Leitung des Tracks:
Inhalt:
Seit der Entstehung des Internet gilt Dezentralisierung als grundlegendes Prinzip für den Entwurf, die Organisation und den Betrieb komplexer verteilter Systeme und für das Management globaler Netzwerke.
Spätestens seit der Entstehung des Internet gilt Dezentralität als wesentliches Prinzip für den Entwurf komplexer verteilter Systeme und für das Management globaler und dynamischer Netzwerke. Systeme und Netzwerke, die auf dezentralen Konzepten beruhen, haben viele Vorteile: Sie sind robuster, wandlungsfähiger und weniger leicht durch unbeabsichtigte oder beabsichtige Angriffe zu stören; sie ermöglichen eine natürliche Modellierung inhärent dezentraler, autonomer Systeme; sie ermöglichen durch die gemeinsame Verwendung teurer Ressourcen flexible und potentiell kostengünstigere IT-Systeme, und sie ermöglichen effektiveres Finden, Zugreifen und Verwalten verteilter Ressourcen, speziell in Umgebungen, in denen autonome Akteure und Gruppen lokal handeln und Ressourcen lokal entstehen, lokal verwaltet werden und sich dynamisch ändern.
Gegenwärtig stellen aktuelle Markttrends wie die Globalisierung von Märkten und Unternehmen, Global Outsourcing und das Entstehen Globaler Partnerschaften als virtuelle Netzwerke die Wirtschaftsinformatik vor große Herausforderungen: Wie können solche komplexen, adaptiven, oft temporären und per se unternehmensübergreifenden und dezentral organisierten Systeme und Unternehmensnetzwerke durch entsprechende Informationssysteme effizient und effektiv unterstützt werden? Ähnliche Herausforderungen entstehen durch technologische Entwicklungen wie dem „Internet der Dinge“ und Gemeinschaften und Marktplätzen des „Web 2.0“, die Nutzungsszenarios implizieren, die mit zentralen Architekturen und Entwurfsansätzen nur schwer handhabbar wären.
Prinzipiell spricht vieles dafür, dass Dezentralität – das Entwurfsprinzip des Internets – auch ein geeignetes Prinzip für die Entwurf, Organisation und Betrieb zukünftiger Informationssysteme sein kann. Dennoch basiert die überwältigende Mehrheit heutiger Informationssysteme auf zentralen Architekturen. In Rechenzentren und IT-Abteilungen ist derzeit sogar häufig zu beobachten, dass dezentrale Strukturen im Rahmen einer Konsolidierung der IT-Landschaft zentralisiert werden. Wo dezentrale Systeme eingesetzt werden, führen grundlegende Anforderungen und Fragestellungen wie Konsistenz und Effizienz der Datenverwaltung, aber auch Sicherheit sowie das Management von Rollen, Rechten und Nutzern zu Problemen und weiterem Forschungsbedarf.
Der Track „Multiagentensysteme: Dezentralität als Entwurfs-, Organisations- und Betriebsprinzip für Informationssysteme“ soll Wissenschaftler und Anwender zusammen bringen, um Potenziale, Anwendungen und zu lösende Probleme bei der Gestaltung und Nutzung dezentraler Informationssysteme zu erörtern. Dabei stehen folgende Fragen im Zentrum:
Der Track ist die gemeinsame Fortsetzung von zwei erfolgreichen Tracks auf der MKWI 2008: MAS2 - Multi-Agent Systems as Middleware and Architectures for Business Systems und Dezentralität als Entwurfsprinzip: Anwendungskonzepte und Vorgehensweisen für dezentrale Informationssysteme.
Ein technologischer Schwerpunkt des Tracks ist das Gebiet der Multiagentensysteme als ein mächtiges Paradigma des Vernetzten Rechnens: Systeme werden als Sammlung autonomer Entitäten (Agenten) beschrieben, die interagieren und ihre Aktivitäten in Bezug auf gemeinsame Ziele oder eine gemeinsam genutzte Umgebung koordinieren. Das Paradigma stellt wichtige Konzepte und technische Lösungen zur Analyse, zum Entwurf und zur Implementierung dezentraler Systeme bereit: Nebenläufigkeit, Kommunikation, Kooperation, Koordination, Konfliktlösung und automatisierte Verhandlung. Neben Multiagentensystemen soll sich der Track auch mit verwandten verteilten IT-Paradigmen wie Peer-to-Peer-Netzwerken, Gridsystemen und Web 2.0 befassen; hier soll der Fokus auf Aspekten der Dezentralität sowie der Beziehung zum Multiagentenansatz liegen.
Mögliche Themenfelder für Beiträge:
Programmkomitee:
Termine:
Koordinator des Tracks:
Prof. Dr. Jörg Müller
Technische Universität Clausthal
Links:
Einreichungsfrist verlängert bis 04.10.2009