Kunstgeschichtliches Seminar

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Orientbilder Titelbild_100PxManfred Luchterhandt, Lisa Marie Roemer und Verena Suchy (Hrsg.)
Das unschuldige Auge
Orientbilder in der frühen Fotografie
Petersberg 2017 / 29,95 €


Als „unschuldiges Auge“ bezeichnete man im 19. Jahrhundert die Linse der Kamera in ihrer Eigenschaft, ein vermeintlich reales Abbild der physischen Welt zu schaffen. Diese heute naiv anmutende Sichtweise gewinnt besondere Brisanz in der bildlichen Repräsentation fremder Kulturen, ist doch die Fotografie zu einem gewissen Grad immer auch arrangiertes Konstrukt und eben kein wertneutrales Abbild. Vor dem Hintergrund dieser Ambiguität des Mediums widmen sich Buch und Ausstellung der Frage, inwieweit das Aufkommen der Fotografie seit 1839 den Blick auf einen mit Wertvorstellungen hochgradig besetzten Kulturraum veränderte und welchen kulturellen, touristischen und kommerziellen Mechanismen sie folgte. Dabei werden auch die unterschiedlichen Erwartungen an das neue Medium, dessen Beitrag zum modernen Weltwissen und schließlich seine Rolle als Instrument von Politik, Wissenschaft, Archäologie und Ethnografie beleuchtet. Themen sind die Arbeit der Fotografen und kommerziellen Studios, fotografische Expeditionen, die Weltausstellungen, das Verhältnis von Fotografie und Malerei, die Selbstrepräsentation osmanischer Eliten, das Bild von Gesellschaft und Religion, die Rolle der Fotografie als Instrument der Orientwissenschaften, aber auch die Nachlässe bedeutender Orientforscher. Den zeitlichen Beginn markiert Napoleons Ägyptenexpedition an der Schwelle zum 19. Jahrhundert, den Abschluss bilden die jüdische Fotografie und der 1911 gedrehte „First Film of Palestine“.



GiWeiSchiMarion Hilliges, Christian Scholl (Hrsg.)
Gilly - Weinbrenner - Schinkel
Baukunst auf Papier zwischen Gotik und Klassizismus
Göttingen 2016.


Fünf be­deutende Kon­volute von Architektur­zeich­nungen und -re­produktionen aus den Beständen der Göttinger Universitäts­kunst­sammlung und der Nieder­sächsischen Staats- und Universitäts­bibliothek Göttingen werden in der Aus­stellung "Gilly - Wein­brenner - Schinkel" erst­mals ge­meinsam ge­zeigt. Eine be­sondere Entdeckung bieten dabei Friedrich Gillys Ent­würfe für ein Theater in Stettin: Es sind die früh­esten über­haupt be­kannten, über­dies brillant in Szene gesetzten Zeichnungen des früh ver­storbenen Lehrers von Karl Frie­drich Schinkel. Weitere Ein­blicke in die Architekten­praxis um 1800 ver­mittelt eine Mappe mit Zeich­nungen für ein Theater in Königs­berg, die ver­mutlich Carl Ferdinand Lang­hans nach Ent­würfen Gillys an­gefertigt hat. Von der Mittel­alter-Faszination dieser Zeit zeugt Friedrich Fricks eben­falls nach Vorl­agen Gillys ge­druckte Aqua­tinta-Serie "Schloss Marien­burg in Preußen". Für einen prag­matischen, aber nicht minder be­merkenswerten Um­gang mit mittel­alterlicher Bau­substanz stehen Friedrich Wein­brenners Ent­würfe für den Um­bau der Göttinger Pauliner­kirche zur Universitäts­bibliothek. Und schließlich be­legen Karl Frie­drich Schinkels druck­graphisch re­produzierten Ent­würfe für einen Königs­palast auf der Akropolis in Athen, wie lange man im 19. Jahr­hundert an einer schöpferischen Er­neuerung des griechischen Alter­tums arbeitete. Die im Katalog erfassten Zeich­nungen und Drucke laden dazu ein, Um­brüche und Leit­motive in der Architektur­darstellung um und nach 1800 nach­zu­vollziehen. Fünf ein­leitende Auf­sätze eröffnen zu­sätzliche Forschungs­perspektiven. So wird die Möglichkeit geboten, Motive, Funktionen und Wirkungs­weisen von Bau­kunst auf Papier zwischen Klassizismus und Gotik­rezeption anhand be­sonders attraktiver Werke zu ver­folgen.



