Problemstellung und Zielsetzung
In modernen und hochentwickelten Volkswirtschaften ergänzt bzw. ersetzt der Produktionsfaktor Wissen zunehmend die „klassischen“ Produktionsfaktoren Arbeit, Rohstoffe und Kapital. Die Fragen danach, über welches Wissen Mitarbeiter verfügen müssen, wie Wissen abgebildet und hinter-legt werden kann, wie sich Wissen weiterentwickelt, wie Wissen identifiziert, gemessen und nutzbar gemacht werden kann, werden seit einigen Jahren unter dem Schlagwort Wissensmanagement betrachtet. Vor allem die Weiterentwicklung des Internets, welche die Nutzer immer stärker in die Inhaltserstellung integriert und unter dem Stichwort Web 2.0 propagiert wird, hat Auswirkungen auf das betriebliche Wissensmanagement. So muss erforscht werden, inwiefern Web 2.0-Technologien klassische Wissensmanagementlösungen in Unternehmen ergänzen oder substituieren können. Vor allem im Bereich des Contentmanagements ergeben sich durch Wikis, Blogs oder Mashups technische und organisatorische Herausforderungen, die eine Neuausrichtung vorhandener Lösungen erfordern. Dazu gehören auch Konzepte des Berechtigungs- und Identitätsmanagements sowohl im Internet, als auch in IT-Landschaften von Unternehmen.
Wissensmanagement impliziert zudem den Aspekt des Dokumenten- und Content-Managements, der mit spezieller Ausrichtung auf Hochschulen betrachtet wird. Im Vordergrund steht der Nutzen von Dokumentenmanagement für den Prozess der Drittmittelabwicklung.
Ebenso eng verwandt mit dem Wissensmanagement ist das Thema Bildungsmanagement. Vor dem Hintergrund von Blended-Learning- und eLearning-Szenarien ist zu untersuchen, wie Lernende im Lernprozess virtuell interagieren und vor allem wie ein Lernzuwachs durch moderne Bildungs- und Weiterbildungskonzepte gemessen werden kann. Dafür sind neue Lern- und Simulati-onsumgebungen zu konzeptionieren, umzusetzen und zu evaluieren. Besonderes Augenmerk ist Systemen zur adaptiven Simulation komplexer Aufgabestellungen gewidmet, die den Lernprozess steuern, vor allem aber Kompetenzniveaus und Lernzuwächse messen. Auch hier besitzen Web 2.0-Technologien und Social Software Anwendungen vielschichtige Auswirkungen auf die Gestaltung entsprechender Anwendungen. Ein weiterer Aspekt ist auch die „Mobilisierung“ von Lernszenarien, also das Nutzen mobiler Endgeräte für das Lernen und Lehren, sowie die dynamische Generierung von Inhalten. Mobile Lernszenarien und Web 2.0-Ansätze sind dementsprechend bei Lern- und Simulationsumgebungen zu berücksichtigen.
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Wirtschaftsinformatik
Professur für Anwendungssysteme und E-Business
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