Fakultät für Biologie und Psychologie

Allgemeine Hinweise zur Diplomarbeit in Biologie

Die Diplomarbeit wird in der Regel nach Bestehen der mündlichen Diplomprüfung angefertigt. Sie ist spätestens (DPO 1997) 3 Monate nach der mündlichen Prüfung zu beginnen. Thema und Arbeitsbeginn teilt der Aufgabensteller (Betreuer) dem Prüfungsausschuß schriftlich mit; dieser gibt das Thema aus.

Soll die Diplomarbeit ausnahmsweise vor der mündlichen Prüfung angefertigt werden, so ist ein vom vorgesehenen Betreuer befürworteter Antrag an den Prüfungsausschuß zu richten; vorher ist beim Prüfungsamt nachzuweisen, daß alle Prüfungsvorleistungen für die Diplomprüfung erbracht sind.

Ebenso bedarf es der vorherigen Genehmigung durch den Prüfungsausschuß, wenn die Arbeit bei Angehörigen der Biologischen Fakultät oder außerhalb von ihr ausgeführt werden soll. Details enthält ein Merkblatt, das im Dekanat und Prüfungsamt erhältlich ist; die Unterscheidung zwischen Anleiter und Betreuer ist dabei besonders zu beachten.

Die Diplomarbeit ist in 8 Monaten fertigzustellen. Reicht diese Frist nicht aus, so kann sie um maximal 1 Monat verlängert werden. Ein entsprechender Antrag des Prüflings, mit dem Votum des Betreuers versehen, ist rechtzeitig an das Prüfungsamt zu richten.

Das Original der fertigen Diplomarbeit ist beim Prüfungsamt einzureichen. Ein Exemplar erhält der Referent; der Korreferent und die Institutsbibliothek erhalten in der Regel je ein weiteres Exemplar.


Richtlinien für das Abfassen von Diplomarbeiten

Die Diplomarbeit ist in der Regel die erste selbständige wissenschaftliche Arbeit von Studierenden und soll damit auch hinsichtlich der Disposition und Darstellungsweise in die Technik des Abfassens wissenschaftlicher Arbeiten einführen. Von zahlreichen, immer wieder neu aufgelegten Anleitungen zum Schreiben von Publikationen seien hier genannt:

1. Council of Biology Editors Style Manual Committee, 1995: Scientific style and format. 6. ed., Cambridge University Press.

2. DAY R.A., 1989: How to write and publish a scientific paper. 3rd ed. Cambridge: Univ. Press.

3. EBEL H.F., BLIEFERT C., 1998: Schreiben und Publizieren in den Naturwissenschaften. 4. Aufl. Weinheim: VCH.

4. GOERTLER V., 1965: Vom literarischen Handwerk der Wissenschaft. Berlin: Parey.

5. HAWKINS C., SORGI M., 1985: Research. How to plan, speak and write about it. Berlin: Springer.

Außerdem gibt es spezielle Literatur (und Software) für die elektronische Gestaltung von Text, Grafik und Tabelle.


Form

1. Text. Die Diplomarbeit ist in deutscher Sprache zu verfassen. Dabei ist ein knapper, sachlicher Stil anzustreben, der aber zugleich flüssig lesbar sein muß. Es empfiehlt sich, überwiegend in der dritten Person zu berichten und die Arbeit auf Schreibfehler gründlich durchsehen zu lassen. Die Anwendung der neu geregelten deutschen Rechtschreibung ist vor dem 31. Juli 2005 nicht Pflicht.

Nomenklatur und Abkürzungen (sparsam!) müssen einheitlich sein. Zumindest in systematischen und ökologischen Arbeiten werden die Autoren der lateinischen Pflanzen- und Tiernamen bei der ersten Nennung im Text mit angeführt; treten sehr viele Namen auf, so verweist man stattdessen zweckmäßiger auf eine zugrundegelegte Flora, Fauna oder nomenklatorische Liste.

Der Text ist (mit Maschine bzw. PC) auf DIN-A4-Papier 1½zeilig sauber zu schreiben, wobei links 4 cm, rechts 1-2 cm Rand bleiben. Die Blätter können doppelseitig beschriftet werden. Personennamen können durch GROSSBUCHSTABEN hervorgehoben werden, lateinische Namen durch Unterstrichelung oder Kursivschrift.