Bartsch Cover PublikationAnne-Katrin Sors, Stephan Brakensiek, Anette Michels (Hg.)
Copy.Right. Adam von Bartsch.
Kunst – Kommerz – Kennerschaft.
Petersberg 2016.


Die Zeit um 1800 war eine Epoche des gesell­schaftlichen wie wissen­schaftlichen Umbruchs. Auch im Bereich der Kunst verdichtete sich die Dis­kussion über den Wert der Kunst, ihr Studium und den Aspekt, den Kenner­schaft dabei zu spielen hatte. Inner­halb dieses Prozesses kam der Reproduktions­graphik nach Hand­zeich­nungen eine wachsende Be­deutung zu, denn man verstand die auf Papier realisierten Kunst­werke als vielfach erste, unmittelbare Formu­lierungen der künstler­ischen Idee und somit als Aus­druck ihres Genies. Das Geheimnis lag in der Komp­osition und in den sie indi­viduell reali­sierenden Strichen, die nun mittels der Reproduktions­graphik angemessen und nach­vollziehbar einem größeren Publikum zu Studien- und Bildungs­zwecken zur Verfügung gestellt werden konnten.
Das adäquate Kopieren – copy.right, verstanden als künstler­ische Über­setzung des Vor­bilds, erreichte eine neue Qualität, die mit inno­vativen Druck­techniken verbunden war. In diesem Prozess spielte Adam von Bartsch (1757–1821) eine wichtige Rolle. Als Kustos der Gra­phischen Sammlung der Wiener Hof­bibliothek ist er heute Fach­wissenschaftlern als »Vater der wissen­schaftlichen Kupfer­stichkunde« und Autor des »Peintre-Graveur« bekannt. Er war aber gleich­zeitig ein subtiler, hoch­versierter Re­produktions­graphiker. In Bartschs wissen­schaftlichem wie künstlerischem OEuvre spiegelt sich der zeit­genössische Diskurs über Originalität und den Wert der Druckgraphik – Aspekte, die aktuell diskutiert werden. Das Buch eröffnet damit neue Perspek­tiven zu Kunst, Kommerz und Kenner­schaft um 1800.



Katalog Sterbliche Götter IconMichael Thimann, Christine Hübner (Hg.)
Sterbliche Götter. Raffael und Dürer in der Kunst der deutschen Romantik.
Göttingen 2015.



Zu einer tragenden Idee der deutschen Romantik gehört die Freund­schaft der Re­naissance-Künstler Raffaello Sanzio (1483- 1520) und Albrecht Dürer (1471-1528). Oft­mals wurden die beiden Künst­ler zu­sammen und sogar "Hand in Hand" dar­gestellt, obwohl sie sich im Leben nie be­gegnet sind. Es war eine äußerst pro­duktive Vor­stellung von Dichtern, Malern und Kunst­historikern der Ro­mantik, dass Raffael und Dürer als geistes­verwandte Aus­nahme­künstler des Nordens und des Südens hätten be­freundet sein können. Den beiden Muster­künstlern Italiens und Deutsch­lands sollte wiederum in der Gegen­wart künst­lerisch, moralisch und biographisch nach­geahmt werden. Die Ver­einigung der Leistungen beider Maler, die Ver­schmelz­ung von Charakter und Ideal, von Nord und Süd, von "Italia" und "Ger­mania" wurde zu einem Haupt­anliegen der Ro­mantik. Die Aus­stellung und das Katalog­buch versuchen die Rekon­struktion dieser zentral­en Idee in der Kunst­theorie der deutschen Ro­mantik, die Licht auf die Ent­stehung von Haupt­werken der Epoche wie Frie­drich Over­becks be­rühmtes Ge­mälde Italia und Ger­mania wirft.



