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Das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) ab März 2018

Die Neuregelung des Urheberrechts, das UrhWissG, wird ab dem 01.03.2018 in Kraft treten und den rechtssicheren Umgang mit urheberrechtlich geschütztem Material in Bildung und Forschung neu definieren. Damit können Lehrende durch übersichtliche und einfache Regelungen die Zugänglichkeit fremder Werke für ihre Studierenden festlegen und es wird sichergestellt, dass die UrheberInnen eine angemessene Vergütung für ihre Werke erhalten.

Mit dem explizierten Ausschluss einer Einzelabrechnung mit den Verwertungsgesellschaften wie der VG Wort greift das Gesetz zudem eine der wichtigsten Erfordernisse der universitären Lehre auf.

Im Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) wird die Nutzung in Lehre und Forschung in einem neuen Paragraphen 60 geregelt. Der § 52a UrhG und andere entfallen. Die wichtigsten Aspekte des neuen § 60 UrhWisssG in aller Kürze sind folgende:

  • § 60a UrhWissG erlaubt die Nutzung von bis zu 15% des urheberrechtlich geschützten Werkes für Unterricht und Lehre an Hochschulen. Auch einzelne Artikel dürfen weiterhin ganz verwendet werden – allerdings nur aus wissenschaftlichen oder Fachzeitschriften.

    In diesem Artikel wurde der Nutzerkreis von ursprünglich Lehrenden und TeilnehmerInnen der jeweiligen Veranstaltung um weitere Personen derselben Hochschule (PrüferInnen und Dritte, die den Unterricht und/oder Unterrichts- und Lernergebnisse an der Hochschule präsentieren, erweitert.

  • Für eigene wissenschaftliche Forschung darf sogar bis zu 75% eines Gesamtwerkes gemäß § 60c UrhWissG verwendet werden, die nicht-kommerzielle wissenschaftliche Forschung darf 15% eines Werkes vervielfältigen.

  • Zum ersten Mal werden wissenschaftliche Forschungsmethoden, die sich der automatisierten Auswertung (sog. Text- und Data-Mining) bedienen mit dem § 60d UrhWissG geregelt.

  • Die Regelungen für Bibliotheken sind unter § 60e UrhWissG festgehalten. Sowohl Ausstellungen, Verleih als auch die Vervielfältigung von Werken durch Nutzerinnen und Nutzern wird definiert. Bspw. wird die Vervielfältigung bis zu 10% eines Werkes durch Nutzerinnen und Nutzern zu nicht kommerziellen Zwecken ermöglicht.

  • In § 60g-§ 60h wird auch die angemessene Vergütung der Urheber geregelt. Durch eine pauschale Vergütung der Verwertungsgesellschaften entfällt die mühsame Einzelabrechnung jeder Nutzung.


  • (Quellen: BMBF und BMJV)


Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft (Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz - UrhWissG)
Download: Bundesgesetzblatt