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Lichtenberg-Kolleg
Historische Sternwarte der Universität Göttingen
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Religion in den Kulturen der Moderne
Die These von einem irreversiblen Säkularisierungsprozess in unterschiedlichen Kulturen der Moderne wird offenkundig durch die vielfältigen Aktualisierungen von Religion widerlegt. Die Göttinger Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler haben in der Vergangenheit und mit ihren gegenwärtigen Arbeiten gezeigt, dass das „religiöse Feld“ besonders sensible Indikationen gesellschaftlicher und kultureller Mentalitäten und ihres Wandels aufweist. In enger Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für die Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften können sie daher insbesondere die historisch-kulturwissenschaftliche Dimension in die Analyse der Religion in den Kulturen der Moderne – im Sinne des Leitgedankens der Multiple Modernities – einbringen.
Erkenntnis | Praxis | Norm – Unterschiedliche Rationalitäten in den Kulturen der Wissenschaften
Dieses Forschungsfeld thematisiert die unterschiedlichen Rationalitäten sowohl innerhalb der verschiedenen Geistes- und Gesellschaftswissenschaften als auch in den Naturwissenschaften. Die Aktualität dieser Fragen zeigt sich unter anderem darin, dass Modelle der Kulturalität auch für experimentelle Fächer wie die kognitive Ethologie oder die Primatenforschung an Bedeutung gewinnen, während umgekehrt neuere Ansätze in den Sprach- und Literaturwissenschaften sowie den Geschichtswissenschaften mit Modellen aus den experimentellen Neuro- und Kognitionswissenschaften arbeiten. Zugleich werden die Funktionsweisen von Wissenstransfer und Expertenkulturen sowie die Zusammenhänge von Handlung und normativen Fragen untersucht. Dabei sollen insbesondere die Herausforderungen durch neue Entwicklungen, insbesondere in der Biomedizin und der Informationstechnik, thematisiert werden.