Das Promotionskolleg versteht sich als ein Pilotprojekt für eine in den Geisteswissenschaften neue Organisationsform der Graduiertenförderung. In diesem Ausbildungstyp soll ausgewiesene literaturwissenschaftliche Qualifikation mit einer hohen Praxiskompetenz verbunden werden, um erstens den Praxisbezug literaturwissenschaftlichen Arbeitens zu erhöhen und zweitens den Absolventinnen und Absolventen einen Wettbewerbsvorteil in der Konkurrenz um Arbeitsplätze in den Bereichen Wissenschaft, Kulturarbeit, Medien, Verlagen und Publizistik zu verschaffen. Jedes Promotionsprojekt wird von zwei Hochschullehrerinnen bzw. Hochschullehrern der beteiligten Universitäten betreut.
Konkret zielt das Kolleg auf eine enge Verknüpfung der bislang unverbundenen Bereiche der Wertungs-, Kanonisierungs- und Vermittlungsforschung, der akademischen und wirtschaftlichen Anwendung ihrer Kriterien sowie der berufsfeldbezogenen Ausbildung von Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftlern.
Im Rahmen des Kollegs wurden für eine Förderdauer von dreieinhalb Jahren zwölf Promotionsstipendien und eine Postdoktorandenstelle für Forschung und die Koordination des Kollegs vergeben. Jede Dissertation wird von zwei Hochschullehrer/inne/n der beteiligten Universitäten betreut. Amerikanistik: Frank Kelleter (Göttingen); Anglistik: Gabriele Rippl (Bern), Ansgar Nünning (Gießen), Vera Nünning (Heidelberg); Germanistik: Gerhard Lauer, Claudia Stockinger, Simone Winko (Göttingen), Hermann Korte (Siegen); Romanistik: Gerhard Wild (Frankfurt a.M.); Slavistik: Matthias Freise (Göttingen).
Institutionell ist das Kolleg am Göttinger Zentrum für Theorie und Methodik der Kulturwissenschaften angesiedelt, einer organisatorischen Plattform für Forschungsprojekte und Graduierten-Studiengänge der neueren kulturwissenschaftlichen Fächer. Das Kolleg ist Mitglied der Göttinger Graduiertenschule für Geisteswissenschaften (GSGG).