Chancengleichheit und Diversität

Veranstaltungsreihe mit Londa Schiebinger – Impulse für die Spitzenforschung

Die Universität Göttingen hat im November auf Einladung des Präsidiums eine internationale Expertin für die Integration der Genderperspektive in natur-und lebenswissenschaftliche Forschung zu Gast: Londa Schiebinger hat die John L. Hinds Professur für Wissenschaftsgeschichte an der Stanford University inne und ist Direktorin des US/EU-Projekts „Gendered Innovations in Science, Health & Medicine, Engineering and Environment“. In drei Veranstaltungsformaten am 19. und 20.11. erhalten Interessierte Einblick in ihre Forschung und haben die Möglichkeit, mit Frau Schiebinger ins Gespräch zu kommen.


19.11.2018, 18-20 Uhr, Paulinerkirche. Der Raum ist barrierefrei zugänglich. Hinweise zum barrierefreien Zugang finden Sie hier.

Im Abendvortrag "How sex and gender analysis creates better research in natural and life sciences" zeigt Schiebinger anhand konkreter Fallbeispiele aus aktuellen Forschungsprojekten auf, wie Forschungsprozesse durch die von ihr entwickelte Gender-Analyse kreativ und innovativ beflügelt werden können. Die Veranstaltung ist öffentlich. Eintritt ist frei.

20.11.2018, 12-14 Uhr im Institut für Chemie, Tammanstraße 4, Gebäude E, Raum MN30. Zur Barrierefreiheit können wir aufgrund von Bauarbeiten keine Auskunft geben.

Im Rahmen eines Brown-Bag Lunches mit dem Titel „How to Apply Gendered Innovations in Research“ diskutiert Londa Schiebinger mit interessierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, welche Methoden neue Blickwinkel auf eigene Forschungsprojekte ermöglichen und innovative Ansätze hervorbringen. Offen für Nachwuchwissenschaftler*innen aller Disziplinen, ohne Voranmeldung, Verpflegung wird kostenfrei gestellt. Der Besuch der Abendveranstaltung am 19.11. wird empfohlen (keine Voraussetzung für die Teilnahme).

20.11.2018, 16-18 Uhr, Verfügungsgebäude, Platz der Göttinger Sieben 7, Raum 1.108. Der Raum ist barrierefrei zugänglich.

Im Workshop für Studierende „Political Plants. The Movement, Triumph and Extinction of Knowledge in the Atlantic World” gibt Londa Schiebinger einen Einblick in ihre wissenschaftshistorische Forschung. Im Mittelpunkt steht ihre Studie „Plants and Empire“ (2007). Voranmeldung nicht notwendig. Empfohlen wird die Lektüre des 3. Kapitels von Plants and Empire“ (keine Voraussetzung für die Teilnahme), Text auf Anfrage erhältlich.

Zu „Plants and Empire“ (2004): Selten tauchen Pflanzen in den großen Erzählungen über Krieg, Frieden oder das Alltagsleben auf, dennoch stehen sie häufig im Zentrum von machtvollen Ränkespielen. Im 18. Jahrhundert wurden wissenschaftliche Erkundungsreisen von europäischen imperialen Mächten finanziert, um die natürlichen Reichtümer der Neuen Welt zu erkunden und die botanischen Geheimnisse der Menschen zu enthüllen. (…) Doch einige dieser Geheimnisse wurden nur geborgen, um wieder verloren zu gehen. In diesem bewegenden Bericht über die Misshandlungen der indigenen karibischen Bevölkerung und afrikanischer Sklavinnen beschreibt Schiebinger, wie Sklavinnen die „Pfauenblume“ so verarbeiteten, dass sie von ihnen als Abtreibungsmittel genutzt werden konnte. Dennoch, verhindert durch die Passatwinde der vorherrschenden Meinung, gelangte das Wissen über Westindische Abtreibungsmittel niemals nach Europa. Eine reichhaltige Geschichte über Entdeckung und Verlust.

Zu Londa Schiebinger: Die 1984 in Harvard promovierte Wissenschaftlerin hat ihre eigene Forschung in den letzten 30 Jahren auf drei Bereiche konzentriert: Die Beteiligung von Frauen in naturwissenschaftlicher Forschung; der Einfluss der Kategorie Geschlecht in der Struktur wissenschaftlicher Institutionen und die „Vergeschlechtlichung“ (Gendering) des menschlichen Wissens. Die Arbeit in dem Gendered Innovations Project vereint theoretische Erkenntnisse und praktische Anwendbarkeit: Anhand vieler Fallbeispiele aus Forschung und Entwicklung wird anschaulich, wie die innerhalb des Projekts entwickelte Gender-Analyse nicht nur Methoden verbessert, sondern auch als Innovationsmotor für neue Fragestellungen dienen kann.