Geowissenschaftliches Zentrum

GeoPark

Eine der Aufgaben der Universität ist es, ihr Wissens- und Gedankengut, die Ergebnisse ihrer Arbeit auch einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen. Gerade die Geowissenschaften sind dazu in besonderer Weise aufgerufen, denn die Kenntnis geowissenschaftlicher Zusammenhänge, globaler Kreisläufe und das Begreifen der Gegenwart als Momentbild einer dynamischen Entwicklung der Geo-Biosphäre sind entscheidende Voraussetzungen, die unser Handeln für die Bewahrung des Lebensraums Erde und seiner Ressourcen bestimmen müssen.

GeoParkViel zu wenig wird dieses von Politikern bei ihren Entscheidungen, aber auch von uns allen im täglichen Leben berücksichtigt.
Die Idee des "Geopark Göttingen" ist es, die Dynamik und die Entwicklung der Erdkruste, auf der wir leben, die globalen Kreisläufe, in die wir Menschen eingreifen, und die Geschichte der Erde und des Lebens einer breiten Öffentlichkeit in Beispielen begreifbar und anschaulich zu machen.


Gesteine sind die Dokumente, in denen diese Geschichte überliefert ist, und deshalb sind große spektakuläre Gesteine und Gesteinsstrukturen die bevorzugten Exponate im Geopark. Sie werden ergänzt durch künstliche und künstlerische Modelle, Anpflanzungen aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit. Die heutige Erdkruste und das Leben auf der Erde sind das Ergebnis einer langen Entwicklung. Dokumente, in denen diese Geschichte überliefert ist, sind die Gesteine. Gesteine und Gesteinsstrukturen erschließen uns die zeitlichen und räumlichen Dimensionen und lassen die Gegenwart als Ergebnis dieser Entwicklung der Erde und des Lebens im Fluss der Zeit verstehen. Ungewöhnliche Gesteine und Gesteinsstrukturen sind im Geopark Göttingen zu sehen und zu begreifen und lassen geowissenschaftliche Prozesse und Zusammenhänge erfahren.



Der "Geopark Göttingen" soll mit dem Neuen Botanischen Garten und dem Forstbotanischen Garten eine Einheit bilden und damit Teil eines Wissenschaftsparks werden (J. F. Blumenbach-Anlage) im Umfeld der neuen Naturwissenschaftlichen Institute der Universität Göttingen.


1991 wurde mit der Gestaltung des Geoparks begonnen. Seither sind ca. 20 Themen- Gruppen realisiert bzw. in Angriff genommen.


Führer für die eigenständige Begehung des Geoparks sind an der Pforte des Instituts erhältlich. Die verschiedenen Stationen des Geoparks sind nicht systematisch angeordnet. Man kann den Rundgang also beliebig gestalten oder nach thematischen Gesichtspunkten auswählen.

Brunnentor Brunnentor: Ein Brunnen ist als hohes Tor gestaltet, in dem das Wasser Grundprinzip episodischer Ereignisse in und auf der Erde widerspiegelt. Das Ergießen und Versickern des Wassers im Brunnentor symbolisiert das Ansammeln von Massen bis zu einer kritischen Grenze, bzw. das Aufstauen von Kräften bis zu einem Bruch. Derartige oft katastrophale Ereignisse sind Vulkanausbrüche, Erdbeben und Lawinen.
Darüber hinaus werden geowissenschaftliche Zusammenhänge in Schrift und Bild veranschaulicht. Einen besonderen Platz nimmt die Darstellung der sich ständig ändernden Lage der Kontinente ein und die vorraussichtliche Entwicklung unseres unruhigen Planeten bis in ferne geologische Zukunft.

Mammutbaum
Die Stubben von Mammutbäumen (Mequoioxylon) der Tertiärzeit (Eozän/Oligozän, ca 35 Mio Jahre) stammen aus den Braunkohlelagerstätten Sachsens. Diese entstanden aus dem Holz abgestorbener Bäume. Die nachträgliche Ausfüllung der Zellhohlräume durch Kieselsäure bildet die Holzstruktur bei diesen Stubben im Detail ab.

Artusrunde
Die so genannte Arthus-Runde ist eine überdimensionale Sitzrunde im Geopark aus polierten Gesteinsplatten der tieferen Erdkruste. Gesteine un ihre Mineralien sowie Gesteinsstrukturen sind Ausdruck der hohen Drucke und Temperaturen in der Erdkruste.

    Ausbau-Pläne für die nächste Zukunft sind
  • die Geo-Allee, d. h. eine wegemäßige Fortsetzung des Ost-Eingangs der Geowissenschaftlichen Institute in den Neuen Botanischen Garten und die Ausgestaltung dieser Geo-Allee mit erdgeschichtlichen Exponaten
  • der Ausbau des Erdhügels zu einem Forum mit Atrium ("Hörsaal im Freien")
  • das Planetarische Rohr
  • die Installation von Nachgüssen von Saurierspuren im Boden des Parks
  • der Bau eines kleinen Pavillons mit einer Erdbebensimulation und einem
  • Modell des Göttinger Leinetalgrabens
  • Anpflanzungen von einem Tertiären Wald-Biotop, das vor 3 Mill. Jahren in mediterranem Klima hier bestand ("Willershausen").
  • großes Kristall-Modell aus Edelstahl, das die dichteste Kugelpackung von Atomen der Spinell-Struktur aus dem oberen Erd-Mantel demonstriert ("Göttinger Atomium")