Literaturkritiker Dr. Lothar Müller übernimmt Anna-Vandenhoeck-Gastdozentur

Der Feuilleton-Redakteur der Süddeutschen Zeitung wird im Sommersemester 2019 ein Praxisseminar zu Literaturkritik unterrichten

Literaturkritiker, Journalist und Literaturwissenschaftler Dr. Lothar Müller übernimmt im Sommersemester 2019 die Anna-Vandenhoeck-Gastdozentur für Literaturkritik in der Abteilung Komparatistik an der Universität Göttingen. Die in einer Kooperation der Abteilung Komparatistik mit dem Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht ins Leben gerufene Dozentur ist als Fortsetzung der von Heinz Ludwig Arnold etablierten Gastprofessur für Literaturkritik konzipiert. Sie wurde 1997–2011 erfolgreich durchgeführt und gehörte neben dem Literarischen Zentrum und der Lichtenberg-Poetikdozentur zu den Institutionen, mit denen es Prof. Arnold gelungen war, eine Brücke zwischen Universität und literarischem Leben zu schlagen. Ab April 2019 erfährt sie nun als Anna-Vandenhoeck-Gastdozentur für Literaturkritik eine Neuauflage. Jährlich soll von nun an im Sommersemester eine renommierte Berufskritikerin oder ein Kritiker berufen werden, die/der in vier Blockseminarsitzungen theoretische und vor allem praktische Übungen in Literaturkritik für alle Studierenden der Philosophischen Fakultät anbietet. Im Seminar werden dabei zum Beispiel journalistische Schreibtechniken diskutiert und erprobt. An die erste Sitzung ist zudem ein öffentlicher Vortrag unter dem Titel Faits divers. Randbemerkungen zur Literaturkritik angeschlossen: 17.04.19 | 18:15 Uhr | ZHG 006 | Einführung: Prof. Dr. Heinrich Detering.

Lothar Müller, Jahrgang 1954, hat Germanistik und Geschichte in Marburg studiert und ist im Bereich der Literaturwissenschaften promoviert. Der Literaturkritiker, Journalist und Literaturwissenschaftler lehrte bereits in der Vergangenheit als Dozent für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der FU Berlin und ist seit 2010 auch als Honorarprofessor für die HU Berlin tätig. Von 1997–2001 war er Feuilleton-Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im Anschluss wechselte er in die Feuilleton-Redaktion der Süddeutschen Zeitung (mit Sitz in Berlin), wo er bis heute Feuilleton-Redakteur ist. Er erhielt unter anderem 2008 den Johann-Heinrich-Merck-Preis für „vorbildliche Kritiken und Essays“ sowie 2013 den Berliner Preis für Literaturkritik, der für „vorbildliche Leistungen der deutschsprachigen Literaturkritik“ verliehen wird. Für kulturwissenschaftlich interessierte Literaturwissenschaftler_innen sind die Monographien „Die zweite Stimme. Vortragskunst von Goethe bis Kafka“ (Wagenbach, 2007) und „Weiße Magie. Die Epoche des Papiers“ (Hansa, 2012 nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch) zu empfehlen.

Zu den bisherigen Dozentinnen und Dozenten für Literaturkritik zählen u.a.:


  • Dr. Gustav Seibt (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Berliner Zeitung, Süddeutsche Zeitung)
  • Dr. Hubert Winkels (Fernsehen und Rundfunk, Deutschlandfunk)
  • Dr. Iris Radisch (Die Zeit)
  • Dr. Sigrid Löffler (Literaturen)
  • Prof. Dr. Peter Iden (Feuilletonchef und Theaterkritiker der Frankfurter Rundschau)
  • Hubert Spiegel (Literaturchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
  • Denis Scheck (Literaturredakteur des Deutschlandradios und Deutschlandfunks und Moderator der Literatursendung „Druckfrisch“ im Fernsehen der ARD)
  • Ulrich Greiner (Die Zeit)
  • Dr. Frauke Meyer-Gosau (Literaturen)
  • Dr. Ina Hartwig (Frankfurter Rundschau)
  • Ijoma Mangold (Literaturredakteur der Süddeutschen Zeitung)
  • Dr. Helmut Böttiger (DeutschlandRadio, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit)
  • Dr. Tillmann Lahme (Frankfurter Allgemeine Zeitung)



Wir freuen uns sehr über das Wiederaufleben und die Fortsetzung der Gastdozentur mit Dr. Lothar Müller und empfehlen das Seminar ausdrücklich allen journalistisch interessierten Studierenden.