Geothermieprojekt der Universität Göttingen SöR

Energieversorgung des Campus

Die Strom- und Wärmeversorgung der Universität erfolgt im Wesentlichen aus einem eigenen Heizkraftwerk über Kraft-Wärme Kopplung (KWK). Als Energieträger wird Erdgas und im geringen Umfang bei winterlichen Lastspitzen Heizöl eingesetzt. Rund 65% des Strombedarfs werden im Heizkraftwerk eigenerzeugt und müssen nicht aus dem öffentlichen Netz bezogen werden. Die Verteilung der erzeugten Energie erfolgt über die stiftungseigenen Strom- (20 kV-Netz) und Fernwärmenetze.

Mit der erzeugten Energie werden die Universitätsmedizin (UMG), weite Teile der Universität (UGö), universitätsnahe Einrichtungen, wie z.B. das Studentenwerk, aber auch Max-Planck-Institute versorgt. Das Geisteswissenschaftliche Zentrum [GWZ] wird mit Fernwärme der Stadtwerke versorgt. Liegenschaften außerhalb des 20 kV-Netzes werden gesondert mit Strom versorgt (Außen- oder Südbereich). Liegenschaften außerhalb der Fernwärmenetze werden mit Gas, Öl, Flüssiggas beheizt.


Wärmeversorgungsgebiet

Wärmeversorgungsgebiet


Stromversorgungsgebiet

Stromversorgungsgebiet


Die Stiftung hat einen jährlichen Bedarf von 110 GWh Strom und 155 GWh Wärme. Die Erzeugung von Strom weist eine geringe lokale Abhängigkeit auf, so dass der Strombedarf durch die externe Belieferung von ökologischem Strom oder durch die Erzeugung vor Ort gedeckt werden kann. Die Erzeugung von Wärme ist hingegen auf die lokale Bereitstellung eines Energieträgers angewiesen. Aufgrund des hohen und verdichteten Wärmeverbrauchs ist es die lokale Bereitstellung von regenerativen Energieträgern im ausreichenden Umfang ein limitierender Faktor. Das Projekt Energieversorgung legt deshalb im Bereich der regenerativen Energien den Schwerpunkt auf die Bewertung des lokalen regenerativen Nutzungspotentials zur Wärmeerzeugung sowie im geringeren Umfang auf die Nutzung von Photovoltaik zur Stromerzeugung.


Energiebilanz 2016

Das höchste regenerative Nutzungspotential zur Wärmeerzeugung ist von der tiefen Geothermie zu erwarten. Die Universitätsstiftung besitzt eine, vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ausgestellte, bergrechtliche Konzession zur Erkundung des tiefengeothermischen Potentials. Im Rahmen dieser Erkundung wurde im Frühjahr 2015 eine seismische Messung in Göttingen durchgeführt.

Bereits heute werden 60% des Wärmeenergiebedarfs der Stiftung durch fossile KWK gedeckt. Mit diesem vergleichsweise hohen Anteil erfüllt das Fernwärmenetz die rechtlichen Anforderungen aus dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEWärmeG) und aus der Energiesparverordnung (EnEV). Da eine mögliche Nutzung der tiefen Geothermie erst langfristig realisierbar ist, bedarf es einer Übergangstechnologie bzw. Fortführung der fossilen KWK. Die heutige zentrale KWK-Anlage wird im Laufe der nächsten Jahre durch (teil-) dezentrale Blockheizkraftwerke ersetzt, um auch zukünftig den Anforderungen aus dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEWärmeG) und aus der Energiesparverordnung (EnEV) zu entsprechen.