Die Englische Manier CoverAnne-Katrin Sors (Hg.)
Die Englische Manier - Mezzotinto als Medium druckgrafischer Reproduktion und Innovation
Göttingen 2014.


Die Schab­kunst, aufgrund ihrer be­sonderen Blüte im englischen 18. Jahr­hundert zur Zeit der Personal­union hannover­scher Herzogs- und britischer Königs­würde auch "Englische Manier" genannt, ist die erste grafische Tech­nik, in der über Linie und Schra­ffur hinaus flächige Ton­werte und Ton­wert­ab­stufungen ge­schaffen werden konnten. Malerische Werte ließen sich er­zeugen und ma­lerische Werke nach­bilden. Anders als in den linien­ge­bundenen Techniken des Kupfer­stichs und der Ra­dierung er­mög­lichten mechanische Auf­rauhung und deren dosierte Glättung Töne von samtigem Schwarz bis zu reinem Weiß. Er­findung und Per­fek­tionierung, Nutzung und Ver­breitung, Traditions­bildung und Experimental­potential dieser druck­grafischen Technik können an­hand der Schab­kunst­werke der Gra­fischen Sammlung der Uni­versi­tät Gö­ttingen und einiger Leih­gaben vor­ge­führt werden: 105 Werke de­monstrieren erste Ex­perimente deutscher und nieder­ländischer Laien und Künstler, tech­nische Perfektio­nierungen in den druck­grafischen Zentren Augsburg und Nürn­berg, Adaptionen in Frank­reich und Italien, Ver­selb­ständigung des Mediums in England und ex­perimentelle Ver­wendung als künstler­isches Ausdrucks­mittel in der deutschen Früh­moderne. Funktions­gebundene Nutz­ung als Medium der Gemälde­re­produktion und lebens­nahen Bildnis­kunst, und erst­mals als Naturnähe er­möglichendes Doku­mentations­mittel in den früh­neu­zeitlichen Natur­wissen­schaften werden thema­tisiert.



Buchcover Akademische Strenge und künstlerische Freiheit 2013Christian Scholl, Anne-Katrin Sors (Hg.)
Akademische Strenge und künstlerische Freiheit. Die Gemälde des 19. Jahrhunderts in der Kunstsammlung der Universität Göttingen Bestandskatalog
Göttingen 2013.


Die Kunst­sammlung der Uni­versität Göttingen ist vor allem für ihren Be­stand an Nieder­ländischer Kunst des 17. Jahr­hunderts bekannt. Dass sie darüber hinaus auch eine Kollektion von Ge­mälden des 19. Jahr­hunderts um­fasst, die einige wirkliche Schätze enthält, gleicht einer Neu­entdeckung. Diese Kollektion wird hier erst­mals in einem eigenen Bestands­katalog vor­gestellt. Obwohl es sich um eine eher kleine Sammlung handelt, erweist sich diese doch als er­staun­lich reprä­sentativ, um das Kunst­verständnis des 19. Jahr­hunderts mit seinen wechselnden Prä­missen sowie kunst­theoretischen und künstler­ischen Aus­einander­setzungen an konkreten Kunst­werken auf­zuzeigen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Gattungs­theorie: Die seit der Frühen Neu­zeit vertretene Aus­differenzierung der Malerei in profane und religiöse Historie, Genre, Land­schaft, Stillleben, Tier­stück und Porträt wurde über das gesamte 19. Jahr­hundert hinweg kontrovers diskutiert, blieb aber als wert­setzendes System lange präsent. Der vor­liegende, von Dozenten und Studieren­den des Kunst­geschichtlichen Seminars der Uni­versität Göttingen ge­meinsam erarbeitete Bestands­katalog nutzt die Gattungs­theorie als "roten Faden", um eine historische Per­spektive auf den Bestand der Gemälde des 19. Jahr­hunderts in der Göttinger Universitäts­kunst­sammlung an­zubieten.



cover-abgekupfertManfred Luchterhandt, Lisa Roemer, Johannes Bergemann, Daniel Graepler (Hg.)
abgekupfert – Roms Antiken in den Reproduktionsmedien der Frühen Neuzeit
Petersberg 2013.




