In publica commoda

Rede der Präsidentin am 28. September 2018 zur Entscheidung über die Exzellenzcluster-Anträge

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich, dass Sie alle heute hierhergekommen sind, denn wir haben gemeinsam alles getan, um die Clusterinitiativen erfolgreich zu machen. Dafür mein ganz besonderer Dank an alle Beteiligten.

Erlauben Sie mir, trotz aller Enttäuschung, zu allererst den Kolleginnen und Kollegen der Clusterinitiative Bioimaging ganz herzlich zu gratulieren. Wir alle wünschen Ihnen ganz viel Erfolg bei Ihrer Arbeit.

Es ist ansonsten für die Universität und den Campus, für die drei anderen Clusterinitiativen, für das Präsidium und ganz besonders für mich als Präsidentin ein ganz bitterer Tag – eine völlig unerwartete Niederlage in dem Wettbewerb der Forschungscluster.

Die nicht erfolgreichen Clusteranträge sind für mich noch immer sehr gut, greifen spannende Themen auf und haben sich in den Begutachtungen hervorragend präsentiert. Daher möchte ich ein ganz großes Dankeschön an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieser Initiativen, die Koordinatorinnen und Koordinatoren und Unterstützer sowie die Fakultäten, die die Clusteranträge maßgeblich unterstützt haben, aussprechen. Genauso gilt mein Dank der Leitung und den Mitarbeiterinnen der Abteilung Forschung, die mit sehr hohem professionellen und persönlichen Einsatz die Initiativen unterstützt haben, sowie Vizepräsident Diederichsen, der den Clusterprozess ganz entscheidend vorangetrieben hat. Mein Dank geht auch an die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, das Campus Office und die Abteilungen Finanzen und Personal sowie alle anderen Abteilungen und Stabsstellen, die den Prozess unterstützt haben.

Nicht zuletzt sind unsere Campuspartner sehr wichtige Diskussionspartner und ich bin dankbar für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung. Ich hoffe, dass der Campus seinen ‚spirit‘ nicht verliert.

Niedersachsen hat insgesamt sechs Cluster bekommen, darunter ist leider kein einziger aus den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften.

Wir wissen nicht, was die Gründe für das Ausscheiden unserer Clusteranträge sind, und wahrscheinlich wird es auch noch ein wenig dauern, bis wir die Gutachten bekommen. Wir wollen uns aber trotzdem bald mit Ihnen und den Fakultäten zusammensetzen, um zu überlegen, wie Sie weitermachen und wir Sie dabei unterstützen können. Sicher werden Sie weiter Forschungsschwerpunkte der Universität bleiben und wir werden gemeinsam Wege der Förderung finden. Ich hoffe sehr, dass Sie alle diesen Prozess auch weiter unterstützen.

Es braucht jetzt sicher ein wenig Zeit, diesen Schock zu überwinden, aber ich möchte Sie auch ermutigen, den Kopf nicht hängen zu lassen. Sie alle leisten hervorragende Arbeit und wir sollten als wenn nicht exzellente, dann doch ‚sehr gute‘ Universität in einem wunderbaren Campus möglichst bald mit Freude weitermachen. Dann werden Sie alle weiter Erfolg haben, wenn auch eben nicht in diesem Wettbewerb.

Mich haben viele ermutigende Mails erreicht, für die ich sehr danke. Viele verstehen nicht, warum die so gut aufgestellten Forschungsverbünde nicht durchgekommen sind. Das können wir wohl alle noch nicht verstehen. Ein Mitglied des Stiftungsrates empfiehlt uns: „Nach einem kurzen Wundenlecken ist es jetzt wichtig, eine ehrliche und selbstkritische Analyse vorzunehmen, daraus die richtigen und mutigen Schlüsse zu ziehen und diese dann kraftvoll umzusetzen.“ – Dem schließe ich mich gerne an und will es in Angriff nehmen.

Sicher werde ich die nächsten Tage und Wochen nutzen, um Gespräche zu führen und zu planen, wie wir Ihre Ideen jetzt mit weniger Mitteln unterstützen können. Sie alle wissen, dass mir die Universität und der Campus sehr wichtig sind. Ich werde auch nach dieser Niederlage und persönlichen Enttäuschung die Universität nicht im Stich lassen, sondern bin mir meiner besonderen Verantwortung in dieser Situation sehr bewusst. Es gibt wichtige Aufgaben, die in den nächsten Monaten unbedingt zu erfüllen sind – dazu gehören die Auswahl eines neuen Vizepräsidenten Finanzen und Personal, der Abschluss der Zielvereinbarung mit dem Land und die Aufstellung eines soliden neuen Finanzplanes.

Dabei kann ich sicher auf meine Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten zählen, denen ich für alle Unterstützung ganz herzlich danke.

An dieser Stelle möchte aber ganz besonders meinen engsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken, die mich gerade in schweren Zeiten bedingungslos unterstützen. Und nicht zuletzt könnte ich die Doppelaufgabe, die ich im Moment wahrnehme, nicht bewältigen, wenn ich nicht die professionelle und persönliche sehr angenehme Unterstützung der Abteilungsleitungen der Rechts-, Finanz- und Personalabteilungen hätte.

Ein Mitglied des Senats hat gestern ein Zitat Konrad Adenauers mit auf den Weg gegeben: „Fallen ist weder gefährlich noch eine Schande. Liegenbleiben ist beides.“
Lassen Sie uns also aufstehen, gemeinsam die Zukunft planen und unsere Pläne umsetzen