Presseinformation: Verwandtschaft neu denken

Nr. 213 - 18.10.2019

Öffentliche Vortragsreihe des Göttinger Centrums für Geschlechterforschung ab 24. Oktober 2019


(pug) „Verwandtschaft neu denken – Utopien, Praktiken und Technologien des Sich-Verwandt-Machens im 21. Jahrhundert“ lautet der Titel einer öffentlichen Vortragsreihe im Wintersemester 2019/2020 an der Universität Göttingen. Das Göttinger Centrum für Geschlechterforschung (GCG) möchte mit der Reihe einen trans- und interdisziplinären Raum für eine breite Auseinandersetzung mit dem Thema Verwandtschaft und seinen unterschiedlichen Dimensionen und Implikationen eröffnen. Die Vorträge finden ab dem 24. Oktober 2019 jeweils donnerstags um 18.15 Uhr in der Paulinerkirche statt.

 

Aktuelle Entwicklungen in der Reproduktionsmedizin und Biotechnologie, mehr Rechte für lesbische und schwule Paare aber auch migrationspolitische Debatten um den Erwerb von Staatsbürgerschaft und nationaler Zugehörigkeit zeigen nicht nur die gesellschaftspolitische Brisanz des Themas „Verwandtschaft“, sondern auch die wissenschaftliche Notwendigkeit, sich mit diesem Forschungsgegenstand aus unterschiedlichen Perspektiven zu beschäftigen. Gerade vor dem Hintergrund der geschlechtsspezifischen Strukturierung dominanter Verwandtschaftserzählungen sowie der Rolle, die der „Mutterschaft“ und (biologischen) Reproduktion auch im Kontext nationalstaatlicher Zugehörigkeitsdiskurse zugewiesen wird, stellt sich das Thema aus Sicht der Geschlechterforschung als besonders relevant dar. Umgekehrt wird innerhalb des breiten Feldes der Gender Studies auch diskutiert, inwieweit neue biotechnologische Methoden in der Reproduktionsmedizin etablierte Geschlechterverhältnisse und -positionen teilweise destabilisieren und Verwandtschaft zunehmend entlang neuer Parameter gefasst wird

 

Den Auftakt macht am 24. Oktober die Kulturwissenschaftlerin Prof. em. Dr. Christina von Braun von der Humboldt-Universität zu Berlin mit einem Vortrag zum Thema „Blutsbande“. Insgesamt ist die Reihe in drei Themenblöcke gegliedert: „DNA meets Blood: Verwandtschaft und neue (Bio-)Technologien“, „We have always been kin: (Alternative) Praktiken und Narrationen des Sich-Verwandt-Machens“ und „The Power and Boundaries of Kinship: Verwandtschafts/fiktionen als Form der Exklusion“. Das vollständige Programm ist im Internet unter www.contested-kinship.uni-goettingen.de zu finden.

 

Kontakt:

Dr. Konstanze Hanitzsch

Georg-August-Universität Göttingen

Göttinger Centrum für Geschlechterforschung

Platz der Göttinger Sieben 7, 37073 Göttingen

Telefon (0551) 39-9002

E-Mail: knambul@gwdg.de

Internet: www.uni-goettingen.de/de/480339.html