die Untersuchung von Literaturkorpora im Kontext der Literaturwissenschaft, besonders der Germanistik, gelegt.