Humangeographie

Arbeitsgruppe: Gentechnik in der indischen Landwirtschaft

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Projektübersicht
Indien gehört zu den ersten Ländern des Globalen Südens, die sich für Biotechnologie als Instrument zur Wachstumsförderung der heimischen Landwirtschaft und des Lebensmittelsektors ausgesprochen haben. Im zweiten Strategiepapier zur nationalen Biotechnologie bezeichnet die indische Regierung die Gentechnik als Zukunftssektor, der das Land auf seinen "Marsch in Richtung technologischer Kompetenz von Weltklasse" vorbereiten soll (DBT 2014: 3f.). Während gentechnische Verfahren in der medizinischen Anwendung weitestgehend ignoriert werden, sind die öffentlich geführten Auseinandersetzungen um den Einsatz solcher Techniken in der Landwirtschaft und im Nahrungsmittelsektor gravierend (Herring 2007). NGOs aus verschiedenen Ländern organisieren sich in transnationalen Bewegungen und Netzwerken, um gegen Risiken und unvorhersehbare Nebenwirkungen biotechnologischer Innovationen auf Ökosysteme und die Gesellschaft zu kämpfen. Diese Politisierung wird angetrieben von divergierenden Wahrnehmungen, Definitionen und Bewertungen der unbeabsichtigten und zum Teil unbekannten Konsequenzen der Technologie. Letztlich fußt sie auf unterschiedlichen Wissensansprüchen, die von den Akteuren (Wissenschaftler*innen, Regierungsbeamt*innen, Aktivist*innen, Vertreter*innen der privaten Wirtschaft, Landwirt*innen usw.) über Natur, Landwirtschaft und Technologie vorgebracht werden, und auf den Mitteln der Beteiligten, diese Wissensansprüche in der öffentlichen Debatte durchsetzungsfähig zu machen (Goldman & Turner 2011).
Das Projekt folgt dem Ziel die Entwicklungslinien der Politik um die Wissensproduktion auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Gentechnik aufzuarbeiten. Es wird untersucht, auf welche Art und Weise (trans-)nationale Konzerne, NGOs, Mitarbeiter des landwirtschaftlichen Beratungsdienstes und lokale Bauerngruppen Wissen über die natürliche Umwelt generieren, verbreiten und anwenden; und es wird analysiert, wie diese unterschiedlichen Akteursgruppen mit dem jeweils mitproduzierten Nichtwissen ? verstanden als das Noch-Nicht-Bekannte sowie das Nicht-Erfahrbare ? umgehen. Ziel des Projektes ist es ein empirisch begründetes Verständnis der Politisierung der landwirtschaftlichen Gentechnik in Indien zu erarbeiten. Hierbei werden Ansätze aus den Science & Technology Studies mit denjenigen der Entwicklungsforschung verknüpft.


Team

  • Dr. Markus Keck
    Gruppenleiter
    Goldschmidtstr. 5, 37077 Göttingen
    Raum 5.134
    Tel.: 0551-39-8086
  • Luisa Knobloch M.Sc.
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin
    Goldschmidtstr. 5, 37077 Göttingen
    Raum 5.133
    Tel.: 0551-39-8085
  • Janes Grewer B.Sc.
    Studentischer Mitarbeiter
    Goldschmidtstr. 5, 37077 Göttingen
    Raum 5.124
    Tel.: 0551-39-19738
  • Maria Kaiser B.Sc.
    Studentische Mitarbeiterin
    Goldschmidtstr. 5, 37077 Göttingen
    Raum 5.124
    Tel.: 0551-39-19738
  • Maj Kraus B.Sc.
    Studentische Mitarbeiterin
    Goldschmidtstr. 5, 37077 Göttingen
    Raum 5.124
    Tel.: 0551-39-19738
  • Katharina Najork B.Sc.
    Studentische Mitarbeiterin
    Goldschmidtstr. 5, 37077 Göttingen
    Raum 5.124
    Tel.: 0551-39-19738


Publikationen

  • KNOBLOCH, L., KECK, M. (2018): Transgenic Food Crops for India? The Politicization of a Controversial Technology. In: BUTSCH, C., FOLLMANN, A. (Eds.): Geographien Südasiens. Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien. Schriftreihe des Arbeitskreises Südasien in der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG). Band 7: im Druck


Präsentationen

  • KECK, M., KNOBLOCH, L. (2018): Worlding countrysides: Genetically engineered crop plants in the Indian political debate. Global Conference on Economic Geography. Universität zu Köln. 24–28.07.2018, Köln / Deutschland
  • KECK, M., FOLLMANN, A. (2018): Agrarian transformations in the Global South: Technological change and socio-ecological consequences. Fachsitzung im Rahmen der Global Conference on Economic Geography. 24–28.07.2018, Köln / Deutschland
  • KNOBLOCH, L. (2018): Gentechnik in der Landwirtschaft Indiens - eine Politik des Wissens und Nicht-Wissens. 8. Jahrestagung des Arbeitskreises Südsasien in der Deutschen Gesellschaft für Geographie. 19–20.01.2018, Köln / Deutschland
  • KECK, M. (2017): Biogenetics in Indian agriculture: Politics of knowledge and non-knowledge. Workshop. Food Systems: Production, Trade, Consumption. 27–28.10.2017, Köln / Deutschland
  • KRAMM, J., KECK, M. (2017): Wissen und Nicht-Wissen im Umgang mit sozial-ökologischen Risiken. Fachsitzung im Rahmen des Deutschen Kongresses für Geographie. 30.09.–05.10.2017, Tübingen / Deutschland
  • KECK, M. (2017): Relevantes Wissen - Irrelevantes Nichtwissen? Neue Fragen für die geographische Risikoforschung. New Cultural Geography XIV. 26–28.01.2017, Bayreuth / Germany


Kontaktdaten
Dr. Markus Keck
Universität Göttingen
Geographisches Institut
Goldschmidtstrasse 5
37077 Göttingen
Tel.: 0551-39-8086
Fax: 0551-39-12140
Email: markus.keck@geo.uni-goettingen.de
Weitere Informationen: https://www.researchgate.net/project/Politics-of-knowledge-and-non-knowledge-agricultural-biotechnology-in-India