Mit Johann Friedrich Blumenbach (†1840) ist die Universität Göttingen die Gründungsstätte der naturwissenschaftlichen Anthropologie. Ein eigenständiges Institut für Anthropologie wurde jedoch erst 1972 errichtet. Erster Lehrstuhlinhaber war Christian Vogel (1933 - 1993), eine zweite Professur wurde 1978 mit Bernd Herrmann besetzt (Ruhestand 2011). Im Zuge einer Fakultätsreform in den 90er Jahren wurden die 13 Institute der Biologischen Fakultät in vier neu gegründete Großeinrichtungen zusammengeführt. Das Institut für Anthropologie, das nach dem Tod von C. Vogel und durch Einsparauflagen die zweite Professorenstelle verlor, wurde als Abteilung dem neuen Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie eingegliedert.
Beide Göttinger Professoren der Gründerjahre erhielten ihre Ausbildung an keiner vorbelasteten Einrichtung oder durch Personen, die in zeitlicher bzw. inhaltlicher Nähe zum Nationalsozialismus standen.
Inhaltlich war die Forschungsarbeit des Instituts auf primatologisch- ethologische Themen und solche der Prähistorischen Anthropologie ausgerichtet. Nach dem Tode von C. Vogel wurden die primatologisch-ethologischen Arbeiten noch unter Hartmut Rothe in kleinerem Maßstab in der Freilandanlage Sennickerode bis zu deren Auflösung 2008 fortgesetzt.
Die wissenschaftliche Arbeit der Abteilung konzentriert sich seit ihrer Errichtung auf die im Abteilungsnamen angegebenen Forschungsfelder. Internationale Impulse hat die Abteilung u.a. mit Entwicklungsarbeiten zum Einsatz molekularer und analytischer Techniken in der Historischen Anthropologie gesetzt. Göttinger Lehrangebote zur „Biologischen Spurenkunde“ und zur „Umweltgeschichte“ beruhen auf Initiativen der Abteilung.

Johann Friedrich Blumenbach Institut für Zoologie und Anthropologie
Historische Anthropologie und Humanökologie
Bürgerstraße 50
37073 Göttingen
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