Fußnoten (nur wenn unbedingt notwendig!) sollten 1zeilig geschrieben und laufend durchnumeriert werden.

2. Zitate. Bei allen Hinweisen auf Arbeiten anderer Autoren und bei Zitaten werden im Text immer nur Autor und Jahreszahl angeführt - mehrere ggf. in zeitlicher Folge - bei wörtlichen Zitaten oder umfangreichen Arbeiten zusätzlich die Seitenzahl, z.B.

nach MÜLLER (1965, S. 12) oder ..... (SCHULZE 1967a: 32),
bei mehr als zwei Autoren: (KÖMPFE et al., 1970).

Verweise auf frühere Zitate durch Angaben wie "l.c." [loco citato] oder "a.a.O." [am angegebenen Ort] sind ebenso unzulässig wie Literaturangaben in Fußnoten. Soweit wörtliche Zitate notwendig erscheinen, müssen sie dem Original genau entsprechen und durch "doppelte" Anführungszeichen kenntlich gemacht werden. Zitate, die Forschungsergebnissen gelten, sollten sich auf Originalarbeiten stützen, nicht auf Sekundärquellen inkl. Lehrbücher.

3. Abbildungen und Tabellen. Zeichnungen sind in Tusche oder sauberem PC-Druck auszuführen (Format i.d.R. höchstens A4). Sie können photographisch verkleinert (Endgröße von Kleinbuchstaben mindestens 1 mm) oder vervielfältigt werden (auch durch Xerokopie). Wichtig ist die Angabe eines Maßstabes, am besten dadurch, daß man in die Abbildung die Länge einer Strecke von z.B. 1 km, 1 mm oder 1 µm einzeichnet. Zu jeder Abbildung gehört eine kurze Bildunterschrift (Legende, unter der Abbildung) mit Erläuterung der in der Abbildung benutzten Symbole. Jede Tabelle erhält eine Überschrift: Bemerkungen zu den einzelnen Kolonnen oder Meßeinheiten können notfalls als Fußnoten beigefügt werden. Die Abbildungen und Tabellen werden für sich getrennt fortlaufend mit arabischen Ziffern numeriert. Photos können auch am Schluß der Arbeit zu Tafeln zusammengefaßt werden, umfangreiche Tabellen und größere Karten sind gegebenenfalls als Anhang beizugeben.

4. Titel. Der Titel soll - ohne zu lang zu sein - das Wesentliche enthalten. Die Autoren von Pflanzen- und Tiernamen werden i.d.R. erst bei der ersten Nennung im Text der Arbeit genannt.

Auf der zweiten Seite werden angegeben: Referent und Korreferent; Tag der mündlichen Prüfung und Tag der Abgabe der Arbeit.

5. Einband. Die Vervielfältigung der fertig geschriebenen Arbeit erfolgt am besten durch Xerokopien. Die fertigen Exemplare werden geheftet und mit einem steifen (hellen, nicht schwarzen) Pappdeckel gebunden; der Buchrücken muß in heller Farbe gehalten sein.

6. Veröffentlichung. Soll die Diplomarbeit veröffentlicht werden, was nur in besonderen Fällen vorkommt, so ist meist eine stärkere Überarbeitung (Kürzung) notwendig. Auf jeden Fall ist das mit dem Betreuer der Arbeit abzusprechen.


Gliederung

Folgende Gliederung einer Arbeit hat sich bewährt; sie ist jedoch nicht stereotyp anzuwenden, sondern den Gegebenheiten der jeweiligen Arbeit anzupassen (s.u.).

1. Das Inhaltsverzeichnis wird entweder in klassischer oder dekadischer Form gegliedert und enthält auch die Seitenzahlen der einzelnen Kapitel und Abschnitte, deren Überschriften mit denen im Text übereinstimmen müssen.

Danksagungen können dem Inhaltsverzeichnis folgen.

Auf einem besonderen Blatt folgt ggf. eine Liste der verwendeten Abkürzungen. Das internationale "System of Units" ist dabei einzuhalten, insbesondere auch hinsichtlich der Vorsatzzeichen für die Zehnerpotenzen. Listen der Abbildungen und Tabellen sind entbehrlich, dagegen sollten ggf. Aufnahmeorte mit Koordinaten im Anhang verzeichnet sein.

