Philosophische Fakultät

Religionswissenschaft

Die Studiengänge und Modulpakete des Fachs Religionswissenschaft (B.A. und M.A.) bieten aufgrund der Beschäftigung mit unterschiedlichen religiösen Akteuren und Religionstraditionen, über den Erwerb von Fachwissen hinaus, unmittelbare Impulse für ein zivilgesellschaftliches Engagement sowie die Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden.

Zur Herausbildung des zivilgesellschaftlichen Engagements und der Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden werden insbesondere folgende Kompetenzen zusätzlich gefördert:


  • Sensibilität für religiöse Diversität
  • Fähigkeit zum Perspektivenwechsel
  • Toleranz für andere/fremde Religionssysteme
  • Selbstkompetenz



Sensibilität für religiöse Diversität
Im Zentrum der religionswissenschaftlichen Ausbildung steht die Kompetenz, religiöse Identitätskonstruktionen, ihre partiellen Ähnlichkeiten sowie ihre Diversität und Pluralität verstehen und würdigen zu können. Dies geschieht vor allem durch die Einsichten in individuell, kulturell, ethnisch und gesellschaftlich unterschiedlich verortete Formen von Religion sowie den damit verbundenen Wertesystemen und handlungssteuernden Impulsen.

Hierfür stehen folgende Module bereit:
Auf der B.A.-Ebene v.a.:


  • B.RelW.01 "Historisches Basismodul Religionsgeschichte"
  • B.RelW.02 "Religionskundliches Überblickswissen"
  • B.RelW.03 "Systematisches Basismodul Religionswissenschaft"
  • B.RelW.04 "Aufbaumodul Religionswissenschaft 1"
  • B.RelW.05 "Aufbaumodul Religionswissenschaft 2"



Auf der M.A.-Ebene v.a.:


  • M.RelW.01 "Historische Grundlagenvertiefung"
  • M.RelW.02 "Systematische Grundlagenvertiefung"
  • M.RelW.03 "Aufbaumodul Religionswissenschaft"



Fähigkeit zum Perspektivenwechsel
Durch Exkursionen, teilnehmende Beobachtungen und Interviews werden auch empirische Wahrnehmungen und Analysen von Formen gelebter Religion eingeübt, die den direkten Austausch mit religiösen Akteuren unterschiedlicher Herkunft einschließen. Dabei werden nicht nur religiös herrschende Diskurse, sondern auch die Ebene alltagsreligiöser Akteure in den Blick genommen. Darüber hinaus werden etablierte Großtraditionen (sog. "Weltreligionen") wie z.B. neureligiöse oder kleinere alternativreligiöse Traditionsbildungen gleichermaßen behandelt. Die letzteren werden im medialen und öffentlichen Sprachgebrauch meist als sog. "Sekten" bezeichnet und mit entsprechenden Klischees verknüpft.

Zur Förderung der Fähigkeit zum Perspektivenwechsel stehen insbesondere folgende Module zur Verfügung:

Auf der B.A.-Ebene v.a.:


  • B.RelW.06A "Aktuelle religionswissenschaftliche Themen"
  • B.RelW.06B "Aktuelle religionswissenschaftliche Themen (B)"
  • B.RelW.08 "Vertiefungsmodul Religionswissenschaft"



Auf der M.A.-Ebene v.a.:


  • M.RelW.04 "Religionswissenschaftliche Exploration"
  • M.RelW.06 "Empirische Exploration"



Toleranz für andere/fremde Religionssysteme
Die Studierenden lernen auf diese Weise, stereotypen Religionsthematisierungen zu begegnen und Religionen unter Migrationsbedingungen, Hybridisierung, gegenseitigen Wechselwirkungen und Auseinandersetzungen sowie im Kontext verschiedenster gesellschaftlich-kultureller Konfliktlagen zu verstehen. Dabei werden sie befähigt, die Plausibilität religiöser Deutungssysteme und Praxen aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen und Toleranz für andere und fremde Religionssysteme zu entwickeln. Diese Kompetenz wird besonders in folgenden Modulen gefördert:

Auf der B.A.-Ebene v.a.:


  • B.RelW.09 "Erweiterung religionsgeschichtlicher Kompetenzen"
  • B.RelW.10 "Erweiterung religionswissenschaftlicher Kompetenzen"
  • SK.RelW.03 "Interdisziplinäre Perspektiven"



Auf der M.A.-Ebene v.a.:


  • M.RelW.06 "Empirische Exploration"



Selbstkompetenz
Durch zahlreiche Wahloptionen zur Schwerpunktbildung werden insbesondere Organisationskompetenz und die Fähigkeit, eigenständig zu handeln, gefördert. Dabei wird den Studierenden ein hohes Maß an Selbststeuerung und eigener Schwerpunkt- und Interessenbildung eingeräumt, die der eigenen Profilbildung und Persönlichkeitsentwicklung Vorschub leisten. Diese Kompetenzen werden grundsätzlich in allen Modulen des B.A.-Wahlpflichtbereichs und in Import-Modulen gefördert. Dabei spielen insbesondere folgende Module eine wichtige Rolle:

Auf der B.A.-Ebene v.a.:


  • B.RelW.11 "Portfolio zur empirisch-gegenstandsbezogenen Profilbildung"
  • B.RelW.12 "Portfolio zur theoretisch-methodologischen Profilbildung"
  • B.RelW.13 "Portfolio: Grundlagen des Christentums (Bibel und Kirchengeschichte)"
  • SK.RelW.05 "Religionswissenschaftliches Berufspraktikum"



Auf der M.A.-Ebene:


  • M.RelW.03 "Aufbaumodul Religionswissenschaft"
  • M.RelW.05 "Eigene Profilbildung"
  • M.RelW.07 "Abschlussmodul"



Durch die genannten Kompetenzen und Fähigkeiten werden die Studierenden befähigt, kulturelle und religiöse Identitäten von Menschen zu respektieren und ihnen sachlich angemessen zu begegnen. Dank der erworbenen Vermittlungskompetenzen werden sie in die Lage versetzt, ihre im Studium gewonnenen Einsichten auch im Rahmen ihres bürgerlich-zivilgesellschaftlichen Engagements umzusetzen. Ferner werden sie ermutigt, die kommunikativen Herausforderungen multikultureller Gesellschaften nicht nur kritisch zu bedenken, sondern auch aktiv in die öffentlichen Diskurse einzugreifen, Eigeninitiative zu entwickeln und sich entsprechend im persönlichen Umfeld sowie in Gesellschaft und Politik zu engagieren.