Zentrale Kustodie

Ausstellungen im Forum Wissen

Die größte Fläche im Forum Wissen ist dem Ausstellen, Darstellen und Vermitteln gewidmet. In drei unterschiedlichen Formaten - Basisausstellung, Sammlungsschaufenster und Sonderausstellungen - wird dieses auf je eigene Art und Weise verfolgt.

Forum Wissen Grundriss 1OG
Grundriss der Basisausstellung im 1. Ogergeschosses des Forum Wissen
(Joachim Baur, Berlin)

Basisausstellung: Thema und Objekte

Die größte Fläche (1.200 qm) nimmt die Basisausstellung ein. In ihrem Zentrum steht das Wissen-Schaffen in seinen vielgestaltigen aktuellen wie auch historischen Ausprägungen und Facetten. Wie entsteht wissenschaftliches Wissen? Wie wird es geschaffen, verbreitet und "gehärtet"? Welche Akteur*innen sind daran beteiligt - welche Menschen, Dinge, Konstellationen? Welche historisch sich wandelnden Rahmenbedingungen spielen eine Rolle? Und welche gesellschaftliche Funktion und Bedeutung kommt der Wissenschaft zu?

Eine Ausstellung, die sich mit diesen Fragen befasst, kann unmöglich eine "Dauerausstellung" sein, denn bekanntlich sind Dauerzustände der Wissenschaft fremd. Sie ist vielmehr dauerhaft von Wandel und Dynamik geprägt. Diese Eigenschaften sind daher auch Stilmittel der Basisausstellung, die von Anfang an so konzipiert und eingerichtet ist, dass sich neue Themen einbringen lassen, Aussagen in Frage gestellt oder modifiziert und Auslassungen thematisiert werden können. Thema und Anspruch der Basisausstellung, dem Wissen-Schaffen in seiner Vielgestaltigkeit und in seiner Dynamik gerecht zu werden, verschaffen dem Forum Wissen ein bisher weltweites Alleinstellungsmerkmal.

Forum Wissen Ausstellungsraum
Konzeptuelle Visualisierung eines Ausstellungsraums aus der frühen Planungsphase
(Stefan Iglhaut, Berlin)

Die Objkete der Basisausstellung sind ebenso einmalig. Sie werden temporär aus den über 30 Akademischen Sammlungen der Universität entliehen und zum Teil erstmals öffentlich zu sehen sein. An ihnen wird gezeigt, wie in der Wissenschaft um Ergebnisse und Erkenntnisse gerungen wird, wie diese Ergebnisse und Erkenntnisse glaubhaft gemacht, abgestritten oder widerlegt werden und wurden. Nicht selten dienten Objekte als "Beweismaterial" für vorgefasste Annahmen und Ideologien und illustrieren damit wissenschaftstypische Verfahrensweisen. So bezeugen sie auch Irrwege und Sackgassen, ebenso wie bahnbrechende Erkenntnisse und die unterschiedlichen Geschwindigkeiten, in denen Wissenschaft sich bewegt. Die Objekte der akademischen Sammlungen sind Zeugnisse und Träger vielschichtiger Informationen über Menschen, Netzwerke, Strukturen und Prozesse, die Wissen schaffen.

Da die Basisausstellung interdisziplinär konzipiert ist, begegnen sich hier Objekte aus den verschiedensten Fachzusammenhängen und regen dazu an, Fächergrenzen zwar zu erkennen aber auch zu überspringen und ungewöhnliche Fragen, Ideen, Assoziationen zu entwickeln. Kuratorisches Prinzip ist es, hierbei immer wieder an scheinbar Bekanntem oder leicht Erkanntem anzusetzen, solcherart etablierte Vorstellungen dann jedoch durch unerwartete Verbindungen von Dingen und Themen zu ent-täuschen. Besucher*innen sollen die Ausstellung so - ganz nach Walter Benjamin - nicht nur gelehrter, sondern vor allem gewitzter verlassen.

Sammlungsschaufenster

Das Sammlungsschaufenster ist ein Raum der Objekte. Er ist durch ein deckenhohes Glasregal geprägt, das - viereckig aufgestellt - einen Außen- und einen Innenraum schafft. In jedem der vertikalen Segmente des Regals stellt sich eine der Sammlungen unserer Universität durch ausgewählte Objekte vor. Sie stehen wie in Tabellenspalten gruppiert zusammen und treten zugleich in beredte Nachbarschaft zu den Objekten der angrenzenden Sammlungen.

Forum Wissen Sammlungsschaufenster
Konzeptuelle Visualisierung des Sammlungsschaufensters
(chezweitz, Berlin)

Die Reihenfolge, in der sich eine Sammlung nach der anderen vorstellt, könnte chronologisch, nach dem Gründungsjahr der jeweiligen Sammlung sein, so dass sich dem/der Besucher(in) beim Umschreiten des Hochregals die Geschichte der Universität anhand der Geschichte ihrer Sammlungen erschließt. Denkbar ist aber auch eine ganz andere Reihenfolge - etwas provokant, vielleicht sogar eine alphabetische. Dort fänden sich neben den Objekten der Algensammlung in der angrenzenden Spalte Objekte der Anthropologischen Sammlung, gefolgt von einer Spalte, die die Archäologische Sammlung repräsentiert.

In das Spektrum und die individuellen Charakteristika der Göttinger Sammlungen führen Bild- und Textinformationen an der Außenwand des Raumes ein.


Sonderausstellungen

Basisausstellung und Sammlungsschaufenster werden durch Sonderausstellungen flankiert. Diese können anlassbezogen sein, ein Einzelthema fokussieren, sich mit Querschnittsfragen befassen oder Anstoß zur Auseinandersetzung mit aktuellen Debatten geben. Anders als die Basisausstellung, die immer interdisziplinär ist, können Sonderausstellungen den Fokus auf eine einzelne Disziplin oder auf eine einzelne Sammlung richten. In den Sonderausstellungen können daher mal sehr viele und manchmal auch gar keine Objekte aus unsren Sammlungen zu sehen sein. Sämtliche Sonderausstellungen werden von der Zentralen Kustodie verantwortet und kuratiert. Und zwar je nach Thema in Kooperation mit Partner*innen aus der Universität, aus außeruniversitären Einrichtungen des Göttingen Campus, mit Kultureinrichtungen der Region oder anderen Partnern.