Projekt goe-fungi

Mykorrhizen sind eine Symbiose zwischen höheren Pflanzen und Pilzen. Der Pilz verbessert die Nährstoffversorgung der Pflanzen, indem er Phosphat, Stickstoffverbindungen und andere Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufnimmt und zur Pflanze transportiert; er erhält im Gegenzug von der Pflanze Kohlenstoffverbindungen aus der Photosynthese (Smith und Read 1997). Die Mykorrhizen sind eine starke Kohlenstoffsenke, bis zu 20 % der Nettoprimärproduktion der Photosynthese werden von der Pflanze an die Pilze abgegeben (Smith und Read 1997).

Die ECM besteht aus drei Hauptbestandteilen: dem Hartig´schen Netz, dem Hyphenmantel und dem ausstrahlenden Myzel in den Boden. Die Hyphen des ECM-Pilzes dringen zwischen den Wurzelzellen in die Wurzel ein und umgeben die Zellen vollständig (Hartig´sches Netz), die Hyphen dringen aber nicht in die Wurzelzellen ein. Durch die starke Verzweigung des Netzes wird die Oberfläche für den Nährstoffaustausch zwischen Pflanze und Pilz deutlich vergrößert. Das Hartig´sche Netz ist bei allen Ektomykorrhizen gleich aufgebaut. Der Hyphenmantel dagegen ist von Pilzart zu Pilzart unterschiedlich. Die Hyphenmantel unterscheiden sich sowohl in der Farbe, der Verzweigung, der Form der Hyphen, die in den Boden ausstrahlen, im Vorkommen der Rhizomorphe und der Struktur der Innenseite des Hyphenmantels (Agerer 1987-2006).
In unterschiedlichen Projekten des Institutes wurden an verschiedenen Standorten und Beständen die ECM-Gesellschaften und Diversität untersucht. Ziel dieser Projekte war es Faktoren zu ermitteln, die die Zusammensetzung der EM-Gesellschaft und die Diversität beeinflussen. Im Graduierentenkolleg 1086 wurde der Einfluss der Baumartenzusammensetzung, in der Buchenforschergruppe der Einfluss des Kohlenstoffs, in einem Projekt innerhalb Biodoversitätsexploratorien der Einfluss des Managementsystems der Wälder und der Bodenzusammensetzung auf EM-Gesellschaft untersucht .
Bei allen Projekten wurden Bodenproben gesammelt und unter einem Binokular die vorhandene ECM anhand des unterschiedlichen Aussehens des Hyphenmantels (Morphotypen, s.o.) unterschieden. Die Morphotypen wurden fotografiert und beschrieben.
Mit Hilfe von DNA-Sequenzierungen (ITS-Region) und einem Vergleich der Sequenzen mit verschiedenen Datenbanken (UNITE und NCBI ) wurden die Pilzarten der unterschiedlichen Morphotypen bestimmt. Die DNA-Sequenzen wurden in der NCBI-Datenbank hinterlegt. Manche Pilzarten konnten nicht bis zur Art ebene bestimmt werden, sie wurden als UECM (Unknown Ectomycorrhiza) bezeichnet.

Zurzeit sind in den Datenbanken wie z.B. NCBI sehr viele Sequenzen von Ektomykorrhizaarten aus ganz unterschiedlichen Studien hinterlegt, leider gibt es nur selten zu den Sequenzen der Pilzarten auch frei zugängliche Fotos der entsprechend Morphotypen. Wir möchten mit dieser Seite einen Beitrag dazu leisten frei zugängliche Sequenzen in NCBI mit frei zugänglichen Fotos von Ektomykorrhizaarten zu verknüpfen.



Kontakt:
Dr. Christa Lang