2. In einer Einführung werden die zum Thema gehörenden Fragestellungen erläutert, und es wird auf die bereits vorliegende Literatur hingewiesen.

3. Im Kapitel Material und Methoden werden (je nach dem Charakter der Arbeit) die Versuchsobjekte geschildert, die Herkunft des Materials genannt, die verwendeten Apparate und Geräte angegeben und die Methoden dargestellt. Soweit Methoden anderer Autoren übernommen wurden, ist ein exakter Quellennachweis erforderlich.

Bei Arbeiten, die im Gelände durchgeführt wurden, ist der Beschreibung des Untersuchungsgebietes ein eigenes Kapitel zu widmen (z.B. Lage, Klima, Geologie, Boden, wirtschaftliche Nutzung).

Wenn in einer Arbeit mehrere sehr unterschiedliche Aspekte mit sehr unterschiedlichen Methoden untersucht werden, so kann es für das Verständnis besser sein, die Arbeit zunächst nach diesen Aspekten zu gliedern, und dann jeweils 'Methoden' und 'Ergebnisse' direkt nacheinander zu besprechen. Analoges kann bei der Untersuchung verschiedener Pflanzengesellschaften zweckmäßig sein.

4. Ergebnisse. Die Untersuchungsergebnisse sollen mit Klarheit und Präzision dargestellt werden. Sie werden in Einzelthemen unterteilt und kurz erörtert. Für Details der methodischen Durchführung ist auf das Kapitel Methoden zu verweisen.

5. Die Diskussion dient zur Erörterung und Bewertung der Untersuchungsergebnisse und zum Vergleich mit den an anderen Organismen oder an anderen Stellen gewonnenen vor dem Hintergrund der großen Zusammenhänge und Probleme. Dabei ist die gesamte auf das Problem bezogene Literatur zu berücksichtigen.

6. In der Zusammenfassung werden die wichtigsten neuen Ergebnisse der Arbeit kurz und klar gegliedert dargestellt. Eine Erläuterung der Absichten und Methoden sowie die Diskussion werden hier nicht wiederholt. Die Zusammenfassung sollte nur etwa eine A4-Seite umfassen.

7. Literaturverzeichnis. Alle in der Arbeit zitierten Publikationen müssen im Literaturverzeichnis enthalten sein und umgekehrt. Sie werden (normalerweise ohne Numerierung) alphabetisch nach den Namen der Autoren geordnet, mehrere Arbeiten eines Autors nach der Jahreszahl. Arbeiten mehrerer Autoren werden bei dem erstgenannten zeitlich oder am Schluß eingeordnet. Mehrere Veröffentlichungen eines Autors aus demselben Jahr werden durch Zusatz von a, b .... zur Jahreszahl unterschieden.

Beispiele für das Zitieren:

a) Zeitschriftenartikel
• Namen aller Autoren voll ausgeschrieben, Initialen der Vornamen nachgestellt
• Jahreszahl
• Voller Titel der Veröffentlichung (mit Punkt am Ende)
• Zeitschrift in standardisierter Abkürzung
(z.B. nach WILLIAMS P.C., 1969: Abbreviated titles of biological journals. London: Biological Council.)
• Nummer des Bandes (in arabischen Ziffern)
• erste und letzte Seite der Veröffentlichung
z.B.:
MATTHEWS T.R., NIEDERPRUEM D.K., 1973: Differentiation in Coprinus lagopus. Arch. Mikrobiol. 88: 169-180.

b) Bücher
• Namen, Jahreszahl und Titel wie unter a)
• Auflage
• Ort der Publikation
• Verlag (nur Name, ohne Zusätze wie 'Verlag', 'Publ.' etc.)
z.B.:
MÄGDEFRAU K., 1969: Paläobiologie der Pflanzen. 4. Aufl. Stuttgart: Fischer.

c) Sammelwerke
z.B.:
GEITLER L., 1955: Normale und pathologische Anatomie der Zelle. In: RUHLAND W. (Hrsg.): Handbuch der Pflanzenphysiologie 1: 123-167. Berlin/Göttingen/Heidelberg: Springer.