Antike Statuen wie der Laokoon, der Apoll oder der Torso Belvedere prägten bis in die Moderne den Kanon des euro­päischen Kunst­­­diskurses. Die Aus­stellung und der be­gleitende Katalog thema­tisieren die Formen und Medien der Aus­einander­­setzung mit den Antiken Roms, durch welche diese für eine breite Öffentlich­keit über­haupt ver­fügbar wurden: von der Ent­­stehung römischer Antiken­­­­sammlungen und ihrer Be­­deutung für Künstler und Antiquare über die serielle Er­schließung und Ver­marktung durch Stiche und Druck­schriften bis hin zu den ersten syste­matischen Gips­abguss­­­sammlungen im Kontext des uni­versitären Studiums. Dem reich be­­bilderten Katalog von ca. 100 Ex­ponaten aus den histo­rischen Göttinger Universitäts­sammlungen (Hand­zeich­nungen, Druck­­graphiken, Druck­­schriften, Gips­abgusse) sind ein­führende Auf­sätze aus­gewiesener Experten vor­angestellt.



Bendemann KatalogScholl, Christian/ Sors, Anne-Katrin (Hg.)

Vor den Gemälden: Eduard Bendemann zeichnet. Bestandskatalog der Zeichnungen eines Hauptvertreters der Düsseldorfer Malerschule in der Göttinger Universitätskunstsammlung
Göttingen 2012.

Zu den besonderen Schätzen der Göttinger Universitäts­kunst­sammlung gehören 129 Zeichnungen auf 92 Blatt sowie drei Skizzenbücher von Eduard Bendemann (1811-1889). Kulturell vielseitig vernetzt, war dieser Künstler einer der bedeutendsten Vertreter der Düsseldorfer Malerschule und sorgte gerade in den 1830er und 40er Jahren mit seinen Gemälden europaweit für großes Aufsehen. Der umfangreiche Göttinger Bendemann-Bestand wird hier erstmals vollständig in einem Katalog vorgestellt, der zugleich als Begleitband zu einer Ausstellung dieser Werke fungiert. Einen Großteil der hier präsentierten Zeichnungen schuf Bendemann als vorbereitende Studien zu komplexen Historien­bildern. Vor den Gemälden: Eduard Bendemann zeichnet – unter diesem Motto gewähren Katalog und Ausstellung Einblicke in die faszinierende Welt akademischer Komponierpraxis des 19. Jahr­hunderts und führen zugleich in deren historische und (kunst-) politische Grundlagen ein.



KatPohlAlfred Pohl - Retrospektive
Eine Ausstellung der Kunstsammlung Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Landesmuseun Bonn.
Göttingen, Bonn 2008.



KatNdlGrafik2007Gott und die Welt
Niederländische Graphik des 16. Jahrhunderts

Kunstsammlung der Universität Göttingen
Göttingen 2007 / 238 S.


Hervorgegangen ist dieser Katalog aus einem Projektseminar des Kunstgeschichtlichen Seminars unter Leitung von Herrn Dr. Unverfehrt. In Bild und Text werden 100 Werke niederländischer Künstler des 16. Jahrhunderts vorgestellt. Die thematische Breite dieses spannenden kunst- und kulturgeschichtlichen Panoramas reicht von den großen Themen der christlichen und mythologischen Überlieferung bis zu Ansichten des Irdischen und Alltäglichen. Der zeitliche Bogen spannt sich von Lucas van Leyden, einem Zeitgenossen Albrecht Dürers, über Pieter Bruegel bis zu Hendrick Goltzius. Mit Hieronymus Cock, Philips Galle und der Familie Sadeler sind Graphikverleger vertreten, die Bilderfabriken betrieben und die ihre Produkte in alle Welt vertrieben. Die Lust an Bildern ist keine Erscheinung der digitalisierten Gegenwart, sondern reicht mit den graphischen Künsten um mehr als ein halbes Jahrtausend zurück. Die ausgestellten Blätter stammen aus der Kunstsammlung der Universität Göttingen und sind bereits 1770 in die Georgia Augusta gelangt.


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