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Infrastrukturen

Die Universität Göttingen sieht es als eine wichtige strategische Aufgabe an, Infrastrukturen für Forschung und Lehre bereitzustellen und weiterzuentwickeln. Zu den Infrastrukturen zählen Gebäude, Labore, Großgeräte, Bibliotheken, akademische Sammlungen, Energie, IT- und Informationsinfrastrukturen.

Der Göttingen Campus verfügt mit der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen sowie der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung Göttingen (GWDG) bereits über ausgezeichnete Informationsinfrastrukturen. Gleichwohl besteht Bedarf beim Ausbau der Forschungsinfrastrukturen. Hier setzt der Göttingen Campus mit der eResearch Alliance auf ein strategisches Gesamtkonzept für den Standort. Dazu gehören gemeinsame technologiebasierte Campuslabore und der umfassende Ausbau der Informationsinfrastruktur mit zukunftsfähigem IT-Angebot und fachübergreifender Expertise, zum Beispiel im Bereich Forschungsdatenmanagement. Auf Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz konstituierte sich im November 2014 der Rat für Informationsinfrastrukturen mit Vertretern aus Wissenschaft und Gesellschaft sowie Bund und Ländern. Die Geschäftsstelle des Rates ist an der Universität Göttingen angesiedelt.

Seit Juni 2013 sorgt die Zentrale Kustodie dafür, dass das Potenzial der 30 wissenschaftlichen Sammlungen, Museen und Gärten der Universität noch stärker als bisher für Forschung und Lehre sowie für die Außendarstellung der Universität genutzt wird. Dabei geht es um Sammlungsmanagement, Wissensforschung und Ausstellen. Um die Sammlungsobjekte zu bewahren, werden unter anderem Restaurierungsmaßnahmen finanziert; die Digitalisierung der Originale macht die Objekte sicht- und auffindbar. In der zentralen Sammlungsdatenbank werden die Bestände an den dezentralen Standorten einheitlich wissenschaftlich erschlossen und virtuell zusammengeführt. Außerdem sind Sammlungen und ihre Objekte Ausgangspunkt und Ergebnis des Forschens. Mit ihnen kann die Praxis des Wissen-Schaffens erforscht werden.

Die Objekte aus den Sammlungen sollen zudem für die Öffentlichkeit zu Schaufenstern der Wissenschaft werden - im geplanten Forum Wissen mit wechselnden Ausstellungen. Die Universität will das Haus Ende 2020 im ehemaligen Zoologischen Institut neben dem Bahnhof eröffnen. Unter einem Dach können dann die Besucherinnen und Besucher die Praxis des "Wissen-Schaffens" in Vergangenheit und Gegenwart erleben sowie Forschende und Studierende mit Objekten aus den universitären Sammlungen arbeiten und über Erkenntnisse diskutieren.